“Meri Tuuli” Unglück: Langfahrsegler sahen Notsignal – trafen sie die Deutschen?

Trauriges Zeugnis

Die schottischen Langfahrtsegler Anne and Stuart Letton könnten die “Meri Tuuli” kurz vor dem Unfall getroffen haben. Sie selber ließen Figuera da Foz aus, weil der Hafen geschlossen gewesen sei.

Unterstütze SegelReporter

Mitglied in 5 Minuten werden und ab dann SR im Magazin-View lesen

Lieber Leser,

der SegelReporter Club wurde aufgesetzt, um neue Projekte zu finanzieren. Wir haben noch viele Ideen und großen sportlichen Ehrgeiz, den Großen die Stirn zu bieten.

Mit knapp 1,- € pro Woche bist Du bei einer
12-monatigen SR Club-Mitgliedschaft dabei.

  • Täglich alle Highlights des Segelsports, deren Erklärung und Einordnung mit einem Klick von einer deutschen Webseite
  • Ohne Beschränkungen alle SegelReporter Artikel lesen
  • Lesefreundlicheres, einspaltiges Artikel-Layout
  • Lesbar auf allen digitalen Medien

Die SegelReporter

» Fragen und Antworten zum SegelReporter Club

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

7 Kommentare zu „“Meri Tuuli” Unglück: Langfahrsegler sahen Notsignal – trafen sie die Deutschen?“

  1. avatar Ketzer sagt:

    Klar sollte man sich mit Bewertungen des Unfalls bis zur endgültigen Klärung der Sachlage zurückhalten, aber wenn man das so ließt, klingt das fast nach ‘nem Unglück mit Ansage. Traurig und schade.

  2. avatar Albers sagt:

    Die ganze Sache ist traurig für die Hinterbliebenen und zeigt auf, dass wir den Respekt vor der Natur nie verlieren sollten. Ich war selber schon mal an der Küste Portugals und kann mich erinnern, dass sehr viele Häfen bei 15-20Kn Wind dichtmachen, weil der Schwell zu groß ist und teilweise gefährliche Grundsee vor der Einfahrt steht. Die möglichen sicheren Häfen reduzierten sich bei mir damals auf eine geringe Zahl. Ich entschied draußen zu bleiben – in den allermeißten Fällen ist das auch die sicherste Methode.
    So langsam zeichnet sich ab, dass die Crew gemeinsam oder eben der Skipper allein eine falsche Entscheidung getroffen hat, weil die Risiken nicht richtig eingeschätzt/ignoriert wurden. So etwas kann, darf einem erfahrenen Mann aber nicht passieren. Wer hier etwas anderes sehen will, der verkennt die Tatsachen.

    Grüße

  3. avatar martin sagt:

    “Bei nördlichen Windrichtungen und großem Schwell würden die protugiesischen Häfen zur “No-Go-Zone”.”
    wurde falsch übersetzt. Es steht im Blog geschrieben:

    Die Windrichtung an der portugiesischer Kueste ist überwiegend nordlich.
    Deshalb sind die atlantische Marinas und Häfen in Portugal offen (m: ohne Schutz) nach Westen und Süden. Bei großem Schwell werden die protugiesischen Häfen zur “No-Go-Zone. (m: Wind war aus SW)

  4. avatar Stefan sagt:

    Wir sind selbst vor einigen Jahren bei einer Situation – 7 Bft aus SW – Nachts auf Figueira da Foz mit unserer 31 ft Yacht zu gelaufen – nach einer Kreuz von 18 Stunden haben wir uns angesichts der schweren See vor dem Hafen, der Warnfeuer an der Hafeneinfahrt und der Einträge in der nautischen Literatur dazu entschlossen in unmittelbarer Sichtweite des Hafens – schweren Herzens abzudrehen, unter kleiner Besegelung uns von der NW Huk freizusegeln und die vorangegangenen 2 Tagesetappen nach Porto zurückzulaufen. Es gibt bei dieser Wetterlage eben kaum Häfen die anzulaufen sind. Die Barre vor Figueira da Foz hat mir jedenfalls damals gehörigen Respekt abgenötigt. (Meine Crew war damals nicht sehr glücklich mit dieser Entscheidung – allein das ist nicjht der Maßstab der anzusetzen ist.) Die nautische Literatur ist wirklich eindeutig und warnt eindringlich vor dem Anlaufen vieler Häfen (so auch Fig. da Foz) bei SW Starkwind/Sturm an der portugiesischen Küste. Insoweit schließe ich mich der Einschätzung von “Albers” an, hier scheint die Schiffsführung eine Fehleinschätzung getroffen zu haben.

    • avatar Reinhard sagt:

      Ich kann Stefan und Albers nur beipflichten, dass die Lage vielleicht nicht richtig eingeschätzt wurde. Am 22.03.2006 habe ich als Skipper den Versuch Figuera da Foz am späten Nachmittag anzulaufen, abgebrochen, nachdem bei vorsichtiger Näherung die Grundseen in der Einfahrt von den Wellenkämmen aus deutlich auszumachen waren. Vor dieser Annäherung haben wir auch noch getestet, ob uns der Motor gegenan wieder wegbringen kann, um nicht angespült zu werden. Warnsignale an der Hafeneinfahrt waren nicht auszumachen. Die Crew war sauer, da sie schon Schnitzel vor Augen hatte und nun noch eine Nacht bis Leixos durchhalten musste. Die Bedingungen waren damals Wind aus West mit 7 Bft, 6 – 7 m Welle auf See. Kurz nachdem wir in gehörigem Abstand abgedreht hatten kam über Navtex die Meldung, dass der Hafen gesperrt ist. War wohl die richtige Entscheidung. Trotzdem mein Mitgefühl an alle Betroffenen, denn niemand ist vor widrigen Umständen der Natur, Materialversagen und möglichen Fehlentscheidungen gefeit. (Bavaria 42)

  5. avatar Peter sagt:

    Wir sind geschockt und traurig. Kennen Herrn Jeske erst seit 1,5 Jahren, wissen aber, dass er sich gerade wenn es um das Thema Sicherheit an Bord geht immer engagiert hat und oft mehr zu diesem Thema gesagt hat als mancher hören wollte. Das Bewußtsein für Gefahren zu schärfen wird weiter einen großen Teil seiner Arbeit ausmachen.

    Den Angehörigen möchten wir an dieser Stelle unser tiefes Mitgefühl aussprechen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

sechzehn − 3 =