Kroatien: Bootsbesitzer dürfen wieder einreisen – Tourismus-Branche macht Druck

Ein Stück Normalität?

Kroatien lockert die Corona-Bestimmungen: Die Einreise ausländischer Bootsbesitzer soll ab sofort wieder möglich sein. Es gibt allerdings Bedingungen. Die Rückkehr nach Deutschland wird schwierig.

Kroatien ist bisher realtiv gut bei der Bewältigung der Corona-Pandemie voran gekommen. Die Zahl der Infizierten hält sich mit 2119 bis zum 7. Mai in Grenzen. Und seit Mittwoch gab es in dem Land mit 4, 5 Millionen Einwohnern nur sieben Neuinfektionen. Insgesamt wird die Anzahl der Todesfälle mit 85 beziffert.

Die Corona-Kurve der Neuinfektionen in Kroatien.

Angesichts der weiter sinkenden Zahlen hat sich die Regierung zu Lockerungen entschieden, die besonders auch den Tourismus betreffen. Von ihm hängt fast zu einem Fünftel das Bruttosozialprodukt des Landes ab. Deshalb überlegte man schon früh, Touristenkorridore einzurichten. Daraus ist jetzt in einem ersten Schritt eine Lockerung geworden, von der besonders Bootseigner profitieren, die ihr Schiff im Land liegen haben.

Ausländische Staatsbürger, die per glaubhaftem Dokument (Internationaler Bootsschein / Seebrief/ Liegeplatz- oder Leasingvertrag o.ä.) nachweisen können, dass sie über Eigentum, wie eine Immobilie oder eben auch ein Boot in Kroatien verfügen, dürfen nach einer persönlichen Registrierung wieder nach Kroatien einreisen. Dasselbe gilt auch für Geschäftsreisende.

Perfekter Ankerplatz in Kroatien © Sergii Gulenok, Unsplash

Das vermeldet unter anderem der in Kroatien gut vernetzte Technische Pannendienst zur See und Versicherer SeaHelp. Er bezieht sich dabei auf die Aussagen des kroatischen Innenministers während der regulären Pressekonferenz des nationalen Katastrophenschutzes am Samstag den 9. Mai.

Zwar wurden Bootseigentümer von den kroatischen Vertretern quasi in einem Atemzug mit Immobilienbesitzern als Einreiseberechtigte genannt, doch auch SeaHelp verweist darauf, dass nicht mit letzter Sicherheit geklärt ist, ob der Besuch seines Bootes in Kroatien einen triftigen Einreisegrund darstellt. Die letzte Entscheidung über die Einreise werde von der Grenzpolizei vor Ort getroffen.

Zudem besteht eine Sonderregelung für die Insel Brac, die wegen zahlreicher Corona-Infektionen derzeit unter Quarantäne steht und nicht besucht werden darf.

Der Aufenthalt in Kroatien muss unter strengen Hygiene-Vorkehrungen stattfinden. Kontakte sind soweit wie möglich zu vermeiden. Die Infrastruktur des öffentlichen Lebens wird zwar nach einem mehrstufigen Plan wieder hochgefahren, steht aber noch nicht vollständig zur Verfügung.

Probleme bei der Einreise nach Deutschland

Lange Gesichter könnte es zudem bei der Wieder-Einreise nach Deutschland geben, denn nach wie vor gilt eine internationale Reisewarnung der Bundesregierung. Die verbietet zwar das Reisen nicht generell, es gelten aber strenge Quarantäneregelungen bei der Einreise nach Deutschland.

So ist ein Aufenthalt auf – je nach Bundesland— 48 bis max. 72 Stunden zu beschränken. Andernfalls müssen sich die Reiselustigen nach der Rückkehr in eine 14-tägige häusliche Quarantäne begeben und sich beim Gesundheitsamt melden. Verstöße werden mit hohen Bußgeldern geahndet.

Zudem sollte die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass man selber während des Auslandsaufenthaltes SARS-CoV-2-Krankheitssymptome entwickeln könnte. Das würde dann die Rückreise unmöglich machen. Man müsste sich vorerst in Kroatien behandeln lassen.

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