“Meri Tuuli” Spendenaktion: Well Sailing sammelt für Familie des Seenot-Retters

"Selbstloser Einsatz"

Die Segelschule Well Sailing hat auf der Spendenplattform betterplace.org ein Projekt zur Unterstützung der Familie des portugiesischen Seenotretters eingerichtet, der bei der Rettung der deutschen “Meri Tuuli”-Crew ums Leben kam.

X442 "Meri Tuuli" gestrandet

Die Hamburger X442 “Meri Tuuli” auf dem Strand bei Figueira da Foz. © Polícia Marítima

In der Projektbeschreibung auf betterplace werden weitere Einzelheiten über das Unglück genannt:

“Am Nachmittag des 10.04. geriet unsere Segelyacht Meri Tuuli, 13,50 m, Typ X-442, bei vier bis fünf Windstärken aus Südwest während der Ansteuerung des Hafens Figueira da Foz in eine überraschend auftretende hohe Welle und kenterte. Vier von fünf Crew-Mitglieder wurden dabei über Bord gespült. Dem Skipper gelang es, an Bord zurückzukommen und per Seenot-Rakete Hilfe herbeizuholen. Ein portugiesisches Rettungsboot und ein Schlauchboot der Polizei liefen aus und gemeinsam organisierten der Skipper und die zur Hilfe geeilten Boote die Rettungsaktion der Crew.

Nachdem alle Crew-Mitglieder gerettet worden waren, und die Bergung der Segelyacht vorbereitet wurde, geriet das Polizeiboot in die gefährliche strandnahe Brandungszone und kenterte ebenfalls. Die Bergung der Yacht wurde daraufhin aufgegeben, um dem gekenterten Rettungsboot und der über Bord gegangenen Crew zur Hilfe zu kommen. Diese Kenterung des Polizeibootes haben ein portugiesischer Polizist und eines unserer Crew-Mitglieder nicht überlebt.

Der aufgrund seines selbstlosen Einsatzes ums Leben gekommen Retter hinterließ seine Frau und seine zwei minderjährigen Kinder, die nun insbesondere wegen der wirtschaftlichen Situation in Portugal ohne ausreichende Versorgung zurechtkommen müssen. Den Verlust eines Menschenlebens mitsamt seinen psychischen und sozialen Folgen innerhalb der Familie können wir nicht ermessen.
Mit dieser Spendenaktion wollen wir zumindest die finanziellen Probleme milndern, z.B um zu helfen, dass die beiden minderjährigen Kinder eine gute Schulausbildung bekommen.

Daher rufen wir auf diesem Wege auch im Namen der Lebensgefährtin des verstorbenen Crew Mitglieds zu Spenden für die Familie des verstorbenen portugiesischen Seenotretters auf.

An dieser Stelle ist die erlaubte Spendensumme auf 2500,- pro Quartal begrenzt. Sollte die Summe schon erreicht sein, setzten Sie sich bitte mit uns in Verbindung:
info@well-sailing.de 040 43 18 90 70
Die Spenden werden von hier aus direkt auf das Konto der Witwe des portugiesischen Polizisten überwiesen, sobald wie sie freigegeben haben.”

Spenden
http://nouveda.com

9 Kommentare zu „“Meri Tuuli” Spendenaktion: Well Sailing sammelt für Familie des Seenot-Retters“

  1. avatar Seesegler sagt:

    Es ist echt so unglaublich krass, wenn Retter Ihr Leben verlieren, weil Sie Menschen, die nur aus Jux und Dollerei unterwegs sind, helfen.

    Darf man fragen, wieso – wenn schon ein bei den vorherrschenden Witterungsverhältnissen wegen seiner Brandung berüchtigter Hafen angelaufen wird – eigentlich keiner auf dem “Segelschulschiff” wenigstens einen Lifebelt anhatte?

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    • avatar rob sagt:

      Nein das darfst du nicht fragen. Spenden hingegen darfst du, denn darum geht es hier und um nichts anderes.

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      • avatar C.F. sagt:

        Wenn ich der Verantwortliche wäre, wären mir solche Fragen auch unangenehm

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  2. avatar Lutz sagt:

    Ich bin fassungslos – und traurig!
    Da wird eine kommerziell betriebene Ausbildungsyacht in einer kritischen Situation zum Seenotfall. Neben einer anderen Person kommt ein Seenotretter beim Bergungsversuch der Yacht ums Leben.
    Und dieses kommerzielle Unternehmen Well Sailing ruft uns zu Spenden auf!?!
    Spenden für Seenotretter sind immer richtig, vor allem BEVOR jemand zu Schaden kommt.
    Hier aber kann doch gefälligst zunächst mal dieses solvente Unternehmen selbst die unglückliche und trauernde Familie unterstützen.
    Liebe Well Sailing, sollen wir vielleicht zusätzlich auch noch sammeln, um euch ein neues Boot zu kaufen, vielleicht war das alte ja unterversichert. Und dürfen wir sonst noch was für euch tun?
    Ach ja wir könnten ja einen neuen Firmennamen für euch finden.
    Wer hat Vorschläge?

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    • avatar seilor sagt:

      Well Sailing wird als verantwortungsvolles Unternehmen sicher regelmäßig eine Summe in den Spendentopf überweisen und dieses hier bestätigen … ???

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  3. avatar SR-Fan sagt:

    Das ist ja mal wieder typisch. Bevor der Rauch eines Unglücks verzogen ist, sucht der Mob nach dem Schuldigen. Irgendeiner muss sich doch finden lassen, der dafür hängt …
    Das ist in dem Kontext erstmal völlig egal. Es ist etwas Schlimmes passiert. Die Beteiligten versuchen sich in Schadensbegrenzung. Hier wird die momentane Aufmerksamkeit genutzt um einen Spendenaufruf durchzuführen, der die Geschädigten (zumindest finanziell) unterstützt. Das ist positiv zu werten. Selbstverständlich sollte auch die Firma selber etwas beisteuern – unabhängig von der Schuldfrage. In diesem Fall hat das eher etwas mit Moral zu tun.

    VG

    PS: Die Schuldfragen wird mit Sicherheit juristisch aufgearbeitet – das wird aber dauern. Außerdem glaube ich nicht, dass diese Frage so “klar ist”, wie sich das hier mancher vorstellt:
    Ich ziehe das mal in einen anderen Kontext: Es geht eine Lawine ab und begräbt eine Gruppe von Tourengehern in unwegsamen Gelände. Bei der anschließenden Rettungsaktion erfasst eine überraschend starke Böe den Hubschrauber, die Spitzen des Rotors berühren einen Fels und er muss notlanden – hierbei stirbt ein Rettungssanitäter.
    Wer ist schuld? Die Verschütteten? Der Ausbilder? Der Pilot? Die Lawine/Natur?

    Natürlich werden die Verschütteten (sofern sie rauskommen) immer in der moralischen Verantwortung stehen, dass jemand für sie sein Leben geopfert hat. Aber juristisch gesehen, haben sie ja den Tod nicht “billigend in Kauf genommen”. Das war eine Folge mehrerer unglücklicher Abläufe.

    Letztlich betrifft das jeden, der andere Personen evtl. rettet – erst recht als Beruf (z.B. DGzRS, Krankenschwestern, Berufsfeuerwehr, Polizei, Bergrettung, Katastrophenschutz, …). Diese Rettungsstation in Portugal ist genau für diese Situationen und für solche Einsätze installiert worden – das ist deren BERUF.
    Das dieser besch… bezahlt wird, die möglichen Risiken auch für die Hinterbliebenen vielleicht überhaupt nicht “kompensiert” und der Mehrwert für die Gemeinschaft nicht gewürdigt wird – das ist ein gesellschaftliches Problem, das wird Well-Sailing alleine nicht lösen können!

    (Bin nicht mit Well-Sailing “verbunden”)

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  4. avatar Jo sagt:

    Einige Leute nutzen aber auch jede Gelegenheit, um mit der moralischen Keule um sich zu schlagen…

    Hier geht es nicht um ein mögliches Verschulden (wer von den Personen, die nicht dabei waren, kann sich anmaßen, die Situation voll umfänglich zu beurteilen????), sondern wohl in erster Linie darum, zu helfen.

    Und dazu kommt – die Entscheidung, den Hafen anzulaufen (warum auch immer..), ist wohl kaum in den Räumen der Segelschule getroffen worden. Muss Herr Jeske jetzt unbedingt persönlich angegriffen werden? In meinen Augen versucht er weder etwas zu vertuschen, noch die Tragik in irgendeiner Form abzuwiegeln.

    Natürlich kann man unterschiedlicher Meinung sein, was das Auftreten der Firma nun angeht, aber ich finde es mutig und der Situation angemessen, dass Well Sailing hier nach vorne tritt. Damit stellt sich die Segelschule auch der Diskussion – viele andere in dieser Lage würden einfach abtauchen und warten, bis Gras über die Sache gewachsen ist.

    Nur der Form halber – ich habe mit Well Sailing absolut nichts zu tun.

    Gruß
    Jo

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  5. avatar Lars sagt:

    Es ist schon interessant wie sich hier die Kommentare um die Fehler und den Leichtsinn der Crew, die unanständigen Absichten von Well-Sailing (mit dem Spendenaufruf von sich abzulenken) und den Tod als Berufsrisiko eines Seenotretters drehen. Doch kein einziger der Beiträge zieht mit einem Wort die Tragik und die Folgen für die Opfer und deren Angehörige in betracht.

    Zunächst möchte ich anmerken, dass ich normalerweise nicht zu denjenigen gehöre, die jeden veröffentlichten Artikel direkt kommentieren müssen um ihren eigenen Senf dazu zu geben. Allerdings bin ich über eine vielzahl von hier geäußerten Meinungen derart schockiert, dass ich mich da nicht weiter zurückhalten will.

    Ich habe das Gefühl das die eigentliche Tragödie die sich hier ereignet hat, zu kaum einem der Kommentatoren durchgedrungen ist. Zwei Menschen sind bei diesem Unfall ums leben gekommen, beide hinterlassen Familien.
    Doch scheinbar ist der einzige Gedanke, der hier im Bezug auf die Spendenaktion gefasst wird, der, dass Well-Sailing versucht sich mit der Beschaffung finanzieller Mittel durch einen Spendenaufruf selber besser darstehen zu lassen ohne selber hohe Ausgaben fürchten zu müssen. Das ist meiner Meinung nach ein extrem rationaler und materialistischer Ansatz und ist ebenso respektlos gegenüber den Opfern und deren Familien, welche um ihre Angehörigen trauern, als auch gegenüber Well-Sailing und der Crew welche hier nicht nur ihr Boot verloren hat, sondern ebenso einen Mitsegler.
    Während dieser schweren Zeit sind diese Familien nun um so mehr auf Unterstützung angewiesen und da finanzielle Hilfe das einzige ist, was wir von hier aus bieten können, halte ich die Spendenaktion für sehr menschlich und angemessen. Darüber hinaus gehe ich davon aus, dass wir hier alle selber zu den Seglern zählen, also auch zu genau denen, für die sich im Ernstfall ebenfalls ein Seenotretter in Lebensgefahr begeben könnte um uns zu retten. Alleine aus diesem Grund finde ich es richtig, dass sich dieser Spendenaufruf an die Segler-Gemeinde wendet, denn auch wenn der Vorfall weit weg erscheint, kann sich ein vergleichbares Unglück schon morgen auf der ostsee wiederholen.

    Ganz besonders verstörend finde ich allerdings die oben geäußerten Schuldzuweisungen, seien sie jetzt an Well-Sailing gerichtet oder an den Skipper der Yacht. Nachdem zwei Menschen ihr Leben verloren haben, lässt sich natürlich von der bequemen Couch zuhause leicht urteilen, dass die Situation bei Anlaufen des Hafens unterschätzt wurde. Und ich muss zugeben, ich hätte sie sicher auch unterschätzt. Denn die Gefahr einer Kenterung ist mir höchstens von der Vendee Globe oder dem Americas Cup präsent, wohlgemerkt nach Kielverlust oder aufgrund von haarstreubenden Konstruktionen. Das bei 4-5 Windstärken dies einer X442 zum Verhängnis werden könnte, wäre mir nie in den Sinn gekommen, sicherlich auch nicht bei extremen Wellengang.

    Ich würde mir wünschen, dass die Anteilnahme und die Bereitschaft zu helfen unter den Seglern bei solchen Unfällen größer ist, als die Verlockung, sich gemeinsam in Schuldzuweisung ohne jegliches Urteilsvermögen hoch zu schaukeln.

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  6. avatar Stumpf sagt:

    Mit Unterstellungen, Verdächtigungen und Vorverurteilungen sollte man sich bei diesem Thema zurückhalten.

    Man hat wirklich den Eindruck als würde der ein oder andere unter dem Deckmantel der Anonymität jegliche Hemmungen verlieren.

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