Neuer Foiler: SIX FLY aus Argentinien – Skiff-Foil Hybrid mit Cup Know How

Adrenalin-Segeln

Die argentinischen Designer Martín Billoch und Joaquín Zerbot haben einen neuen Foiler entworfen, der für großen Segelspaß sorgen soll.

SIX FLY Foiler

Foiler, der aussieht, wie ein richtiges Boot. © Billoch Zerbo

Das Foiling ist vom normalen Segelsport nicht mehr so weit entfernt, wie es konservative Betrachter der Szene gerne Glauben machen wollen. Immer mehr Boote heben sich aus dem Wasser, und dabei handelt es sich längst nicht mehr alleine um Katamarane oder die filigranen Motten.

Das erste foilende Kielboot Quant 23 aus der Schweiz sieht schon mal aus, wie ein richtiges Segelboot. Auch wenn es seinen Kiel eigentlich nur dafür verpasst bekommen hat, um am Bojen-Liegeplatz nicht umzukippen.

SIX FLY Foiler

Unter Gennaker. © Billoch Zerbo

Aber auch das neue Tragflächen-Design aus Argentinien kommt schon dem sehr nahe, was man auf dem Wasser gewohnt ist. SIX FLY ist für eine Zweimann-Crew gedacht und kann mit einem konservativen Schwert- und Ruder-Satz auch als normales Skiff bewegt werden. Die Linien des sechs Meter langen und 2,95 Meter breiten Karbon-Baus sollen auf effektive Gleitfähigkeiten ausgelegt sein.

Aber der Clou ist die Tragflächen-Version mit entsprechenden nach außen gebogenen L-Foil-Schwertern und T-Foil-Rudern. Außerdem gibt es beweglichen Ballast im Boot, der für Stabilität sorgen soll. “Ein einfaches Boot zum Adrenalin-Segeln” sagen die Macher, die aber bisher nur Designstudien vorweisen können.

Dahinter steckt allerdings jede Menge Reputation. Joaquín Zerbo hat für den 34. America’s Cup in dem vom Landsmann Juan Kouyoumdjian geführten Design Team von Artemis Challenge mitgearbeitet. Und er war für den 35. Cup vom Luna Rossa Team engagiert bis zu deren Ausstieg.

SIX FLY soll 2016 in Argentinien gefertigt werden.

SIX FLY Foiler

Nach außen gebogene L-Foils. Beweglicher Innenballast soll für Stabilität sorgen. © Billoch Zerbo

SIX FLY Foiler

Komische Bugform. © Billoch Zerbo

 

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „Neuer Foiler: SIX FLY aus Argentinien – Skiff-Foil Hybrid mit Cup Know How“

  1. avatar Mantis sagt:

    Hallo Carsten,

    es ist ja kein Wunder, das es nun immer mehr foilende Boote geben wird, bei dem Hype den der Americas Cup ausgelöst hat. Die Entwickler haben haben nun das Dreibein in unveränderter Anordnung vom Cat auf den Monohull übertragen.Also es ist kein neues Tragflächen-Design, könnte aber Vorteile bringen. Den Ballast im Kiel ersetzen sie durch beweglichen Ballast im Rumpf. Der Widerstand des Kiels im Wasser fällt weg nur der Widerstand infolge des höheren Gewichts bleibt. Kann ein ebenfalls ein Vorteil sein.
    Die alternative Ausrüstung mit normalen Rudern und Schwert ist natürlich ein Hinweis auf die schlechten Leichtwindeigenschaften auf Flügeln. Wenn mann den alternativen Satz Anhänge nicht dabei hat und in eine Flaue gerät kann man das Segeln bei Windgeschwindigkeiten unter 4 kn auch vergessen.
    Der Behauptung die Rumpffform sei besonderen fürs frühe Gleiten geeigneten widerspricht schon das L : B von 2,03!! Selbst bei den guten klassischen Jollen findet man keinen Wert unter 3,0. Mit einem Skiff hat der Entwurf auch nichts zu tun. Der 49 er z. B. hat ein L : B von 4,0!!
    Nun gut in der Eile und mit rosaroter Brille kann man das schon mal übersehen. Es hört sich aber toll an und wenn die Designer so renommiert sind kann man das ja auch einfach so übernehmen?
    Gleich bei Euch um die Ecke in Norddeutschland ist ein Boot mit anscheinend sehr guten Gleiteigenschaften aufgetaucht.
    In der Mediathek der Segelwerkstatt Stade kann man ein Video davon finden. http://www.segelwerkstatt-stade.de/cms/index.php/segelwerkstatt/mediathek

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  2. avatar mantis sagt:

    Hallo Carsten,
    Du findest den Bug komisch. Nun das ist eine Art Wulstbug,so ein ähnlicher Miniwulstbug wurde, wie mir ein Kollege bestätigte, automatisch generiert, wenn man bei einer Konstruktionssoftware zum Beispiel bei Triton die automatische Optimierung nicht abschaltete oder einschaltete.
    Einen Sinn ergibt dieser Bug bei einem Gleiter nicht, eventuell soll er aber ein Unterschneiden am Ende des Fluges verhindern, oder aber man erhofft sich einen geringeren Widerstand in der sog. Verdrängerfahrt. wirklichen Nutzen wird er nicht bringen, weil die mittlerweile übliche fast wahllose Zusammenstellung von Anhängen mit Bug- und Heckformen nie die erhofften Verbesserungen brachte. Siehe z. B. die Superrenner von Murnikow. Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt.

    Alles Gute. Bis die Tage.

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