Jules Verne Trophy: Mastbruch auf “Spindrift 2” – Maxi Trimaran zurück nach Brest geschleppt

Vor dem Start gescheitert

Auf dem 40 Meter Trimaran Spindrift ist auf dem Weg zur Startlinie des Jules-Verne-Rekordversuchs der Mast gebrochen. Skipper Yann Guichard ist mit seiner 11köpfigen Crew in Sicherheit.

Dieses Unternehmen steht wahrlich unter keinem guten Stern. Nachdem Yann Guichard schon den ersten Versuch abgebrochen hatte, um die Jules Verne Trophy, für die schnellste Segelzeit um die Welt zu erreichen, ist er nun auch beim zweiten Versuch spektakulär gescheitert.

Jules-Verne

Spindrift auf dem Weg zur Jules-Verne-Startlinie kurz vor dem Mastbruch. © Chris Schmid / Spindrift racing

Schon auf dem Weg vom Hafen in Brest zur Startlinie zwischen Ushant (Frankreich) und Lizard Point (England) ist das Rigg des Spindrift-Trimarans über Bord gegangen. Bei 15 bis 18 Knoten Speed in 30 Knoten Wind aus westlicher Richtung kippte der Mast ohne Warnung nach Lee. 

Der Maxi-Trimaran ohne Rigg. © Chris Schmid / Spindrift racing

“Alles passierte so schnell”, sagt der Skipper. “Die Crew ist in Sicherheit. Die Bedingungen waren eigentlich nicht besonders extrem. Wir segelten mit zwei Reffs und der J3 Fock. Es zu früh, um zu sagen, was genau passiert ist. Wir mussten das Rigg lösen, um das Boot für den Schlepp zu sichern. Der Mast soll aber geborgen werden.”

“Spindrift 2” ist nun mit der zwölfköpfigen Crew zurück nach Brest geschleppt worden.

“Dieses Wetterfenster war unsere letzte Chance. Es ist eine große Enttäuschung für das gesamte Team. Wir haben das Boot so lange optimiert und dann kollabiert alles in wenigen Momenten.

Skipper Yann Guichard. © Chris Schmid / Spindrift racing

Yann Guichard hatte zuvor bekannt gegeben, dass das aktuelle Wetterfenster zwar nicht ideal sei, man aber nach zwei Wochen im Standby-Modus, die Chance nutzen wolle. Die Wetterdaten hatten vorhergesagt, dass der Äquator in knapp über fünf Tagen erreicht werden könnte und ein Polster. Dann hätte man ein Zeit-Polster von gut zehn Stunden zu Francis Joyons Zeitvorgabe. Dann wollte man ein Tiefdruckgebiet vor der Küste von Brasilien erreichen, die eine schnelle Passage des Südatlantiks ermöglicht hätte Richtung Kap der Guten Hoffnung.  

Das Auslaufen von “Spindrift 2”

Es ist ein Rätsel, wie solch ein Schaden so früh bei einem solchen Rekordversuch passieren kann. Schließlich hat man während der langen Wartezeit genug Möglichkeiten, das Material in Schuss zu halten und wird nicht von einem festgelegten Startzeitpunkt unter Druck gesetzt.

Wenn der Mast schon auf dem Weg zur Startlinie über Bord geht, ist das wahrlich kein gutes Zeichen für einen solchen Rekordversuch. Was wäre dann erst im Southern Ocean passiert. Es hat den Anschein, dass mit diesem Mastbruch das unrühmliche Ende eines großen Bootes gekommen ist. Schwer vorstellbar, dass das Projekt noch einmal in den Zustand versetzt wird, um in Bestszeit um die Welt zu segeln.

 

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Carsten Kemmling

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