Lastensegler: Bénéteau verschifft Segelyachten per Segel-Frachter Neoline

Transatlantik-Export unter Segeln

Nach dem Autohersteller Renault hat jetzt auch die  Beneteau-Gruppe eine Partnerschaft mit dem innovativen Segel-Frachter-Unternehmen Neoline angekündigt. US-Yacht-Exporte werden ab 2021 unter Segeln abgewickelt.

Neoline, Bénéteau

So soll die geplante Verschiffung der Bénéteau-Yachten ablaufen. © Neoline

Die Bénéteau-Gruppe will in Zukunft ihre Exporte für den nordamerikanischen Markt mit einem Segelfrachter abwickeln. In einer aktuellen Mittelung heißt es:

“Fast 80 Prozent der in Europa gebauten Boote sind für den Export bestimmt. Hauptziel ist die USA. Der nordamerikanische Markt macht fast 30 Prozent unseres Umsatzes aus”, stellt die zuständige Bénéteau-Direktorin Magdeleine Allaume fest.

Neoline, Bénéteau

So wäre der Vortrieb der Neoline besonders effektiv. © Neoline

Dabei seien besonders die außergewöhnlichen Abmessungen der Yachten und ihre Sicherung auf dem Seeweg  eine echte logistische Herausforderung. Die Neoline-Schiffe können helfen, da sie besonders für die größten Beneteau-Yachten konfiguriert werden sollen.

Aber auch die ökologischen Herausforderungen spielen laut Allaume eine Rolle. “Als weltweit führender Hersteller von Freizeitsegelyachten war der Einsatz von Segeln für den Seeverkehr für uns eine Selbstverständlichkeit.”

90 Prozent weniger Emissionen

Um die Emissionen beim Seeverkehrs zu verringern, entwickelt Neoline Frachter, die hauptsächlich von Segeln angetrieben werden. “Wir haben gemeinsam einige der Schiffsmerkmale definiert,” sagt Michel Péry, der Chef von Neoline. “Darunter ihre außergewöhnliche Höhe von 9,8 Metern für den kompletten Transport der größten Yachten. Die 12,6 Meter breite Rampe bietet auch die Möglichkeit, große Katamarane zu laden.”

Der 136 Meter lange RoRo-Frachter, auf den komplette Truck-Gespanne mit ihrer Ladung fahren (Roll on Roll off) soll mit 4.200 Quadratmetern Segelfläche eine CO2-Reduktion von bis zu 90 Prozent gegenüber einem traditionellen Frachtschiff erreichen

Neoline plant, die ersten beiden Schiffe nach diesem Modell bis 2021 zu bauen und sie dann auf der Test-Strecke zwischen Saint-Nazaire in Frankreich und Saint-Pierre & Miquelon an der amerikanischen Ostküste einzusetzen.

35 Millionen Euro pro Frachter

Neoline hat in diesem Sommer die Ausschreibung für den Bau von zwei 136 Meter langen Ro-Ro-Segelbooten mit einer theoretischen Kapazität von 286 Containern (TEUs) gestartet. Der Baubeginn des ersten soll in der ersten Jahreshälfte 2019 erfolgen, der zweite in den folgenden Monaten. Die Kosten für jedes Schiff werden auf jeweils 35 Millionen Euro geschätzt.

Diese Schiffe sollen mit einer Geschwindigkeit von 11 Knoten fahren, so dass sie den Atlantik in 13 Tagen überqueren. Bei einem konventionelle Antrieb-System werden acht Tagen veranschlagt.

15 Besatzungsmitglieder sind erforderlich, um die 4.150 Quadratmeter große Segelfläche zu bedienen. Das Projekt basiert auf bestehenden Technologien wie einem unter Brücken kippbaren Duplex-Rigg, aber auch Vorrichtungen zur Verminderung der Abdrift.

 

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *