Gunboat G4: Revolutionärer Cruiser – Fahrtentörn auf Flügeln mit über 40 Knoten

Cruiser auf Foils

Der neue 40-Fuß-Katamaran von „Gunboat“ wird als Cruiser angekündigt und soll auf Foils mehr als 40 Knoten schnell sein. Rumpf des Prototyps jetzt fertig, Premiere im Februar 2015.

Schon mal versucht,  Gattin und die Kids auf einem MOD70 Tri mitzunehmen? Oder die Eroberung vom vorigen Abend mit ihren sportlichen Freundinnen? Nicht zum Regattieren (das vielleicht später), sondern um mal locker von Bucht zu Bucht zu tingeln. Na, ist das nicht ein wenig nass auf den Netzen? Uuups, weder Kombüse für die Tagliatelle noch Kühlschrank für den Chablis? Wie bitte, das schwarze Karbonloch soll eine Kajüte sein, und igitt Koje und Schlafsack soll man mit anderen teilen?

Schnellster Cruiser-Racer aller Zeiten © gunboats

Schnellster Cruiser-Racer aller Zeiten? © gunboats

Flügel verliehen

Die G4, der neue, noch in der Konstruktion befindliche 40-Fuß-Katamaran von „Gunboat“, nimmt für sich in Anspruch, mit den Ungereimtheiten zwischen familienfreundlicher Fahrtenyacht und konkurrenzfähigem Regattaboliden aufzuräumen. Die „Gunboat G4“ soll nahezu unschlagbarer Renner und stilvolle, wenn nicht sogar komfortable Fahrtenyacht in einem sein und will mit Foils der Crew buchstäblich Flügel verleihen.

Die nordamerikanische Werft ist seit Jahren für ihre äußerst leistungsstarken Cruising-Katamarane bekannt. Mit den derzeit gängigen Modellen Gunboat 55 und Gunboat 60 rasen die Reichen und (manchmal) Schönen entlang der Ost-amerikanischen Küsten, durch die Wasser der Karibik oder von Bucht zu Bucht im Mittelmeer. Und mit der neuen “G4” will Gunboat nun einen völlig neuen Akzent setzen.

Der kürzlich fertig gestellte Rumpf des Prototypen © Holland composite

Der fertig gestellte Rumpf des Prototypen © Holland composite

Fliegender Cruiser-Racer

Da wäre zunächst der schiere Speed: Der 12,14 Meter lange (39,82 Fuß) und 6,78 Meter breite Katamaran wird von einem 70- Quadratmeter-Groß, einer selbstwendenden 33 Quadratmeter-Fock und 65 und 130 Quadratmeter großen, asymmetrischen Spinnakern angetrieben. Der Clou: Die zwei T-Ruderblätter und die C-Foil-Daggerboards heben das 2,4 Tonnen verdrängende Boot schon bei 12 Knoten Wind über die Wasseroberfläche – die G4 soll dann 18 Knoten schnell sein.  Mono-Maxis mit ihren 20 Mann-Profi-Crews bleiben da rasch achteraus.

Der Holländer Mischa Heemskerk, einer der Designer der “G4”, Weltmeister in der A-Cat-Konstruktionsklasse und einer der innovativsten “Mitdenker” in Sache “Foils”,  spricht von einer möglichen Spitzengeschwindigkeit von über 40 Knoten.

Er setzt dabei nicht auf die vom America’s Cup bekannten L-Foils sondern auf gemäßigtere C-Foils, mit denen er in der A-Cat Klasse experimentiert. Bei den Einmann-Kats ist keine komplizierte Verstell-Mechanik erlaubt. Sie verändern den Anstellwinkel, indem sich der Steuermann auf dem Boot nach hinten und vorne bewegt. Im Falle von Gunboat sollen die Flügel aber mechanisch um bis zu sieben Grad angestellt werden können.

Kritisch ist der notwendige enorme Zug auf der Großschot. Da der normale Cruiser doch eher selten auf kräftige Grinder zurückgreifen kann und will, fehlen die Kaffeemühlen. Die Schot soll vom Steuermann hydraulisch per Fußpedal bedient werden können.

Gründer Johnstone neben den C-Foil-Formen © johnstone

Gunboats-Gründer Johnstone neben den C-Foil-Formen © johnstone

Foilende Fahrtenyacht

So weit, so gut. Doch das eigentlich Sensationelle ist nicht der Speed als solcher, sondern derselbe gepaart mit dem Komfort einer Fahrtenyacht. Riesiges Cockpit (logisch), großzügiger Deckssalon, eine funktionelle Kombüse mit Zwei-Flammen-Herd, Kühlschrank und Co, eine Nasszelle mit Dusche, getrennte Kojen „Queensize“ und ein eigenes Reich drüben im anderen Rumpf für die Kids… das alles ruhig und sicher auf Foils “abgehoben”, die Macher von „Gunboat“ verleihen so einer Fahrtenyacht im wahrsten Sinne des Wortes Flügel.

Gunboat-Gründer Peter Johnstone legte bei der Vorstellung des Konzeptes während der METS in Amsterdam jedoch Wert darauf, dass die „G4“ als ein ausgesprochen sicheres Boot konzipiert wurde. „Es muss nicht unbedingt gefoilt werden. Das Boot kann so getrimmt werden, dass es im Wasser bleibt und nur konventionell „ein Bein hebt“. Aber um es auf den Punkt zu bringen: Die G 4 wird sich sicherer und besser auf Foils segeln lassen, als bei dauerhaftem Wasserkontakt!“

Der Rumpf und die C-Foils der „G4“ werden derzeit bei Holland Composites „gebacken“.

Foils beim Fahrtensegeln – der Beginn einer neuen Ära? Bei der „Miami Boatshow“ im Februar 2015 soll die erste „Gunboat G4“ gezeigt und im Mai 2015 damit bereits die Antigua Sailing Week aufgemischt werden.

Website “Gunboats”

Update beim Bau des Prototyps

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5 Kommentare zu „Gunboat G4: Revolutionärer Cruiser – Fahrtentörn auf Flügeln mit über 40 Knoten“

  1. avatar Alex Lang sagt:

    Ich sollte mal wieder Lotto spielen…

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    • avatar Kluchschieter sagt:

      Habe ich probiert, hat nicht geklappt 🙁

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  2. avatar jorgo sagt:

    Sozusagen der A-Cat für reiche Familien, was?
    Vaddern steuert und Muttern trimmt die Flügel, während die Kids im anderen Rumpf friedlich spielen.
    Kurz nach mittag dann schon Bornholm querab, oder was!?

    Ich glaub das erst wenn ich es gesehen habe …. es klingt einfach zu phantastisch.
    Normalerweise schliessen sich hoher Komfort und exorbitante Leistung aus.
    Wenn er überhaupt mal fliegt, dann bestimmt nicht mit dem Urlaubsgepäck einer ganzen Familie…
    Physikalisch gesehen gibt es eigentlich keine Wunder.

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  3. avatar x-claim sagt:

    “Nee klar” – wir sind ja allesamt gewohnt mit 40kn über See zu gondeln, wird schon irgendwie gut gehen. Was für ein dummes und gefährliches Konzept. Alle die hier Hurra! rufen sollten sich einfach mal die vielen überforderten Skipper in den sommerlichen Häfen in Erinnerung rufen – und denen jetzt in Gedanken mal diese “40Kn Bratze” unterschieben – Halleluja!

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  4. avatar Schnappi sagt:

    Ein gut bezahltes und sicher qualifiziertes Team von Neuseeländern auf dem AC 72 konnten den Tauchmove nicht verhindern, aber Papi am Steuer mit Mutti am Flügel … sind die Kinder beim spielen angeschnallt?
    Stell mir auch gut vor, wenn Papi während Mama kocht eine Welle schief erwischt … wo dann wohl die Nudeln sind … Und überhaupt, 40 knt? Da bekomm ich ja Angst wenn so ein Teil in der Nähe ist.

    ^^

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