Kielboot-Foiler: Gonet Monofoil greift Bol d’Or an – Monnin hofft auf gutes Flug-Wetter

"Große Fortschritte"

Gonet Monofoil, Monnin

© Loris Von Siebenthal

Es gibt nun wahrlich genug Segelboote, die sich auf Tragflächen heben. Aber dieser Schweizer Hybrid kommt einem herkömmlichen Segler und der Vision vom nächsten America’s Cup schon sehr nahe.

Gonet Monofoil, Monnin

Doppeltrapez hinter dem Foil. © Loris Von Siebenthal

Nach dem ersten Test-Monat mit dem Gonet Monofoil auf dem Vierwaldstättersee hat die Gruppe um den schweizer Duell-Spezialisten Eric Monnin – er verteidigte über Pfingsten den Sieg beim Match Race Germany – offiziell bei den Genfer-See Langstrecken gemeldet.

Am Wochenende steht die Geneva-Rolle-Geneva an, die ein guter Gradmesser für den Saison-Höhepunkt Bol d’Or Mirabaud ist, die am 9. Juni startet. “Wir sind immer noch weit davon entfernt, das Potenzial des Schiffes ausszuschöpfen”, sagt Designer Monnin. “Aber wir haben in den vergangenen Wochen große Fortschritte gemacht. Einige Dinge konnten wir noch verbessern, so segeln wir jetzt mit einer leichteren Kielbombe. Nun freuen wir uns auf die ersten Regatten am Genfer See.”

Gonet Monofoil, Monnin

Der Klapp-Mechanismus für die beiden Tragflächen. © Loris Von Siebenthal

Die Testphase habe das Vertrauen in das Boot gestärkt. Es sei gut gebaut und kann auch härtere Windbedingungen aushalten. Das war nicht immer der Fall für Extremkonstruktionen, die groß angekündigt die Rekorde auf den Seen brechen wollten, aber dann mit den Flauten oder Stürmen nicht zurecht kamen.

Gonet Monofoil, Monnin

Das gebogene Foil ist im Rumpf verankert, wird aber noch vom Arm an Deck kontrolliert. © Loris Von Siebenthal

“Das Boot verhält sich gerade im Flugmodus sehr gut und fühlt sich selbst bei 25 Knoten Speed nicht unsicher an. Es ist sehr stabil wir haben es auch schon bei Starkwind ohne Probleme gesegelt.”

Gonet Monofoil, Monnin

© Loris Von Siebenthal

Der Gonet Monofoil habe durchaus Potenzial, die Bol d’Or zu gewinnen, aber  Monnin möchte im Vofeld keinen Druck aufbauen. “Wir sehen uns bei diesen Regatten als Pioniere. Und wenn die Bedingungen passen, werden wir auf ein gutes Reslutat abzielen. Aber es ist das Ziel, unsere Design-Entscheidungen zu bestätigen und die Leistungsfähigkeit mit anderen Booten zu vergleichen. Wir sind nie bei Wellengang gesegelt und werden bei mittleren Wind-Bedingungen gegen die großen Yachten nicht gut aussehen, wenn wir nicht foilen können.”

Ob Monnin auch den America’s Cup im Kopf hatte, als er das Projekt startete? Damals konnte er noch nicht wissen, dass die Neuseeländer einen Monohull-Foiler zum Cupper machen würden. Nun wäre der Schweizer bestens aufgestellt mit den Design-Erfahrungen aus dieser Arbeit. Und mit Enersto Bertarelli stände auch ein interessierter Cup-Finanzier bereit. Es würde alles so gut für eine neue Alinghi-Herausforderung passen. Aber diese Entwicklungen passen nur scheinbar zusammen. Berterelli ist nicht interessiert.

Gonet Monofoil, Monnin

Das große offene Cockpit. © Loris Von Siebenthal

 

Technical specifications:

  • LOA: 8m

  • Breite: 2.5m

  • Leergewicht: 850kg

  • Masthöhe: 12.2m

  • Großsegelfläche: 32 m2

  • Vorsegelfläche: 16 m2

  • Gennaker: 50 m2

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *