Mini-Cupper segeln das Elbe-Fastnet-Race bei harten Bedingungen

Cupper kopfüber

Cupper in Tsunami-Welle auf der Elbe. © Andreas Borrink

Beim legendären Elbe Fastnet Rennen der Mini-Cupper-Segler sind zahlreiche ferngesteuerte Boote Opfer der harten Bedingungen geworden. Andreas Borrink, der in loser Reihenfolge für SR Beiträge in der Bastelecke verfasst und im Winter hin und wieder auch seinen 1,3 Meter kleinen Mini-Cupper bewegt, hat vor Ort die traurige Strandung eines seiner Kollegen fotografiert.

Er schreibt: „Es stand ziemlich viel Strom gegenan, der Kurs war Startkreuz Mühlenberger Hafen – DLRG Teufelsbrück und retour, bei Ost-Südost 3, in Böen gute 4, ablaufend Wasser.

Man kam kaum von der Mole weg, aber dann wurde es besser. Es ging nur mit ganz kurzen Schlägen unter Land im Neerstrom. Einige sind aufgebrummt, ein Kapitän hat sogar ein Vollbad genommen.

Dann kam der Dampferschwell. Der Havarist war Thomas Guttack (RL-Erster) aus Kiel, lag an fünfter Stelle. Er ist vorm Wind in die Sonne geschossen, Mast krumm, Baumniederholer ab, sonst alles heile geblieben. Von 17 Startern sind nur 6 ins Ziel, den Rest hat‘s zerrieben.“

Der Sieger Bernd Blohm schreibt in einem Artikel auf der Seite der Segler-Vereinigung Altona-Oevelgönne (SVAÖ): „Die Modellsegler mit den Mini-Cuppern (Nachbildung der 1984er „Container“) sind nahezu alle selbst Regattasegler. Wenige haben den Fastnet Rock selbst gesehen. Allen gemeinsam ist der Spaß daran, die Regattasegelei auch in Miniaturform im Winter auszuüben.

Der Minicupper bringt für viele immer noch schöne Erinnerungen an die Blütezeit des Admirals-Cup und die legendären Wettfahrten bei der Cowes Week und eben des Fastnet Race. (…)

ONSAILCTM
Der Rhythmus muss sich erst einspielen. Irgendwann bekomme ich auch die Bb Schläge hin. Immer mit quer laufender Welle aufs Land zu. Die Wellen sind für die Boote so, als wenn man in der Nordsee auf einer 35 Fuß Yacht bei 3-4m Welle segeln muss. Da geht die Brigg in jeder Boe in die Sonne, wenn man nicht aufpasst. Auf Stb ist es besser. Genau gegen die Wellen. Gut zu steuern, führt aber leider in den Gegenstrom (…)

Derweil spielen sich im hinteren Teil des Feldes Tragödien ab. Boote stranden im Dampferschwell auf den Steinen. Riggs fallen, Ruder brechen und einige unerfahrenere Steuerleute kommen einfach nicht gegen den Strom an. Die Begleitboot Crew hat alle Hände voll zu tun. (…)

Nach der Luvtonne geht nun der Ritt los. Vor dem Wind mit dem Strom. Das erste Mal, dass ich mich als Elbsegler nicht über eine solche Situation freuen kann. Ich muss nämlich laufen! Das zur Kondition und Ausdauer. Eigentlich nicht wirklich mein Thema! 2 km im Laufschritt und dabei das Modell steuern. Das Modell ist mit dem Strom schneller. Ich kann es bald kaum noch sehen.

Dabei immer durch den Sch…. Sand rennen. Zum Glück geht es Christoph hinter mir nicht besser und Michael ist schon außer Reichweite. Kurz vor dem Hafen lasse ich das Boot in die Sonne schießen und warten. Völlig außer Atem komme ich auf der Mole an und kann das Boot mit trotzdem 3 Min. Vorsprung zum ungefährdeten Sieg in den Hafen steuern. Da sage noch einer, Modellsegeln ist kein Sport.“

Mini-Cupper Klassenvereinigung

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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4 Kommentare zu „Mini-Cupper segeln das Elbe-Fastnet-Race bei harten Bedingungen“

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  2. avatar Bla sagt:

    Mit einem IOM wäre sowas vermutlich nicht passiert… ;o)

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    • avatar nis sagt:

      nee!!!, mit dem IOM wärst Du ja auch garnicht erst aus dem Hafen gekommen !!! 😉

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      • avatar andreas sagt:

        kein Modellboot hätte das überstanden, viel zu steil die Welle, praktisch vertikal und am brechen. Da kann man nur zusehen und auch brechen…….

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