Modellbootsegeln: Foiling mit Mini 40 RC Trimaran

Abgehoben

Auch beim Segeln mit ferngesteuerten Modellbooten sorgen Foils schon längst für Höchstgeschwindigkeiten. Anschauliches Video.

Die segelnde Modellbauszene versuchte schon seit einigen Jahren, ihre kleinen „Downsizer“ mit Flügeln über die Teiche und Seen rasen zu lassen. Bereits um die Jahrtausendwende brachte ein Brite seinen Mini-Trimaran zumindest auf Reachkursen zum „Abheben“, kurz darauf folgten Spanier und Franzosen mit ihren Modellbaukatamaranen (Französischer Modellbau-Trimaran von 2007).

[ds_preview]

Doch die Foils kamen – ähnlich wie zu Beginn der Rekordfahrten der großen „Hydroptère“ – nur auf relativ kurzen Streckenabschnitten, ausschließlich bei idealen Windbedingungen zum Einsatz.

Das hat sich bekanntlich mittlerweile geändert: Die bestehenden Geschwindigkeitsrekorde über 500 m und eine Seemeile wurden auf Foils erreicht, der America’s Cup auf nahezu allen Kursen auf „fliegenden“ Foil-Katamaranen gesegelt.

Die meisten Modellbausegler fernsteuern kleine Yachten der „Onemetre“-Klasse und auch die Konstruktionsklasse „A-Cat“ erfreut sich im Downsize-Modus“ international großer Beliebtheit.

Doch dank moderner Foil-Technik dürfte in Zukunft die „Mini40“- Klasse international zulegen. Der Designer Ian Holt hat der Klasse zu einer durchweg funktionierenden Foil-Technik verholfen, mit der bereits bei sehr leichten Winden „abgehoben“ wird.

Mini-40-Trimaran foilen immer besser © perthmini40man

Mini-40-Trimaran foilen immer besser © perthmini40man

Ziemlich kniffelig

Die Modellbootklasse basiert auf den großen Formula 40-Trimaranen, die in den Achtzigern vor allem in Frankreich und Großbritannien populär waren: Auseinander genommen, passten die Trimarane in einen 40-Fuß-Container.

Die Modellbau-Version wird im Verhältnis 1:10 gebaut, die maximalen Abmessungen betragen 122 x 122 cm. Im Gegensatz zu den Großen, gibt es bei den „Mini40“ Booten sowohl Trimarane als auch Katamarane in der ferngesteuerten Version.

Für die ersten auf allen Kursen erfolgreichen Foiling-Fahrten wurde allerdings ein Trimaran verwendet, weil der weniger Aufwand mit dem Rudersystem verlangt: Die zwei Ruder am Katamaran sind schwieriger per Fernsteuerung zu aktivieren, als das eine Ruder am Trimaran.

Wie “Hydroptère”

Designer Ian Holt verwendet auf seinem Mini 40 RC-Flügel-Trimaran eine ähnliche Foil-Konstruktion wie seine riesige Schwester „Hydroptère“: Das V-Konzept steht in einem 45-Grad-Winkel zu Vertikale ab und bildet laut Holt einen „glücklichen Kompromiss!“

In einem Interview erklärte der Modellboot-Designer außerdem, warum für die „kleinen Renner“ etwa die Foil-Systeme der AC-72-Renner nicht in Frage kommen. „Die America’s Cupper wiegen proportional mehr als unsere Mini40-Boote und ihre Foil-Winkel wurden von der Besatzung während der Fahrt verstellt!“

Das wäre zuviel des Guten für den Fernsteuer-Segler – wie deutlich auf dem Video zu erkennen, hat man im wahrsten Sinne des Wortes schon alle Hände voll zu tun, um das Boot ohne Überschlag über den Tümpel zu steuern. Da bleibt keine Zeit mehr, fürs Verstellen der Foil-Anstellwinkel. Und fernsteuertechnisch wäre das mal eine richtig knifflige Aufgabe.

Apropos knifflig: Es gibt bereits Modellbauer, die das Moth-Foil-System mit automatisch einstellenden Anstellwinkel übernehmen wollen.

Website RC Sails

Spenden
http://nouveda.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *