Havarie im Mittelmeer: Wie Retter das Rigg von einer Oceanis 38.1 schneiden

Mast über Bord

Nicht schön, wenn das Rigg von oben kommt. Die sechsköpfige Crew einer 11 Meter langen Beneteau Oceanis hat vor der südfranzösischen Küste eine dramatische Rettungsoperation erlebt.

Es passierte vor der südfranzösischen Küste östlich der Insel Ile du Levant. Auf der Oceanis 38.1 “Limoncello 2” stürzte der Mast ins Wasser. Bei Wind um 30 Knoten gab das Rigg aus noch unbekannten Gründen dem Druck nach.

Ein Boot der französische Seenotrettungsorganisation Société Nationale de Sauvetage en Mer (SNSM) machte sich von Cavalaire auf, der sechsköpfigen Crew zu Hilfe zu kommen. Die Helfer überzeugten sich davon, dass die sechs Besatzungsmitgliedern unversehrt waren und begannen dann damit, das Rigg zu sichern.

Mastbruch auf einer Oceanis 38.1. Ein Retter ist zum Schiff geschwommen. © SNSM CAVALAIRE

Zwei Rettungstaucher versuchten möglichst schnell, die Überreste des Mastes und der Takelage zu kappen, damit der Rumpf im Wellengang keinen Schaden nimmt. Der Wind hatte auf 15 Knoten abgeflaut und in Lee der Insel hatte sich der Wellengang auf 1,5 bis 2 Meter beruhigt. Dennoch dauerte es rund 40 Minuten, bis die Gefahr einer Leckage gebannt war. Die beiden Retter beeilten sich bei der Arbeit im Wasser, weil ein erneutes starkes Auffrischen des Windes vorhergesagt war.

40 Minuten dauert es, mit vereinten Kräften das Rigg im Wasser loszuschneiden. © SNSM CAVALAIRE

Der Einsatzleiter Cyril Grimal erklärt im Video, dass die Retter in solch einem Fall keine Rücksicht auf eine Sicherung des Materials nehmen können. “Wir versuchen natürlich zu retten, was zu retten geht, aber das ist nicht unsere Priorität. Wir müssen aufpassen, dass keine Menschen verletzt werden und dass die gebrochenen Teile nicht den Rumpf beschädigen. Es geht auch um die Sicherheit der Taucher, die sich in der Nähe des Rumpfes befinden.”

Die Retter entfernen die letzten Reste. Nur die Genua bleibt einigermaßen unbeschädigt. © SNSM CAVALAIRE

Schließlich konnten allein das Vorsegel, der Großbaum und ein Spibaum gesichert werden. Der Rest ging auf Tiefe. Der Havarist wurde schließlich in den Hafen von Cavalaire geschleppt. Offenbar hatten sich Teile des Riggs in der Schraube verfangen und konnten im Seegang nicht schnell entfernt werden.

Die Oceanis wird in den Hafen von Cavalaire geschleppt. © SNSM CAVALAIRE

 

Ein Kommentar „Havarie im Mittelmeer: Wie Retter das Rigg von einer Oceanis 38.1 schneiden“

  1. avatar quatschkopf sagt:

    “… hatte sich der Wellengang auf 1,5 bis 2 Meter beruhigt.”
    Die 60m messende 38 Fuß Yacht steckte das locker weg

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