Neuer Orca-Angriff: Segler in der Straße von Gibraltar von fünf Walen gerammt

„Die letzte Nacht war ein Albtraum“

Einige Zeit war es ruhig. Jetzt vermeldeten erneut Segler einen Orca-Angriff auf ihr Boot. Diesmal in der Straße von Gibraltar. Waren es dieselben Tiere, die vor einigen Monaten vor der spanischen und portugiesischen Küste zahlreiche Yachten erheblich beschädigten und für Panik sorgten?

Das Vorgehen der Orcas lässt das jedenfalls vermuten. Die vom jüngsten Vorfall betroffenen Segler posteten gestern auf Instagram ein Video (zum Abspielen im Post nach rechts weiterwischen), in dem sie von der Attacke der Schwertwale berichten – die zum Zeitpunkt der Aufnahme noch nicht vorüber war. Es ist zu sehen, wie die Orcas weiter unters Boot tauchen. „Einer befindet sich direkt da unten. Er beißt in das Ruder“, beschreibt der Segler die Situation im Video.

Im Text des Beitrags erklärt die Crew, was sich genau zugetragen hat. In der Nähe der marokkanischen Hafenstadt Tanger seien sie von fünf Killerwalen gezielt angegriffen worden.

„Es war später Nachmittag und wir befanden uns 6 sm vor der Küste Afrikas, waren kurz davor, die Straße von Gibraltar zu verlassen. Wie aus dem Nichts wurden wir an einer Seite des Bootes getroffen und das Boot wurde ein ganzes Stück angehoben und um 180 Grad gedreht. In diesem Moment wussten wir nicht, was vor sich ging und sahen auch nichts im Wasser. Als wir ans Steuerrad griffen, spürten wir den Druck auf dem Ruder und entdeckten dann die 5 Finnen. Wir schalteten sofort alles aus. Motor, Elektronik. Einfach alles.“

Ruder zertrümmert

Trotzdem wurden die Segler nach eigenen Angaben etwa eine Stunde lang immer wieder von den Walen gerammt. Wie auch schon in zahlreichen ähnlichen Fällen, die sich im Sommer und Herbst letzten Jahres ereignet hatten, schienen es die Meeressäuger vor allem auf das Ruder abgesehen zu haben.

Ohne Schäden am Boot kamen die Segler nicht davon: „Innerhalb von Minuten war das Ruder zertrümmert. Es war für sie überhaupt keine große Sache. Aber sie spielten immer weiter damit, mit dem Boot und mit uns. Wollten uns rammen. Versuchten, das Ruder vom Boot zu reißen. Und schwammen einfach herum und bespritzten uns.“

Im letzten Jahr hatten vergleichbare Angriffe sogar zu einem vorübergehenden Befahrensverbot eines besonders betroffenen Küstengebiets vor Galicien für Segelyachten unter 15 Metern Länge gesorgt. Experten konnten später mehrere der Attacken einer bestimmten Gruppe junger Orcas zuordnen, die mit ihrem ungewöhnlichen Verhalten Segelyachten scheinbar gezielt verlangsamen oder zum Stillstand bringen wollten.

5 Kommentare zu „Neuer Orca-Angriff: Segler in der Straße von Gibraltar von fünf Walen gerammt“

  1. avatar Jörg Gosche sagt:

    Hat – ausser mir – sonst schon mal jemand darüber nachgedacht, dass die Angriffe der (Intelligenten) Orcas speziell auf Segelyachten, und hier speziell auf die Anhänge (also Ruder) damit zusammenhängen k ö n n t e n, dass diese Tiere sich durch die in den letzten Jahren inflationär speziell in diesen Teilen des Atlantiks segelnden Foiler bedroht fühlen
    Das ist natürlich eine steile These …. aber sie entbehrt nicht einer gewissen Logik.
    Die tollkühnen “Kapittäne” dieser Segelgeräte berichten gar nicht so selten von der Kollosoin mit sogen. Ufos = Unidentified Floating Objects.

    Bisher waren wir Segler eher die Freunde des Artenschutzes auf den Weltmeeren.

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

    • avatar Thomas sagt:

      Ein Zusammenhang zu den Foilern herzustellen ist sicher Quatsch. Die Foiler machen nur einen winzigen Teil des Bootsverkehrs aus.

      Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

    • avatar Andreas Borrink sagt:

      Die haben die Faxen einfach dicke.

      Man kann den lieben Herrn Schätzing mögen oder nicht – schreiben und recherchieren kann er. Seine These eines interaktiv agierenden Gesamtorganismus “Ozean” (“Der Schwarm”) ist sicher wissenschaftlich fragwürdig. Aber irgendwie auch plausibel. Mal schauen, was noch so kommt…..

      In Zeiten, wo Leuten ihr dämlicher Mallorcaurlaub wichtiger ist als die Eindämmung einer Seuche wundert mich nichts mehr. Meine Sympathien gehören den Orcas!

      Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

eins × 2 =