Müggelsee: Schümann-Club droht Einschränkungen – Mosaikjungfer und Schlammbeißer

"Unglaublich" - "Unmöglich"

Segler am Müggelsee befürchten große Probleme, wenn das jüngste Naturschutzvorhaben umgesetzt wird. Der Yacht Club Berlin-Grünau muss seine Interessen gegen die einer Libelle und eines Fisches durchsetzen.

Der Große Müggelsee. © Berlin Partner/FTB-Werbefotografie

Der Große Müggelsee. © Berlin Partner/FTB-Werbefotografie

“Unglaublich. Diese Pläne machen das Training und die Durchführung aller Regatta Veranstaltungen des YCBG auf dem Müggelsee unmöglich.” So kommentiert der Yacht Club Berlin-Grünau das jüngste Vorhaben, den 4,3 Kilometer mal 2,6 Kilometer großen See im Osten Berlins zu einem großen Naturschutzgebiet zu machen.

Der Plan der Senatsverwaltung sieht eine Aufteilung des bis zu acht Meter tiefen Sees in ein Landschafts- und ein Naturschutzgebiet vor. Danach wäre das Anlegen in vielen Bereichen verboten, einige Stege müssten abgerissen werden, und die besegelbare Fläche würde eingeschränkt.

Jochen Schümann, Müggelsee

Jochen Schümann an seinem Heimatverein. © YCBG

Seit Anfang 2015 kursieren die Pläne, aber nun liegt ein konkreter Entwurf der Rechtsverordnung für die Schutzgebiete vor, der bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt bis Mitte September eingesehen werden kann.

Es geht unter anderem um den Schutz einer seltenen Libelle, der Grünen Mosaikjungfer, und eines Fisches, den Schlammpeitzger. Traditionsregatten wie der Nebelpokal, die 20-Stundenwettfahrt, der Behindertencup und zahlreiche Jugendwettfahrten könnten nicht mehr wie gehabt veranstaltet werden.

Soling

2015 fand am Müggelsee die Soling-Europameisterschaft statt. © YCBG

Das sind insbesondere schlechte Nachrichten für den Yacht Club Berlin-Grünau, dem erfolgreichsten deutschen Segelverein mit dreimal Gold-, und je einmal Silber- und  Bronzemedaille bei Olympia sowie einmal Gold und zweimal Silber bei den Paralympics. Der Verein von Jochen Schümann segelt in der ersten Bundesliga und wurde schon dreimal unter allen deutschen Clubs für herausragende Leistungen bei der Nachwuchsentwicklung ausgezeichnet. Das Mitglied Siegmund Mainka startet in Rio bei den Paralympics.

Die Berliner befürchten nun große Einschränkung bei der Ausübung des Segelsports auf dem Müggelsee. Sie hoffen auf das Widerspruchsverfahren, das der Planungsphase folgt.

 

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Carsten Kemmling

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4 Kommentare zu „Müggelsee: Schümann-Club droht Einschränkungen – Mosaikjungfer und Schlammbeißer“

  1. avatar stefan sagt:

    Was hat die Zahl an olympischen Medaillen eines Vereinsmitglieds mit der rechtlichen Stellung eines Vereins in solchen Planungsverfahren zutun? Hat ein Verein “mit Goldmedaillen” mehr oder andere Rechte?

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 17 Daumen runter 5

  2. avatar Jan sagt:

    Vor allen Dingen “unglaublich”. Allein diese Aussage könnte einen doch schon wieder die Vorurteilskeule rausholen lassen. Mit nem blau-weissen X-irgendwas vorfahren, aber hauptsache Bio oder vegan und immer schön bei den anderen, nur nicht bei uns…..
    Natürlich ist sowas nie schön, aber in wie vielen anderen Seen und Meeren ist das genau so und auch wenn die Jungs und Mädels das nicht wahrhaben wollen. Vielleicht hilfts ja wirklich.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 3

  3. avatar Sven 14Footer sagt:

    Mir fällt es schwer, dass gerade der Segelsport auf Jollen und offenen Kielbooten so schädlich für das Leben der dort beheimateten Tiere sein soll.

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  4. avatar Friedrich sagt:

    Wie recht Du hast Sven. Und wenn Ihr Naturschutzfreunde wüsstet: Es geht nämlich nicht mal darum, dass die Viecher da wirklich bedroht sind, sondern bereits darum, dass man sie stören könnte. Das reicht. Und bis das festgestellt ist, haben 27 Gutachterbüros 100 Gutachten geschrieben und sich eine goldene Nase verdient, mit der sie die NGO’s und ihre Lieblingspartei gegenfinanzieren, um in Zukunft noch mehr Gutachten über angebliche Biotope zu schreiben. Das ist ein eigener Wirtschaftszweig, der sich auf Kosten aller satt frisst und aus unserem Land an vielen Stellen ein Absurdistan gemacht hat.

    Der Müggelsee ist ein weitgehend innerstädtischer See und seit 150 Jahren Ausflugsziel der Berliner, zudem ein in erheblichem Umfang kultiviertes Gewässer. So ein kapitaler Unsinn. Dann kann man auch bald die Alster oder den Maschsee sperren, weil man irgendeiner Mikrobe doch bitte nicht über den Kopf segeln oder rudern soll.

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