Harakiri Surf: Polnische Crew rauscht nach Bornholm

Mutig oder irre?

Dieser Clip bewegte vor fünf Jahren die Netzgemeinde und kursiert gerade wieder in den social media. Die Segelgemeinde beschäftigte sich bei unserem SR Highlight mit der Frage, ob diese polnische Crew Supersegler oder Selbstmörder sind.

Bei extremem Schwell setzen sie sich auf einen Brecher und rauschen mit maximalem Speed durch die Nadelöhr-Einfahrt von Svaneke Havn auf Bornholm.

Sind die Polen völlig verrückt und hatten nur Glück, nicht auf die Mole geschleudert zu werden oder war es ein wohl kalkuliertes Manöver? Es deutet wenig darauf hin, dass es sich bei der sechsköpfigen Männercrew um eine unbedarfte Chartertruppe handelt.

Um diese Jahreszeit läuft das Chartergeschäft eher schlecht. Und es sieht nicht so aus, als wüsste der Skipper nicht, was er tut. Er steuert die Passage sauber etwas von Luv an und legt dann den Hebel auf den Tisch. Ein kurzes Zögern, ein vorsichtiges Vermindern der Fahrt hätte das sofortige Querschlagen und den Totalverlust zur Folge.

Die Sichtverhältnisse sind schlecht. Der Skipper wird die Einfahrt kaum gesehen haben. Deshalb dürfte ihn nur die genaue Ortskenntnis in die Lage versetzt haben, diesen Weg nehmen zu können. Sehr wahrscheinlich, dass er häufig diesen Hafen ansteuerte. Polen liegt direkt gegenüber.

Warum er es tat, ist ein Rätsel. Das Risiko ist offensichtlich. Wer weiß, vielleicht hatte er einen Verletzten an Bord. Vielleicht veranlassten ihn dramatische Umstände zu der Entscheidung. Aber vielleicht hatte er auch einfach keine Lust, weiter bei diesem Wetter zu segeln. Es lockte ein warmer Tee, eine heiße Dusche im hübschen Hafen.

Womöglich wollte sich der Skipper auch nur ein Denkmal setzen. Sagte dem Kumpel im Hafen, er solle mal die Kamera zücken, gleich werde er einen Stunt liefern, den die Welt noch nicht gesehen hat.

Wie auch immer. Liebe Kinder, wenn ihr dieses Video seht, bitte nicht nachmachen!

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15 Kommentare zu „Harakiri Surf: Polnische Crew rauscht nach Bornholm“

  1. avatar Minnisemmel sagt:

    Coole Aktion!
    Wenn man sein Boot beherrscht, kann man so einiges machen, was andere für nicht möglich oder verrückt halten. Wie groß war das Risiko?
    Maximal ein eigenes, demoliertes Schiff.
    Vielleicht ist der Skipper ja gut versichert… oder er kennt einen guten Bootsbauer….

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  2. avatar Sebastian K. sagt:

    Für den Mann auf dem Vorschiff sicherlich ein krasser Adrenalinschub !!! Besser als Achterbahn! 😉 Dass die Yacht im richtigen Moment auf der Welle durch die Molenköpfe getragen wird, ist aber nur Glück gewesen … oder gutes timing? Auf jeden Fall ein cooles Video!

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  3. avatar T.K. sagt:

    Duuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuusel gehabt. Nix anderes

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  4. avatar future sagt:

    wer kann der kann!!

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  5. avatar Marc Bäuml sagt:

    gutes Timing. Scheint so als wusste er was er tut. Und irre war er sicher nicht, immerhin ist er so in den sicheren Hafen gekommen.
    PS: Kann es sein das der Vorschiffsmann ihn eingewiesen hat? Sieht so aus als würde der mit dem Arm die Richtung zeigen. Leider nicht so zu erkennen in dem Video.

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  6. avatar L.M. sagt:

    Am Anfang stand vermutlich eine falsche Einschätzung der Situation. Dann: Viel Können, aber auch Glück. Kurzer Kiel und freistehendes Ruder machen einiges möglich, aber 100 % kontrollierbar war die Situation wohl nicht.
    Ich finde, wenn man sowas macht, dann bitte unter Segeln!

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  7. avatar Claus sagt:

    Unendlicher Leichtsinn! Die Jungs tragen noch nicht einmal Schwimmwesten / Lifebelts!

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 4

  8. avatar Holborn sagt:

    Das mit den Rettungswesten ist mir auch schon aufgefallen.
    Wenn man als Skipper schon riskiert, dass es in der Crew Verletzte gibt, die ohmächtig im Wasser dümpeln – warum lässt man dann nicht zumindest ein paar Westen anlegen? Das Ganze scheint mir ein Himmelfahrtskommando gewesen zu sein.
    Die nächste Leeküste wäre ja auch nicht weit gewesen, so groß ist Bornholm ja nicht…

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  9. avatar Tobias sagt:

    9. alle Kommentare sind gerechtfertigt. Hab sowas auch schon mal machen können. Allerdings mitn Folke unter Segeln.
    Zugegeben ganz wohl ist einem – und war diesem Skipper- dabei sicherlich nicht. Allerdings nur unter Motor – das finde ich aus verschiedenen Gründen doch etwas sehr riskant. Ansonsten-wenn man seine Kiste beherrscht,die Hafensituation klar ist, kann man sowas aber u.Uschon mal riskieren. Zum Nachmachen ist das aber mit Sicherheit nicht!

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  10. avatar Steffen sagt:

    Die Intention des “Kameramannes” war sicherlich nicht die Dokumentation eines seemaennischen Leckerbissens, sondern eher die Sensationslust darauf, dass es unter diesen zugegeben suboptimalen Bedingungen zu einem Crash kommt. Jetzt kann man nicht mal mehr unbeobachtet in einen Hafen einlaufen und die Stegschnacker- und Leichtwindseglergemeinde hat auch noch die Kamera immer griffbereit… kranke Welt.
    Ich verzichte hier auch bewusst auf einen Versuch der Deutung oder Analyse der Situation. Bei den anderen Crashvideos auf dieser Homepage liegen Koennen, Glueck und Dummheit auch nicht weit auseinander.

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  11. avatar Samurai Douse sagt:

    Bei Welle in einem Hafen einlaufen, war früher möglich, ist auch heute noch möglich. Spektakulär sieht es aus. Ganz sicher Adrenalin fördernd. aber mit dummheit oder leichtsinn hat es nichts zu tun. und im übrigen: der vorschiffmann trägt eine Rettungsweste.

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  12. avatar sissy sagt:

    das ist eine rein subjektiv philosophische frage, ob er orts kenntnisse hatte oder nicht und ob die erfahrung da eine wichtige rolle gespielt hat. er oder die crew haben es einfach getan und damit erfolg gehabt – aus welchen gründen auch immer. alles ist so zu konstruieren wie man es selber sieht, das lesen wir auch in den verschiedensten statements….ich finds spannend aus welchen verschiedenen blickwinkel man segeln und vor allem segeln bei schlechtem wetter, sehen kann….also philosophieren wir fleißig weiter ob diese handlung in ordnung war oder nicht. gefällt mir…..

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  13. avatar Firstler sagt:

    Was soll den hier so leichtsinnig gewesen sein? Der Steuermann hat das Boot zu jedem Zeitpunkt völlig unter Kontrolle. Ein in der Welle surfendes Boot kann man ganz wunderbar und präzise steuern. Er hatte auch ausreichend Fahrt damit die Welle das Boot nicht querschlagen lässt. Alles bestens und keinerlei Grund zur Aufregung.

    Und diejenigen, welche nicht können/wollen/glauben zu wissen/glauben nicht zu können sollen weiter im Hafen die Kommentare von Bobby Schenk lesen und die anderen einfach in Ruhe segeln lassen!!!

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  14. avatar big BEN64 sagt:

    Im Artikel steht: “Das Risiko ist offensichtlich.”

    Die aktuellen Kommentare sehen das offenbar anders.

    In GB gibt es ein geflügeltes Wort dazu: “Better safe than sorry.”

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