Nikolaus: Was der Schutzpatron der Segler mit Stiefeln und Geschenken zu tun hat

"Sankt Niklas war ein Seemann"

Alle Jahre wieder füllt der Nikolaus am 6. Dezember die Stiefel mit kleinen Aufmerksamkeiten. Dabei hat er eigentlich genug auf See zu tun. Warum er von den Seefahrern verehrt wird.

St. Niklas bei den Seenotrettern. © DGzRS

Der weißbärtige Mann im roten Gewand ist dieser Tage omnipräsent. Schwer zu sagen, um wen es sich jeweils handelt. Den Weihnachtsmann, Santa Claus, Nikolaus? Letzterer kann oft durch den ihn begleitenden, Angst und Schrecken verbreitenden, Ruten schwingenden Knecht Ruprecht identifiziert werden.

Die Grenzen zwischen den verschiedenen Identitäten sind offenbar fließend. Der legendäre Freddy Quinn geht aber so weit, zu singen, dass der Nikolaus ein Seemann war:

Das entspricht wohl nicht ganz der Realität, zumindest nicht den Überlieferungen zufolge. Demnach geht der Mann mit dem Mantel auf Nikolaus von Myra zurück, der in der Stadt Patra im heutigen Gebiet der Türkei als Bischof lebte. Er soll sein Vermögen an die Armen verteilt haben und gilt als einer der populärsten katholischen Heiligen.

Das hat mit Wasser erst einmal nichts zu tun. Aber auch die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger weist heute an seinem heutigen Todestag, dem 6. Dezember, darauf hin, dass der echte Nikolausi Schutzpatron der Seefahrer ist. “Er wurde einst selbst zum Seenotretter!”

Die Legende vom Seenotretter

Tatsächlich liegt dem Ganzen die Legende einer Rettung aus Seenot zugrunde. Ein Schiff war auf dem Weg durch das Mittelmeer nach Konstantinopel, beladen mit wertvoller Fracht. Es soll gut ausgerüstet gewesen und von einem erfahrenen Kapitän befehligt worden sein.

Kurz vor dem Ziel zog ein Sturm auf. Der Mast brach, schleuderte durch Wind und Welle wild auf dem Deck umher und betätigte sich als Rammbock. Er schlug Lecks und drohte, das Schiff zum Sinken zu bringen. Die Crew versuchte, mit Beilen und Messern den Mast zu kappen wurde aber von der schlagenden Takelage davon abgehalten.

In höchster Not soll der Kapitän den Heiligen St. Niklaus laut um Hilfe gerufen haben. Schließlich habe ein fremder Mann auf dem Deck gestanden und im peitschenden Regen mit einer Axt die Tampen durchschlagen haben. Nachdem sich das Wetter und die Situation beruhigt hatte, wurde an Bord nach dem Retter gesucht. Aber man fand ihn nicht.

Ein echter Heiliger

Erst als die Seeleute in der Kirche von Myra für ihr Überleben danken wollten, erkannten sie dort in dem Bischof den Mann, der ihnen geholfen hatte. Die Geschichte verbreitete sich schnell. So wurde der heilige Nikolaus der Patron aller Seeleute und Schiffer und die DGzRS Seenotretter fühlen sich als seine Kollegen.

Dabei spielte es offenbar keine Rolle, dass bis heute nicht geklärt ist, wie der gute Mann im Sturm auf das Boot gelangen und ungesehen wieder zurück in die Kirche gelangen konnte. Heutzutage stopft er ja in einer Nacht auch noch jede Menge Geschenke in jede Menge Stiefel. Und er weiß auch genau Bescheid, ob jemand lieb oder böse gewesen ist.

Er ist im Nebenjob auch noch Schutzpatron für Schüler, weil er zwei aus Habgier ermordete Studenten wieder zum Leben erweckt haben soll. Außerdem wird  erzählt, dass er drei armen Töchtern half, in dem er Goldklumpen durch ihr Fenster, damit sie heiraten konnten. Der verzweifelten Vater hatte nur den Ausweg gesehen, dass sie als Prostituierte hätten arbeiten müssen.

Ein vielbeschäftigter Mann der großzügige Nikolaus. Aber dafür ist er ja auch ein Heiliger.

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *