Gunboat G4: Fahrtenyacht auf Flügeln – Erstes Abheben in der Karibik

Neues Zeitalter

G4 Gunboat

Das G4 Gunboat, der erste fliegende Cruiser. © Gunboat

Peter Johnstone hat sich einen Tag nach seinem Geburtstag den Traum vom Flying Cruiser erfüllt und eine neue Ära in der Segelschifffahrt eingeläutet. Sein G4 Gunboat hob in St Maarten ab.

Eigentlich hatte Peter Johnstone eine etwas gemäßigtere Version seines fliegenden Cruisers im Sinn. Er wollte erst einmal mit gebogenen J Schwertern probieren, und das Schiff aus dem Wasser zu heben wie es die A-Cats wegen ihrer Regel-Vorgaben tun. Der Vorteil bei den J-Schwertern. Es muss nicht jeweils das Luvschwert hochgezogen werden.

Der holländische A-Cat Weltmeister Mischa Heemskerk ist federführend mit der Technik befasst. Aber inzwischen ist er offensichtlich einen radikaleren Weg gegangen. Der G4 ist nun auch mit der America’s Cup Technik ausgerüstet und schwebt auf L-Foils.

Schon am ersten Tag im non-Foil-Modus berichtet Heemskerk über 19 Knoten Speed. Das Schwert kann in seinem Kasten für mehr oder weniger Auftrieb angestellt werden und auch die Tragflächen unter dem Ruder sind verstellbar.

Automatische Foil-Kontrolle

Johnstone hatte zuvor angekündigt, dass er eine L-Foil Version nur in Angriff nehmen werde, wenn der Markt Interesse zeige. Das Paket würde dann einen sich selbst stabilisierende elektronischen Automatismus für die Foil-Kontrolle beinhalten. Zurzeit werden die Anstellwinkel aber wohl noch per Hand bestimmt.

Die G4 Entwicklung könnte damit ein neues Zeitalter eingeläutet haben. Der G4 visiert Cruising Speeds von 40 Knoten an. Und dabei soll man sich auf dem Katamaran gemütlich im Cockpit herumlümmeln können. Möglich macht das natürlich eine besonders aufwendige Leichtbauweise in Karbon. Das ist für jedermann nicht zu bezahlen.

Die aktuelle Generation der Low-Tech Cruiser-Kat-Klopper hinkt da weit hinterher. Sie liegen meist äußerst schwer im Wasser und gleichen eher Flößen. Aber immerhin zum ersten April schaffen auch sie es schon mal in die Flugphase.

Leopard 40 Foling

Der Leopard 40 Kat auf Kufen. Eine nette Vision für einen Aprilscherz. Aber so weit ist das nicht hergeholt. © Leopard

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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9 Kommentare zu „Gunboat G4: Fahrtenyacht auf Flügeln – Erstes Abheben in der Karibik“

  1. avatar Kluchschieter sagt:

    Das ist ohne Zweifel eine ziemlich coole Kiste, aber bevor ich mich von imaginären Immobilien, Aktiendepots und Krügerrandsammlungen trenne, da würde ich ja doch ganz gerne wissen ob man als Segler ohne grosse Katamaran-, Moth- oder sonstige Foilerfahrung das Teil auch artgerecht bewegen (lernen) kann. Oder muss man sich vorher diverse AC Segler einchartern?

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    • avatar Super-Spät-Segler sagt:

      Auch ganz ohne Foils ist ein 40 Fuß-Kat bei 20 Knoten Wind für einen Segler ohne große Katamaran-Erfahrung ein paar Nummern zu groß.

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 0 Daumen runter 8

      • avatar jorgo sagt:

        Das ist Quatsch.

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        • avatar Super-Spät-Segler sagt:

          Hmm…
          Mir ging, trotz (oder wegen) ein paar Jahren F-18 Erfahrung schon ein bißchen die Pumpe, als ich auf Helges 32-Füßer an die Pinne durfte.
          Jemand ohne Kat-Erfahrung ist m.E. nicht darauf vorbereitet, was passiert, wenn man unter Gennaker aus dem platten Vorwindkurs anluvt.

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          • avatar jorgo sagt:

            Der M32 ist ja auch eher eine Waffe – also ein recht extremer Kat.
            Leicht gebaut mit sehr viel Tuch.
            Generell ist es aber doch so wie Kluchschieter es ausführte.
            Die Gefahr beim “Fahrtenkatsegeln” ist eher, dass man die wahren Verhältnisse unterschätzt. Da fühlen sich 30 Knoten Wind oftmals an wie noch ein recht laues Lüftchen, weil es so komfortabel zugeht. Ein Blick auf die Instrumente und ins Handbuch des Herstellers klärt auf damit rechtzeitig gerefft wird. Ansonsten ist das alles recht easy und mit ein bisschen Knowhow für jeden Segler machbar.
            Das hat aber mit einem G4 nix gemein. Das Ding ist ein reines und extremes “Superreichen-Spielzeug” inkl. bezahlter Crew – sonst wird’s noch viel teurer!
            Wer mit einem Kat fliegen möchte sollte wohl eher auf einen Flying Phantom oder NACRA 20 zurückgreifen. Das ist auch was für fortgeschrittene Amateure und halbwegs Normalverdiener. Der G 4 ist ein Gag für Profilneurotiker mit Geldsorgen anderer Art!

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      • avatar Kluchschieter sagt:

        Bei allem Respekt Super Spät Segler,
        das würde ich nicht über so einen Kamm scheren.
        Ich bin mal ein paar Tage auf einem 42′ Tourenkat mitgefahren. Meine einzige Mehrrumpferfahrung bisher – leider. Eine tolle mobile Ferienwohnung die man mittels Segel von A nach B bewegen kann. Mit segeln an sich hat es nicht wirklich viel zu tun, ist aber auch bei 20kts und mehr problemlos zu handeln. Das übelste sind enge Hafenmaneuver bei Seitenwind. Das Teil hatte eine extreme Neigung zum driften, aber mit den 2 Maschinen und etwas Übung gehts dann halbwegs.

        Worauf ich aber hinaus will ist das hier eine Schusswaffe zum cruisen angepriesen wird, wenn ich mich mal kurz der Worte von Herrn Müller-Spreer bedienen darf. Ich will das Boot selber auch nicht schlechtreden, das ist bestimmt ein dolles Ding, aber was muss man können/bzw lernen wenn man so etwas sicher bewegen will? Muss man Vizeweltmeister bei den Motten gewesen sein oder reicht es wenn man Hobie 16 segeln kann?

        Drachenfan, du hast den Nagel auf den Kopf getroffen! 🙂

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        • avatar Super-Spät-Segler sagt:

          > Meine einzige Mehrrumpferfahrung bisher – leider.

          Wenn Du interessiert bist und es nicht zu weit ist komm an einem schönen Wochenende mit 3-4 Bft nach Scharbeutz zum YCSO und frag ein wenig rum, ob Dich jemand als Vorschoter mitnimmt. Wir sind eine nette Bande und es findet sich bestimmt jemand, der bereit ist, Dich mit dem Kat-Virus zu infizieren 🙂
          Trockenanzug bzw Neo ist aber, außer im absoluten Hochsommer, zu empfehlen.

          Alternativ: einen Kurs bei Stickl (Anzeigenpartner bei SR) buchen. Super kompetente Betreuung, super nette Gemeinschaft, super schönes Revier!

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          • avatar Kluchschieter sagt:

            Das ist mal ne coole Ansage, darauf komme ich sehr gerne mal zurück!
            Daumen hoch!

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  2. avatar Drachenfan sagt:

    Das ist doch die Lösung für den “low cost” AC. Eine Einheitsklasse schon vorhanden, die Größe stimmt mit den neuen Vorstellungen überein, foilen kann man damit und Larry kann auch mitsegeln und die drinks mixen – bei 40 Knoten. Vielleciht ist Prada dann auch wieder mit dabei…da kann man doch auch mit Täschchen im Salon sitzen. Echt cool!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 15 Daumen runter 0

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