Klimawandel: Abstände zwischen Wirbelstürmen werden kürzer – mehr Doppel-Hurrikane

Drohende Gefahr

Mehr Wirbelstürme in kürzeren Abständen: Eine US-amerikanische Studie hat mithilfe eines Klimamodells simuliert, wie die Bedrohung durch Tropenstürme zukünftig wachsen wird.

Die Wirbelstürme Irma, Jose und Katia © lavizzara, Shutterstock

Dass die Erwärmung der Meere durch den Klimawandel die Bildung von schweren Hurrikans begünstigt und die Sturmsaison verlängert, wird schon länger vermutet. Nun haben Forscher allerdings genauer berechnet, wie sich die Häufigkeit, Verweildauer und Zuggeschwindigkeit von Wirbelstürmen an der US-Golfküste bis zum Jahr 2100 verändern könnte – mit besorgniserregendem Ergebnis.

Die Klimaexperten der Princeton University in New Jersey werteten dafür zunächst die Sturmdaten der Region von 1979 bis heute aus und simulierten anschließend mithilfe eines Klimamodells, wie sich die Situation in den kommenden Jahrzehnten entwickeln wird.

Ihrer Auswertung zufolge ist der durchschnittliche zeitliche Abstand zwischen den Hurrikans in den letzten rund 40 Jahren bereits um etwa einen Tag geschrumpft. Bei anhaltendem Klimawandel würde sich dieses Phänomen offenbar verstärken. Die Forscher rechnen damit, dass Doppel- und Tripel-Stürme, die innerhalb einiger Tage nacheinander auftreten und oft besonders verheerende Folgen haben, dann keine Ausnahmen mehr bilden. Für einen großen Teil der US-Golfküste verdopple sich das Risiko, zwei Stürme mit einer Pause von weniger als zehn Tagen zu erleben. Für Louisiana zum Beispiel hieße dies, dass derartige Doppelstürme im Schnitt alle acht statt 15 Jahre vorkommen werden. Hurrikans mit einem Abstand von 20 Tagen könnten dort sogar bald jährlich eintreten.  

Die Studie zeige nicht nur das tatsächliche Ausmaß der Bedrohung, sondern auch, wie wichtig es sei, dass es gelinge, die Infrastruktur an diese Gefahr, die durch eine Häufung von Wirbelstürmen allgemein und speziell paarweise auftretenden Hurrikans entstehe, anzupassen und zwischen den Stürmen schnell wieder aufzubauen, so die Forscher.

 

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