Klima-Krise: Stärkere Stürme, höhere Wellen – Auf See wird es immer ungemütlicher

Stürmische Aussichten

In den vergangenen drei Jahrzehnten ist es auf den Weltmeeren stürmischer geworden. eine neue Studie bestätigt die Befürchtungen, dass es auf dem Wasser extremer wird.

Robert Redford im Sturm

Filmszene. Redford wird von einem schweren Sturm heimgesucht. © Lionsgate

Untergänge, Notfälle, Abbergungen – schon jetzt kann man meinen, dass es auf See zunehmend gefährlicher wird. Der Eindruck kann mit der vermehrten Berichterstattung darüber erklärt werden. Besonders durch die sozialen Medien werden Informationen über Unglücke auf See schneller verbreitet. Und sie können dabei helfen, sich besser gegen die Gefahren zu wappnen.

Aber nun haben Wissenschaftler der Melbourne Universität das Gefühl mit Fakten untermauert. Ihre neue Studie belegt, dass in den vergangenen drei Jahrzehnten die Zahl der Stürme zugenommen hat und ihre Auswirkungen verheerender geworden sind. Der Grund dafür ist die globale Erwärmung.

Aufgewühlte See vor St-Guénolé in der Bretagne.

In den vergangenen drei Jahrzehnten wurden auf der ganzen Welt Steigerungen der durchschnittlichen Wellenhöhe und der Windgeschwindigkeit beobachtet, aber die stärkste Veränderung fand im Southern Ocean statt. Dort hat der Wind im genannten Zeitraum gut vier Knoten zugenommen, was etwa acht Prozent entspricht. Die maximalen Wellenhöhen sind um 30 Zentimeter (5 Prozent) angestiegen. Im Pazifik und Atlantik nahmen die stärksten Winde um etwa zwei Knoten zu.

Die Studie stützt sich auf Daten von etwa 4 Milliarden Beobachtungen, die von 31 Satelliten und mehr als 80 Bojen zwischen 1985 und 2018 gesammelt wurden. Professor Ian Young, einer der Autoren, erklärt: “Obwohl ein Anstieg von 5 und 8 Prozent nicht sehr viel erscheinen mag, werden solche Veränderungen unseres Klimas große Auswirkungen haben, wenn sie in der Zukunft anhalten.”

Gründe noch nicht genau verstanden

Die Zunahme der Wellenhöhe könne zu noch schwereren Überschwemmungen und Küstenerosionen führen. Und auch die Strukturen von Offshore-Windparks oder Bohrinseln sind größeren Risiken ausgesetzt.

Hugo Boss Wrack

“Hugo Boss” 2006 im schweren Sturm. Auf der Rennbahn um die Welt kann es noch ungemütlicher werden. © Velux5Ocean

Die Forscher betonen, dass die Beobachtungen im Einklang mit den Vorhersagen von Klimamodellen und historischen Aufzeichnungen stehen.  Die deuten darauf hin, dass bei einem globalen Temperatur-Anstieg Wetter und Stürme immer extremer wurden. Die Gründe dafür seien komplex und sind noch nicht vollständig verstanden.

So sei es auch nicht völlig klar, welche Rolle der Klimawandel für die Windgeschwindigkeit und Wellenhöhe spielt. Auch ein Zeitraum von 30 Jahren lasse immer noch Spielraum für natürliche Schwankungen. Die Veränderungen im Southern Ocean liegen wohl auch mehr an dem Loch in der Ozonschicht als an der globalen Erwärmung.

Aber die Ergebnisse deuten zweifelsfrei darauf hin, dass die Bedingungen für Schiffe besonders im Südmeer immer gefährlicher werden. Und die stärkeren Stürme erzeugen dann eben auch höhere Wellen, die sich über den Indischen und Pazifischen Ozean sowie dem Südatlantik ausbreiten.

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Carsten Kemmling

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