Havarie: Deutsches Aussteiger-Paar mit ramponiertem Katamaran in Ägypten gestrandet

Ein Unglück kommt selten allein

Havarie, Rotes Meer, pleite, Katamaran

Mehr Pech in Folge geht nicht: Blanke und seine Lebensgefährtin Nathoen vor der ramponierten “Mango One” © privat

Eigentlich wollten sie nach Thailand. Im Roten Meer liefen sie auf ein Riff, die Rettungsaktion ging gehörig schief. Und die Versicherung? Zahlt nicht für dieses Seegebiet.

Warum muss eigentlich zwingend alles schief gehen, was schief gehen kann? Genau diese Frage stellen sich wohl Ingo Blanke und Paichaya Nathoen derzeit immer wieder aufs Neue. Warum nur ist auf Murphy’s Law so unerbittlich Verlass? 

Denn was dem Hannoveraner und seiner thailändischen Lebensgefährtin auf ihrem Törn in ein neues Leben passierte, ist eine derart unglückliche „Verkettung widriger Umstände“, wie man sie eigentlich nur aus zweitklassigen Action-Filmen kennt. Doch für die beiden (nun verhinderten) Aussteiger sind sie bittere Realität geworden. 

Alles Geld steckt im Boot

Ihre Geschichte beginnt wie die Hunderter segelnder Aussteiger. Blanke, der unter anderem bei der Staatsoper und im Staatstheater Hannover als Serviceleiter arbeitete, hatte den Plan, gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Paichaya Nathoen nach Thailand auszuwandern. Dort wollten sie entlang der Westküste auf ihrem Katamaran „nachhaltige Reisen“ für Touristen anbieten, ferner waren diverse Umwelt- und Tierschutzprojekte geplant. 

Die beiden steckten ihre gesamten finanziellen Mittel (150.000 Euro) in den Fountaine Pajot-Katamaran „Mango One“, mit dem sie auf eigenem Kiel In Richtung neuer Heimat segeln wollten. 

Mitte September legten sie ab und schipperten von ihrem Starthafen an der türkischen Ägäis-Küste nach Zypern, weiter nach Israel und schließlich nach Ägypten, wo sie durch den Suezkanal das Rote Meer erreichten. 

Alles ging schief

Dort nahm das Unglück seinen Anfang. In der Nacht zum 1. Oktober fuhr die „Mango One“ auf ein Riff. Kurz zuvor sei das „GPS ausgefallen“, die „Strömung habe ihre Richtung geändert“, der Wind sei „plötzlich aufgefrischt“ und eine Untiefentonne vor dem Riff sei „unbeleuchtet gewesen“, wie Blanke gegenüber der Hannoveraner „Neuen Presse“ erklärte. 

Die beiden Aussteiger saßen fest – wenn auch die Schäden am Boot nicht allzu groß gewesen seien, berichtete Blanke später. Also setzte er einen Notruf ab, auf den die Ägyptische Marine reagierte. 

Havarie, Rotes Meer, pleite, Katamaran

Mast wiederverwendbar? © privat

Mit einem Schlepper zogen sie die havarierte „Mango One“ vom Riff, um sie für Reparaturarbeiten  in den nächsten Hafen zu bringen. Doch bei dieser Rettungsaktion kam es dann zu einer Beinahe-Katastrophe: 

Die Schleppleine wickelte sich um die Schiffsschraube des Schleppers, der Katamaran wurde in Sekundenschnelle an den Schlepper herangezogen und krachte mit beiden Bugspitzen in dessen Heck. 

Sofort brach der Mast, es kam zu einem Wassereinbruch – der Traumkatamaran war gelinde gesagt stark ramponiert. Doch damit nicht genug. Bei dem Unfall verletzten sich zwei Crewmitglieder der ägyptischen Marine, der Einsatzleiter habe nur „knapp überlebt“. 

Alles verloren?

Erst als die „Mango One“ schließlich in einer Hafenanlage der ägyptischen Touristen- und Hafenstadt Hurghada auf dem Trockenen lag, wurde das gesamte Ausmaß des Schadens offensichtlich. Blanke bezifferte gegenüber der Neuen Presse die Reparaturkosten auf mindestens 35.000 Euro. 

Eigentlich ein Fall für die Versicherung. Doch in der abgeschlossenen Police sind vier Gebiete auf den Meeren und Ozeanen vom Versicherungsschutz ausgenommen. Eines davon ist das Nördliche Rote Meer.

Havarie, Rotes Meer, pleite, Katamaran

Nach Havarie und missglückter Rettungsaktion sitzen die beiden mit Katze im ägyptischen Hurghada fest © privat

„Wir sind pleite und sitzen in Hurghada fest,“ sagt Ingo Blanke. Man habe tatsächlich nahezu ALLE finanziellen Mittel in den Katamaran gesteckt und lebe nun von fünf Euro am Tag. Die beiden hoffen auf monetäre Unterstützung von Freunden, Bekannten und der Segelszene. Dafür haben sie bei PayPal einen Spendenaufruf ins Internet gestellt.

Bisher sind mit kleinen Spendenbeträgen knapp 3.000 Euro zusammengekommen – bis zum Ende der Einzahlungsfrist (=Jahresende) hoffen Blanke und Nathoen auf das Dreifache. So könne dann „Mango One“ zumindest notdürftig repariert werden und sicher Richtung Asien weitersegeln.  Den Traum vom Aussteigerleben in Thailand wollen sie jedenfalls nicht aufgeben. Und auf keinen Fall zurück nach Deutschland. 

Spendenkonto

Spenden

Ein Kommentar „Havarie: Deutsches Aussteiger-Paar mit ramponiertem Katamaran in Ägypten gestrandet“

  1. avatar Thomas sagt:

    Könnten Ingo und Paichaya noch ein andere Spendemöglichkeit einrichten (z.B. GoFundMe). Ich würde unterstützen, habe aber KEIN PayPal Konto und möchte (werde) auch keines eröffnen.

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

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