Ostsee statt Kap Hoorn: “Selmas” eisiger Sauna-Törn nach Schweden

Klirrende Kälte

Manche Ostseesegler mögen es noch zu frisch finden für einen Törn. Den Polen scheint es weniger auszumachen, mit einem Hammer das Eis vom Segel zu klopfen.

Eigentlich ist die Ostsee für “Selma” viel zu klein. Die polnische Expeditionsyacht wurde für die ganz großen seglerischen Herausforderungen geschaffen. Normalerweise verbringt die 20,28 Meter lange 40 Jahre alte Stahl-Ketsch die ganze Saison im schwierigsten Segelgebiet der Welt – der Drakestraße zwischen Kap Hoorn und der Nordspitze der Antarktischen Halbinsel. Sie kann eine bis zu 12-köpfige Crew mitnehmen. Bei gut 30 Expeditionen hat sie mehr als 100.000 Seemeilen zurückgelegt. 2014 war Selma sogar als erste polnische Yacht mit polnischer Crew beim 70. Rolex Sydney Hobart Race dabei.

Eisgebilde an Selmas stehendem und laufendem Gut. © SailCamp

In Corona-Zeiten ist das Expeditionsgeschäft mit zahlenden Gästen mühsam geworden. Auch deshalb ist die seit 2006 unter polnischer Flagge segelnde Yacht im vergangenen Jahr in heimatliche Gewässer nach Danzig zurückgekehrt.

Sonnenbaden beim Törn im Februar. © SailCamp

Von hier aus absolviert sie nun Törns nach Schweden, bei denen mehr als 100 Stunden unter Segeln absolviert werden. Diese Marke ist eines der Kriterien für die Skipper-Ausbildung beim Polnischen Segler-Verband.

© SailCamp

Silvester etwa verbrachte das Schiff in Visby auf Gotland. Am Wochenende kam es von seinem jüngsten 100-Stunden-Törn zurück. Das Motto dabei: Schwedische Saunen besuchen. Dabei zeigte sich “Selma” bestens gerüstet für die klirrende Kälte.

Die 20,28 Meter Yacht “Selma” ist es gewohnt, in der Kälte zu segeln, liegt aber nun in Danzig. © SailCamp

“Selma” beim Sydney-Hobart 2014:

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

elf + zwei =