Männerfreundschaft: Hat Larry Ellison Trump den Floh vom Malaria-Mittel ins Ohr gesetzt?

Männerfreudschaft

Larry Ellison nimmt in der Krise offenbar immer näher an Donald Trump heran. Er unterstützt seinen Präsidentschaft-Wahlkampf und hilft bei der Covid-19-Bekämpfung.

Larry Ellison bei der America’s-Cup-Niederlage in Bermuda. © Daniel Forster

Jüngst hatte Donald Trump in seinen zu Wahlkampfveranstaltungen modifizierten täglichen Pressebriefings angekündigt, dass das Malariamedikament Hydroxychloroquin helfen werde, Covid-19 zu besiegen. Immunologe Anthony Fauci fasste sich vor laufender Kamera an den Kopf, und auch hinter den Kulissen des Weißen Hauses soll ein heftiger Streit entbrannt sein über die Interpretation, inwieweit das Medikament zum Heilsbringer tauge.

Aber Trump hält daran fest, sein Wundermittel präsentieren zu wollen. Auch wenn der Wirkstoff in Arizona und Nigeria in den vergangenen Tagen für Todesfälle gesorgt haben soll, wie die New York Times berichtet. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) weist darauf hin, dass sowohl Chloroquin als auch Hydroxychloroquin schwere Nebenwirkungen wie Herzschäden haben können. 

Warum setzt der US-Präsident so hartnäckig auf diesen offenbar ziemlich gefährlichen, längst nicht erforschten möglichen Rettungsweg? Schon wird spekuliert, ob es um finanzielle Interessen geht, da die Trump-Familie laut New York Times in die französische Firma Sanofi investiert haben soll, die das Medikament Plaquenil mit dem Wirkstoff Hydroxychloroquin prodziert.

“Er ist nicht der Teufel”

Aber das hört sich fast zu naheliegend, naiv und böswillig an. Deshalb kommt eine neue Männerfreundschaft ins Spiel, die offenbar zu Larry Ellison entstanden ist. Der zweimalige America’s Cup Gewinner (2010/13) und aktuell fünfttreichste Mensch der Welt rückt in Zeiten der Corona Krise offenbar immer näher an Donald Trump heran.

In einem aktuellen Forbes Interview sagt Ellison: “Wir haben immer nur einen Präsidenten auf einmal. Ich glaube nicht, dass er der Teufel ist – ich unterstütze ihn und möchte, dass er gut abschneidet.” Dabei bezieht er sich auf die Wahl im November.

Jüngs veranstaltete eine Wahlkampf-Spendenveranstaltung auf seinem Gelände zugunsten des Präsidenten. Es gab Proteste der Oracle-Mitarbeiter im Silicon Valley. 300 verließen demonstrativ ihre Arbeitsplätze. Einige verfassten eine Online-Petition gegen ihren Boss. Aber die US-Regierung unterstützt Ellison eben auch in einem Streit mit Google. Oracle hat Lizenznachzahlungen in Höhe von acht Milliarden Dollar eingeklagt.

Eine Hand wäscht die andere

Eine Hand wäscht die andere. Nun soll Larry Ellison Trump auch den Floh vom helfenden Malaria-Mittel ins Ohr gesetzt haben, wie US-Medien berichten. Offenbar hat sich der Oracle-Gründer zu einem engeren Ratgeber des Präsidenten entwickelt, als bisher bekannt war.

Und Ellison bemüht sich, dem Land mit seinen Ressourcen zu helfen. Laut Forbes geht die Zusammenarbeit von Oracle mit der Regierung auf einen Anruf zwischen Ellison und Trump zurück – Trump sagte Ellison während des Anrufs, dass die Regierung derzeit über kein Echtzeit-Verfolgungssystem für Behandlungsergebnisse verfüge. Ellison bot an, kostenlos eines einzurichten.

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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