Ocean Cleanup: Erstes Produkt aus Meeresmüll – Boyan Slat präsentiert Sonnenbrille

„Problem in eine Lösung verwandeln“

Boyan Slat und sein Ocean-Cleanup-Team haben ihr erstes Produkt präsentiert, das aus eigens gesammeltem Plastikmüll hergestellt wurde: Die Ocean-Cleanup-Sonnenbrille. Mit dem Verkauf wollen die Ozeanreiniger zwei Probleme lösen.

Schon seit den Anfängen informiert SegelReporter über die ambitionierten Ideen und Entwicklungen des jungen Niederländers Boyan Slat, der mit seinem Projekt Ocean Cleanup die Meere vom Plastikmüll befreien will. Kein einfaches Vorhaben. Immer wieder gab es in der Vergangenheit teils herbe Rückschläge, auch Kritik wurde laut. Doch Ende letzten Jahres konnte ein erster Erfolg verkündet werden: Endlich war es gelungen, mit der entwickelten Fanganlage Müll aus dem pazifischen Müllstrudel zwischen Hawaii und Kalifornien zu sammeln.

„Müll in einen Schatz verwandeln“

Kurz darauf hatte Boyan Slat bereits angekündigt, aus dem „frisch gefangenen“ Meeres-Plastikmüll eine Art Wertschöpfungskette aufbauen und Produkte herstellen zu wollen. Mit der Ocean-Cleanup-Sonnenbrille konnte nach einer herausfordernden Test- und Entwicklungsphase nun das erste vorgestellt werden. Man habe sich damit für ein zeitloses, langlebiges, nützliches, aber auch sichtbares Produkt entschieden, erklärte Boyan Slat.

Entworfen wurde die Sonnenbrille in Kalifornien von Designer Yves Béhar, hergestellt in Italien von Brillenhersteller Safilo. Ihr Aussehen und ihre Haptik sollen an den Ozean erinnern. Wie angekündigt, besteht das Gestell fast vollständig aus zertifiziertem und recyceltem Kunststoff aus dem „Great Pacific Garbage Patch“.

Damit sei man in der wichtigen Frage, was mit dem gesammelten Müll aus den Ozeanen passieren soll, einen entscheidenden Schritt weiter, so The Ocean Cleanup auf seiner Webseite. „Die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastik ist eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit. Indem wir gebrauchten Kunststoff in etwas mit Wert verwandeln, können wir dieses globale Problem in eine gemeinsame Lösung verwandeln – eine Lösung, die ein Beispiel dafür sein kann, wie Kunststoff verwendet werden kann“.

Zum anderen solle das gesammelte Plastik in Form neuer Produkte nach Angaben von Slat und seinem Team entscheidend zur Finanzierung des Projekts beitragen. Immerhin 199 Euro kostet die Sonnenbrille, die auf der Ocean-Cleanup-Webseite bestellt werden kann. Der Erlös aus dem Verkauf fließt komplett in zukünftige Säuberungsarbeiten, verspricht The Ocean Cleanup und schreibt weiter, dass jede verkaufte Sonnenbrille die Reinigung einer Fläche von etwa 24 Fußballfeldern des pazifischen Müllstrudels ermögliche. Werde die erste Charge von Sonnenbrillen komplett verkauft, mache das insgesamt 500.000 Fussballfelder.

Die Vision ist wie immer groß: „Das bedeutet, dass wir diesen Müll nutzen können, um noch mehr Müll zu beseitigen: Der Kreis schließt sich, immer und immer wieder, bis wir unser Ziel der sauberen Ozeane erreicht haben.“

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