Kaventsmann: Zerstörer rettet 14 Segler aus Seenot – 60 Fußer versenkt

Die Navy - der Freund und Helfer

Die Crew der “Clyde Challenger” hat die Rettungsinsel schon vorbereitet. © Royal Navy

Die HMS Dragon der britischen Marine ist der ehemaligen Clipper Racing Yacht “Clyde Challenger” zur Hilfe gekommen, nachdem das Schiff mit 14-köpfiger Besatzung in eine schwere Notlage geraten war. 

Die Yachten des Clipper Race sind einiges gewohnt. Alle zwei Jahre werden sie von Amateur-Crews im Wettkampf um die Welt geprügelt. Aber auch sie sind gegen Schiffbruch nicht gefeit. So ist der 60 Fußer “Clyde Challenger” auf dem Weg von den Azoren nach England in schwere Seenot geraten.

Die Crew berichtet, dass sie von einem sogenannten Kaventsmann erwischt worden sei, einer großen Welle, die dem vorherrschenden Seegang nicht folgt. “Sie kam aus entgegengesetzter Richtung im Vergleich zu den anderen Brechern”, sagt Skipper Roy Graham (66). “Sie warf uns auf die Seite, so dass die Saling ins Wasser schlug. Dabei brach der Mast auf Deckshöhe.”

Die Übernahme der Clipper-Crew. © Royal Navy

Graham setzte einen Notruf ab, und die britische Küstenwache schickte eine Propeller-Maschine vom Typ RAF C130 Hercules in das Gebiet und so konnte die Yacht genau lokalisiert werden. Frachtschiffe wurden zu dem 60 Fußer umgeleitet, aber bei den harten Bedingungen konnte keine Übernahme der Segler stattfinden.

30 Knoten Speed

Schließlich machte sich der Zerstörer HMS Dragon mit Höchstgeschwindigkeit auf den Weg durch die Dunkelheit. Die 190-köpfige Besatzung benötigte für die 500 Meilen gut 20 Stunden, um bei einem Speed von 30 Knoten in aufgewühlter See den Havaristen zu erreichen. Der britische Armed Forces Minister Mike Penning sah bei der Hilfeleistung offenbar die Chance, auf die Präsenz der Marine hinzuweisen.

Der 152 Meter lange Royal Navy Zerstörer HMS Dragon.© Royal Navy

Er sagt britischen Medien: “Dieser Beitrag der HMS Dragon zeigt, dass die Royal Navy auf ihre Arbeit vorbereitet ist und bei allen Bedingungen den gewissen Unterschied ausmachen kann.” Das könne bedeuten, Seglern in Not zu helfen, oder die Überwachung der Seewege zum Schutz der britischen Wirtschaft .

Die Crew der “Clyde Challenger” wurde mithilfe der Zerstörer-Beiboote abgeborgen. Sie wird nun nach Lissabon gebracht. Das Schiff musste versenkt werden. Die Seeventile wurden geöffnet. Das Schiff konnte nicht geborgen werden und hätte ein zu großes Hindernis für die Schiffahrt dargestellt.

Bei der 60 Fuß Yacht handelt es sich um eines der acht inzwischen ausgemusterten Schiffe der Clipper Flotte aus erster Generation. Sie waren von 1996 bis 2002 alle zwei Jahre im Einsatz. Danach wurden viermal 68 Fußer benutzt, und 2013 sowie 15 ist eine neue Flotte 70 Fußer im Einsatz. Das nächster Clipper Round The World Race startet im August 2017. Eine Teilnahme an allen Etappen kostet rund 58.000 Euro.

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Carsten Kemmling

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