Katastrophe: Segler versorgen Bevölkerung nach Vulkanausbruch – St. Vincent unter Asche

Erste Hilfe von Bord

Nach einem Vulkanausbruch auf den Antillen-Insel St. Vincent ist die gesamte Insel von einer meterdicken Staub- und Ascheschicht bedeckt. Segler helfen bei der Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln.

Bilder sagen mehr als Worte. Insbesondere bei Naturkatastrophen trifft dies zu – wie etwa zuletzt beim Ausbruch des Vulkans La Soufrière auf der kleinen Antillen-Insel St. Vincent. Aschewolken stiegen bis auf 6.000 Meter Höhe in den Himmel.

Die Situation vor Ort ist buchstäblich unbeschreiblich – hohe Asche und Staubschichten machen die Insel zumindest momentan unbewohnbar, das Ausmaß der Verwüstung lässt sich noch nicht beziffern. Tausende Bewohner haben die Insel mittlerweile verlassen oder mussten unmittelbar nach dem Ausbruch auf die andere Inselseite oder benachbarte Inseln evakuiert werden, da Vulkanologen weitere Ausbrüche befürchteten. Ein Wunder, dass bei dieser Naturkatastrophe nach Aussagen der örtlichen Behörden bisher keine Menschen ums Leben kamen.

Teils abenteuerlich beladen schippern die Yachten Richtung St. Vincent – hier die Ganesha © yoann/clothilde/FB

Bei ersten Evakuierungs-Aktionen wurden 30.000 Bewohner mit Karibik-Kreuzfahrtschiffen und Superyachten, die sich zum Zeitpunkt des Ausbruchs in der Nähe befanden, an sichere Orte gebracht.

Doch nicht alle wollten ihr Zuhause verlassen. Offenbar aus Angst vor Plünderungen, aber auch um gleich bei den ersten Aufräumarbeiten mitwirken zu können, blieben Tausende in ihren teilweise verschütteten Häusern zurück. Aufgrund zu erwartender starker Regenfälle, sind diese Menschen und ihre Dörfer nun von Schlammlawinen bedroht.

Die UNO hat zwar wenige Tage nach der Katastrophe die Lieferung von Hilfsgütern angekündigt, doch die ersten Hilfsmaßnahmen wurden vor allem von Seglern geleistet. Sie brachten Lebensmittel und vor allem Trinkwasser nach St. Vincent gebracht.

Die Community berichtet von täglich Dutzenden Yachten und Booten, die von den benachbarten Inseln – u.a. vom 80 Seemeilen entfernten Martinique – nach St. Vincent segeln. An Bord haben die Langfahrt- und Blauwasser-Segler und lokale Skipper auf vielen (derzeit ungenutzte) Charter-Booten tonnenweise gespendetes Wasser und Lebensmittel.

Die Segel-Community in der Karibik hilft spontan © clothilde/yoann/Facebook

Teils abenteuerlich überladen segelt oder motoren die Yachten mit ihrer Fracht nach Kingston auf St. Vincent, wo sie bereits von den Bewohnern der Insel zum Löschen der Ladung erwartet werden. Denn die Boote dürfen wegen der Pandemie jeweils nur für wenige Stunden anlanden. Die Segler sollen ihre Yachten so selten wie möglich und nur unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen verlassen. Ein Corona-Ausbruch unter der Bevölkerung von St. Vincent respektive Kingston wäre fatal.

Das Poster kann für einen Spenden-Beitrag von 25-35 Euro bestellt werden © clothilde/Yoann/Facebook

Die französischen Blauwassersegler Yoann und Clothilde, die eigentlich zurzeit auf Martinique mit ihrer Stahl-Langfahrtyacht „Ganesha“ Segelkurse geben zur Aufbesserung ihrer Reisekasse, haben sich besonders engagiert. Sie segelten bereits mehrfach mit bis zu drei Tonnen Ladung (Lebensmittel, Wasser, Hygieneartikel) nach St. Vincent.

Außerdem startete Grafikerin Clothilde eine Spendenaktion: Sie entwarf ein Poster, das für 25 bis 35 Euro im Internet gekauft werden kann. Der Reinerlös wird zur weiteren Versorgung mit Lebensmitteln und Wasser der Menschen auf St. Vincent verwendet.

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Posterbestellung: humanit.art.saintvincent@gmail.com

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