Jedermann-Foiler: Waszp Motte am Gardasee – Deutscher Liga-Meister hat sie getestet

Laser unter den Foilern

Die Waszp ist entwickelt worden, um neue Olympiaklasse zu werden. Die Liga Champions aus Bayern haben den Foiler am Gardasee getestet. Wieviel “Jedermann” steckt tatsächlich drin?

Flügel-Motten sind die Objekte der Begierde für viele sportliche Segler. Aber der Preis für die schnellsten Neubauten nähert sich langsam der 30.000 Euro Marke. Nach wie vor schreitet die Entwicklung in der Konstruktionsklasse rasant voran. Immer noch werden die kleinen Flitzer jede Saison etwa einen Knoten schneller.

Da sehnt sich die Szene nach einem Innehalten, dachte sich Moth-Vordenker Andrew McDougall. Der Erfinder der Mach2 Moth, die einige Zeit lang, die schnellste Konstruktion war, steckte seine Schaffenskraft fortan in einen Onedesign-Foiler nach dem Vorbild der Moth. Er nannte sie Waszp, sie soll mit etwa 12,000 Euro weniger als die Hälfte der aktuellen Motten kosten und den Markt erobern. Quasi ein Laser unter den Foilern.

Inzwischen wird das Schiffchen auch in Europa gesegelt. Und beim Stickl Sportcamp am Gardasee sind mehrere Waszp im Einsatz. So folgte der Deutschen Meister und Championsleague-Sieger vom Deutschen Touring Yacht-Club einer Einladung seines Sponsors BMW, um die Schiffchen auszuprobieren.

Jonas Vogt, der frisch vom überraschenden Championsleague-Sieg in Porto Cervo zum Gardasee anreiste, beschreibt für SegelReporter, wie sich die kleinen Flieger anfühlen:

“Das war eine Riesenerfahrung für uns. Schon am ersten Tag sind wir gleich abgehoben. Aber da haben wir noch viel Wasser geschluckt und wurden teils unsanft abgeworfen. Am zweiten Tag waren nachmittags die Wellen schön klein und mit 10-12 Knoten herrschten perfekte Bedingungen.

Spaß ist, denke ich, bei jedem Foiler garantiert. Aber im Unterschied zur Quant und Motte ist diese Wazsp total sicher, weil die Wanten fehlen. Bei einem Stecker rutscht man einfach nach vorne ins Wasser und bleibt nicht schmerzhaft am Want hängen.

Am Anfang ist das Segeln super anstrengend, und man ist nach gefühlten 10 Minuten total platt. Aber man gewöhnt sich sehr schnell.

Wie beherrschbar das Schiff für den Normalo-Segler kann ich nicht so genau sagen. Unser Coach vor Ort meinte, er hätte einen Kurs gehabt, in dem von 50 Seglern am Ende nur einer gefoilt ist. Wir sind dagegen gleich am Anfang abgehoben, wenn auch erstmal in instabiler Flugphase. Ich glaube man sollte viel Jollenerfahrung und eine gute Fitness mitbringen. Zum Training ist der Gardasee wahrscheinlich der beste Ort.”

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6 Kommentare zu „Jedermann-Foiler: Waszp Motte am Gardasee – Deutscher Liga-Meister hat sie getestet“

  1. avatar Marc sagt:

    Hmm unter einem Testbericht verstehe ich mehr als zwei Sätze. Schade, ist ein interessantes Thema. Gerade den “Durchschnitts” Jollensegler interessiert ja, ob so ein Foiler wirklich eine Alternative für Laser, 2 Mann Trapez Jolle und Co ist.
    Mich würden Erfahrungen auf kleineren Revieren mit unkonstansten, drehenden Winden interessieren. Also typische Baggerlochbedingungen. Geht das mit genug Training/Können/Erfahrung oder ist so etwas unsegelbar?

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

  2. avatar Jörg Gosche sagt:

    Foilen auf unkonstanten Revieren macht wenig Spaß! So lautet mein Fazit nach einer Saison Foiling A cat. Unter relativ gleichmäßigen Bedingungen ist es für geübte und halbwegs talentierte Segler recht schnell erlernbar und macht Große Freude.

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  3. avatar M. sagt:

    Marc, sehe ich auch so – defacto ist es hier aber eine BMW Werbung mit “etwas Foilen” nebenbei.

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  4. avatar Martin sagt:

    ich find das Ding cool – 12000 Eur sind aber noch immer weit über meiner Schmerzgrenze. Damit sich sowas viral verbreitet, müsste der Preis noch deutlich runter. Sonst kann wieder keine ordentliche Regatta-Szene entstehen, in 1,5 Jahren kommt das nächste Gerät auf den Markt, die Szene ist kaputt und 12.000 im Mistkübel. Hatten wir das Spiel nicht schon mal mit dem Bladerider?!

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    • avatar Manfred sagt:

      @ Martin: Du kannst mit dem Bladerider immer noch mitfahren. Machen doch einige bei den Regatten und da ist häufig mehr drin als ein Mittelplatz. Kommt eben auf den Segler und auf die Anzahl der Trainingsstunden an!

      Solltest Du Dich natürlich gleich unter den Top 10 auf der Welt einordnen, wäre ein aktuelles Modell sicher besser als der robuste und beliebte Bladerider, der ja nun auch schon ca. 8 Jahre auf dem Buckel hat. Modifizieren (basteln) gehört übrigens in einer Konstruktionsklasse dazu um aktuell zu bleiben. Kannst das Geld natürlich auch für ne Kühlschrank Tür ausgeben bevor du es im Mistkübel versenkst.

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      • avatar Martin sagt:

        @Manfred: hast sicher recht! Ich wollte aber nicht auf die Vor- und Nachteile einer Kunstruktionsklasse hinaus. Die ganze Foiling-Technologie wäre nicht da, wo sie heute ist, wenn nicht die Motten-Experten in ihren Garagen großartige Entwicklungsarbeit geleistet hätten! Wir reden hier aber davon, dass eine Einheitsklasse etabliert werden soll. Wenn ich mich recht erinnere, hat Bladerider damals auch großspurig verkündet, dass sie eine Einheitsklasse bilden wollen und das ganze dann auch noch olympisch machen wollen.

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