Mann über Bord: Österreicher unter Mordverdacht auf Seychellen

Unfall, Tobsucht oder Mord?


Die Geschichte, oder zumindest der bekannte Teil, ist schnell erzählt: Ein Tauchlehrer aus Österreich lernt auf Sri Lanka einen britischen Weltumsegler kennen. Beide beschließen, einen Teil der Umrundung im Indischen Ozean gemeinsam zu erleben. Der 36 jährige Wiener kann noch nicht segeln, wird aber von dem Briten auf See in die Praxis eingewiesen.

Der Skipper stand relativ häufig in Kontakt mit seiner Familie, die vor 6 Wochen misstrauisch wurde, als er sich nicht mehr meldete. Sie alarmierte die Behörden auf den Seychellen, die prompt kurz darauf das Schiff des Briten beim Einlaufen in einen Yachthafen festsetzten. An Bord war nur der Österreicher, von dem Briten keine Spur.

Unter Verdacht im Paradies©Gerard Larose/STB


Wie mehre Medien berichten stand der Wiener Tauchlehrer sofort unter Mordverdacht, wurde am 3. Juli in U-Haft genommen. Am Wochenende kam er unter der Auflage, die Inseln nicht zu verlassen, wieder frei. Nach Informationen des österreichischen Außenamtes prüfen die zuständigen Behörden derzeit eine Anklage wegen unterlassener Hilfeleistung.

Behörden suchen weiter

Nach Aussagen der zuständigen Polizeibehörden habe der Österreicher behauptet, der Brite sei in einem Tobsuchtsanfall von Bord gesprungen. Das schließt die Familie des Skippers kategorisch aus, ebenso wie vermutete Selbstmordabsichten.

Derzeit wird das Schiff kriminaltechnisch untersucht. Was die Behörden weiterhin beschäftigt – deshalb auch die erneute Anklageprüfung – ist der nicht genutzte Rettungsring auf der Yacht und der nicht ausgelöste MOB-Modus im GPS. Außerdem sind zwei Laptops des Vermissten spurlos verschwunden.

Zu Aspekten wie Wellenhöhe und Windstärke während des MOB machten die Polizei keine Angaben. Ob der österreichische Segelanfänger überhaupt eine Ahnung davon hatte, wie ein MOB-Manöver auf See gefahren wird, ist ebenfalls unklar. Die Argumentation der Familie, der österreichische Tauchlehrer hätte dem über Bord Gefallenen hinterher springen sollen, ist allerdings unlogisch, wie jeder Segler weiß: Dann wären garantiert zwei Opfer zu beklagen gewesen.

In den kommenden 3 Wochen wollen die Polizeibehörden auf den Seychellen den Fall abschließen oder erneut vor Gericht bringen. Bis dahin ist der Wiener „so frei“ er eben in diesem Alptraum sein kann…

 

Spenden
http://nouveda.com

Ein Kommentar „Mann über Bord: Österreicher unter Mordverdacht auf Seychellen“

  1. avatar Philipp sagt:

    Ein Fall für Sherlock Holmes!

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *