“Grüne” Superyacht: 20 Knoten schnelle 90 Meter-Ketsch SY 300 – Turnhalle an Bord

"Ich bin ein Purist"

Der Londoner Superyacht-Designer Philippe Briand hat seine bisher größte Studie vorgestellt, die 90 Meter lange SY 300. Die 1.500-Tonnen schwere und 14 Meter breite Ketsch soll “eine echte Segelyacht” sein. 

SY 300, Briand

Der 300 Fuß Entwurf einer segelnden Superyacht. © Briand

Bei den Superyachten mag es einen Trend zu immer größeren Motoryachten geben. Und wenn doch mal wieder Segel gesetzt werden, sind es Yachten, die aussehen wie “A” das 143 Monstrum des russischen Milliardärs Andrei Melnitschenko.

Deshalb ist das jüngste Segelyachtkonzept aus dem Hause des Designers Philippe Briand bemerkenswert. Die 90 Meter  (300 Fuß) lange SY300 sieht mal wieder aus wie eine “echte Segelyacht”. Und genau das ist die vermeintliche Marktlücke, in die Briand stoßen will.

“Im Gegensatz zu der wachsenden Zahl von Segelmegayachten, die tatsächlich aber Motoryachten mit Segeln sind, die von ihren Maschinen durch das Wasser bewegt werden, soll SY300 eine authentische Segelyacht in allen Beziehungen sein”. So heißt es in einer Mitteilung des Konstrukteurs. Der Designansatz entspräche kleinerer, leistungsstarker Rennyachten.

Unterwasserturbinen sorgen für Energie

Briand spricht gar von einer “grünen” Superyacht, wohl weil sie tatsächlich überwiegend von Windkraft angetrieben wird. Ihre Eigenschaften auf dem Wasser sollen so effektiv sein, dass Unterwasserturbinen genutzt werden können, um die Batterien an Bord zu laden. Eine Möglichkeit, der zum Beispiel von den am Heck abklappbaren Hydrogeneratoren in der IMOCA-Klasse genutzt wird. SY300 ist so berechnet, dass sie bei  eine Höchstgeschwindigkeit von über 20 Knoten erreichen kann.

Die Ketsch soll einen 95,3 Meter hohen vorderen Mast aufweisen und am Wind 3.560 Quadratmeter Segelfläche tragen. Unter Gennaker können es insgesamt 6.600 Quadratmeter gesetzt werden. 

SY 300, Briand

Großes Sonnendeck und integrierte Flybridge. © Briand

Das Design auch der Kohlefaser-Masten und des -Riggings ist stark von den Erfahrungen geprägt, die Philippe Briand bei der Entwicklung und dem Bau der 67 Meter langen preisgekrönten Superyacht “Vertigo” und der 73 Meter langen “Sybaris” gesammelt hat. Beide  Segelyachten haben in jüngster Zeit weltweite Anerkennung genossen.

Platz für 17 Gäste

Briand legt sichtbar Wert auf ausgewogene Proportionen. Besonders stolz ist er, dass sich die Flybridge optisch mit dem Sonnendeck verträgt. Er hält sie für die Hauptattraktion der Linienführung. Wohnraum für bis zu 17 Gäste ist vorgesehen. Jedes der drei Decks soll eine Auswahl an Swimmingpools, gepaart mit übergroßen Sonnenpolstern und Liegestühlen bereitstellen.

Auf dem Unterdeck ist eine voll ausgestattete Turnhalle vorgesehen, die eine Verbindung zum Achterdeck-Pool und einem Spa mit Whirlpool und Massageraum aufweist.

Philippe Briand kommentiert die Ankündigung des SY300-Designs so: “Ich bin im Grunde genommen ein Purist. Jedes Philippe Briand Design wird von den goldenen Prinzipien der Balance, Effizienz und Leistung auf dem Wasser geleitet. Von den Einhand-Segelbooten, die ich in meiner frühen Karriere zum Sieg geführt habe, bis hin zu einigen der bekanntesten Yachten der Welt.”

Ob sich jemand tatsächlich das nötige Kleingeld für solch ein Schiffchen übrig hat, muss sich noch zeigen. Aber vielleicht ist Herr Melnitschenko seiner “A” ja schon überdrüssig geworden und will einmal ein echtes Segelboot besitzen.

 

 

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „“Grüne” Superyacht: 20 Knoten schnelle 90 Meter-Ketsch SY 300 – Turnhalle an Bord“

  1. avatar eku sagt:

    Also was ich mit 16-20 wirklich spannend gefunden hätte:
    Unter Segel auf Amwindkurs in der Turnhalle Tennis spielen … und dazu noch einen Join*

    Was für ein Erlebnis!

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 0

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