Kroatische Halbinsel Pelješac: Revierprofil und Tipps für Segler

Höhepunkte und Gefahren

Auf der Halbinsel Pelješac in Süd-Dalmatien erwarten Segler traumhafte Buchten, steile Berghänge und köstliche Weine. Carl Victor hat alle wichtigen Infos und Tipps zum Revier zusammengefasst.

© Carl Victor

Revier: Im Sommer ein beliebtes Familienrevier. In der Vor- und Nachsaison kann es anspruchsvoll sein.
Seekarten: Delius-Klasing-Sportbootkarten Adria, Satz 8, Žirje – Split – Dubrovnik – Bar.
Nautische Literatur: Karl-H. Beständig: „Kroatien, Slowenien & Montenegro. 888 Häfen & Buchten“.
Wind & Wetter: Sonnig, heiß und meist vom Maestrale dominiert sind die Sommermonate. In der Vor- und Nachsaison können Bura, Jugo und durchziehende Fronten einem so manchen Segeltag vermiesen.
Wetterberichte: Haben wir über www.windfinder.com und über seaman.wetterwelt.de bezogen.
Leuchtfeuer & Seezeichen: Das Revier ist gut betonnt und befeuert.
Gezeiten & Strom: Der Tidenhub beträgt um 0,2 m, der Strom ist gering. Bei Bura oder Jugo kann in den Passagen zwischen den Inseln kräftiger Strom laufen.
Navigation: terrestrisch.
Beste Zeit: Mitte Mai bis Anfang Juli und September bis Anfang Oktober.
Anreise: Flug nach Dubrovnik. Transfer mit Taxi oder Bus (1x umsteigen) zur Marina.
Einreise & Zoll: EU-, aber nicht Schengenland.
Sprache: Kroatisch. Englisch wird meist gut verstanden.
Klima: Mediterran. Heiße Sommer. Weht die Bura, kann es sehr frisch werden.
Kleidung: In der Vor- und Nachsaison sollten Pullover und Ölzeug immer mit an Bord sein.
Sicherheit: Die Küstenregionen Kroatiens gehören zu den sicheren Reisezielen.
Reiseführer: Lore Marr-Bieger: „Mittel- und Süddalmatien“, im Michael Müller Verlag.

© Jan Bindseil

Windverhältnisse

Maestrale: Dieser thermische Wind setzt am Vormittag ein und erreicht am Nachmittag mit bis zu 5 Bft aus NW seine größte Stärke. Meist verabschiedet er sich mit der sinkenden Sonne. Er ist der ideale Segelwind an der dalmatinischen Küste.
Burin: Der Burin ist eine in Küstennähe ablandige Thermik, die nachts selten mehr als 2 Bft erreicht. Wird er von einer Bura verstärkt, kann er mit Sturmstärke in nach Nord offene Buchten blasen.
Bura (Bora): Dieser kühle und trockene Fallwind kann zu jeder Jahreszeit auftreten und in der Vor- und Nachsaison Sturmstärke erreichen. Man unterscheidet die „weiße Bora“ (schönes Wetter) und die „schwarze Bura“ (Schlechtwetter).
Jugo (Schirokko): Dieser warme und feuchte Wind aus SE bis S sorgt fast immer für dichte Bewölkung und viel Regen. Erreicht er Sturmstärke, baut sich schnell ein hoher Seegang auf.
Garbin: Bereits im Herbst kann dieser Vorbote eines Tiefs mit Orkanstärke aus SW blasen. Wird er angekündigt, sollte man sich in einen sicheren Hafen flüchten.
Nevera: Schwere Gewitter, Regen und Hagel, dazu stürmischer Wind mit Orkanböen, die um 180° drehen können. All das kann eine Nevera bescheren. Sie lässt sich nicht vorhersagen, doch muss man an schwülheißen Sommertagen immer mit ihr rechnen. Sie gehört zu den gefährlichsten Wetterphänomenen an der dalmatinischen Küste.

Weiße Bura – schwarze Bura

Weiße Bura: Bereits ein sich ein über Mitteleuropa nach SE ausdehnendes Hoch kann diesen Fallwind auslösen. Trifft es dort auf ein Tief über dem Mittelmeer, können die immer enger werdenden Isobaren eine Bura bewirken, die im Sommer zwar selten in der Vor- und Nachsaison jedoch häufig Sturmstärke erreicht. Besonders gefährlich für Segler sind die oft orkanartigen Böen. Eine Bura kommt fast ohne Vorwarnung und endet meist auch so. Bei einer „weißen Bura“ ist der Himmel überwiegend klar, und das Wetter bleibt sonnig.
Schwarze Bura: Eine aus dem westlichen Mittelmeer heranziehende Front oder ein sich im östlichen Teil ausdehnendes Tief bewirkt eine schwarze Bura. Die beim Durchzug der Front immer enger werdenden Isobaren verstärken sie und die Okklusion sorgt für dichte Bewölkung und nicht selten sintflutartige Regenfälle. Die höchsten Windstärken werden erreicht, wenn das Tief auf ein über Mittel- oder Osteuropa liegendes Hoch aufläuft.

Dubrovnik ist das Highlight eines Pelješac-Törns © Carl Victor

Das sollte man gesehen haben:

Dubrovnik:
Dessen Altstadt gehört zu den malerischsten des Mittelmeeres. Wer sie noch nicht gesehen hat, sollte sich dieses Erlebnis trotz der Touristenströme nicht entgehen lassen.

Ston:
Die im Mittelmeer einzigartige Befestigungsanlage und die Muschelgerichte aus den „vor der Haustüre“ liegenden Zuchtanlagen machen Ston zum Geheimtipp in diesem Segelrevier.

Orebić:
Prächtige Kapitäns-Villen vor der Felskulisse des Sv.-Illija-Berges, machen den Besuch von Orebić zu einem Erlebnis.

Potomje:
Der kleine Ort ist das Zentrum des Weinbaues auf Pelješac. Sich hier durch die Kellereien zu verkosten, ist für jeden Weinliebhaber Pflicht.

Berg Sv.-Illija:
Wer sich dieses unvergleichliche Erlebnis, die dalmatinische Inselwelt aus 961 Metern Höhe zu sehen, nicht entgehen lassen möchte, sollte sich den dreistündigen Aufstieg von Orebić auf den Sv.-Illija-Berg antun.

Der Pelješac zählt zu den bekanntesten Weinregionen Kroatiens © Carl Victor

Wichtige Tipps:

Kurtaxe:
Bei der Übernahme der Yacht wird eine Kurtaxe von 1 Euro pro Person und Tag von der Charterfirma erhoben.

Befähigungsnachweise:
Der Skipper muss im Besitz eines amtlich anerkannten Befähigungsnachweises zum Führen eines Motorbootes sein. Am ehesten erfüllt diese Anforderung der Bootsführerschein. Zumindest ein Crewmitglied muss ein Funksprechzeugnis vorweisen können. Gemäß den Vorschriften darf das Funkgerät nur von diesem bedient werden.

Bojenfelder:
Kroatien vergibt Lizenzen an Meistbieter, die aber nicht für den Zustand der Bojen und allfälliger Schäden haften. Sie können die Liegegebühren frei festsetzen. Man kommt für ein 13-Meter-Boot auf 30 bis 60 Euro pro Nacht. Im Umkreis von 150 Meter eines Bojenfeldes besteht ein Ankerverbot.

Gebührenpflichtiges Ankern:
Manche Kommunen kassieren auch fürs Ankern ab. Man sollte sich unbedingt eine Rechnung geben lassen.

Stege & Moorings von Restaurants:
An ihnen liegt man meist gratis oder gegen eine geringe Gebühr. Es wird erwartet, dass man abends zum Essen kommt.

Tanken:
Die Tankstelle in der ACI-Marina im Ombla-Fluss ist an Freitagen immer und auch sonst oft überlastet. Es kann sein, dass man Stunden warten muss. Besser man geht an die Tankstelle im Club Orsan in der Bucht nördlich von Dubrovnik.

Pekas:
Der kulinarische Höhepunkt eines Törns in den dalmatinischen Inseln ist meist dieses Schmorgericht. Dazu werden Fisch oder Fleisch (z. B. Lamm) zusammen mit Beilagen, Gemüse, Kräutern, Wein und reichlich Olivenöl in einen gusseisernen Bräter gegeben. Da dieses Gericht 3 bis 4 Stunden im Ofen schmoren muss, sollte man es immer rechtzeitig bestellen. Und dazu ein Wein des Pelješac!

Kuna:
Beim Abheben von Bargeld am Bankomat erhält man einen um bis zu neun Prozent schlechteren Kurs. Besonders übel wird einem am Flughafen mitgespielt. Es empfiehlt sich, im Supermarkt, in Restaurants, Häfen und an der Tankstelle mit EC- bzw. Kreditkarten zu bezahlen.

Ein Kommentar „Kroatische Halbinsel Pelješac: Revierprofil und Tipps für Segler“

  1. avatar meerkater sagt:

    Amtlicher Seewetterbericht und Grip Pfeilkarten auf Prognoza.hr

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