Petition für Schleimünde: Hochwasser droht die Giftbude wegzuschwemmen

"Erheblicher Handlungsbedarf"

Im Januar hatte SegelReporter über die bedrohliche Lage von “Giftbude” und Hafen in Schleimünde berichtet. Private Schutzmaßnahmen haben nicht geholfen. Eine Petition soll das Land zum Handeln zwingen.

Schleimünde mit dem markanten Leuchtturm und der Giftbude im Hintergund. © KRISTINA STEINER

Wo vor kurzem noch trockenes Land war, strömt plötzlich das Wasser der Ostsee. Die Halbinsel von Schleimünde wird stetig abgetragen und immer häufiger überspült. Die Ostsee hat sich einen Weg in die Schlei gebahnt.

Das Problem der Küstenerosion ist eigentlich schon länger bekannt. Aber Anfang des Jahres wurde es akut und sichtbar, als starker Ostwind das Wasser über den Strand spülen ließ und mit einem Durchbruch die Halbinsel zur Insel werden ließ.

Damals hatte Jens Ambsdorf, CEO der gemeinnützigen Stiftung für die Meere und Ozeane „Lighthouse Foundation“, noch auf Verständnis der beteiligten Parteien gehofft und davor gewarnt, die Situation zu dramatisieren. Er wies gegenüber SR darauf hin, dass “sich bereits zahlreiche Institutionen um das Problem kümmern”.

“Erheblicher Handlungsbedarf”

Es sei nicht gleich eine riesige Katastrophe. Dennoch stellte er “erheblichen Handlungsbedarf” fest und mahnte “eine qualifizierte Diskussion” an. Die scheint nicht so richtig gefruchtet zu haben. Jedenfalls hat sich die Situation so dramatisch entwickelt, dass sich nun die Bürgerinitiative “Schleimünde retten” gegründet hat.

Die Erosion am Strand von Schleimünde. © KRISTINA STEINER

Sie hat nun eine Petition aufgesetzt und hofft auf großes Interesse. Darin wird das Problem so formuliert: “Die Interessen um Schleimünde sind vielseitig, dennoch findet sich bisher keine staatliche Institution, die dem Abtrag der Küste und somit dem Verlust der vielfältigen Funktionen dieser Halbinsel entgegentreten will.”

Die Halbinsel Schleimünde werde stetig abgetragen und immer häufiger überspült. Der Strand, wie es ihn noch vor 20 Jahren gab, ist von Wind und Wellen abgetragen worden. Bisherige Schutzmaßnahmen, häufig von privaten Initiativen getragen, haben nicht dauerhaft funktioniert. Sie wurden unterspült.

Deshalb fordert die Bürgerinitiative das Land Schleswig-Holstein auf, Schleimünde mit allen erforderlichen Maßnahmen zu schützen und “in seiner Funktionalität in Bezug auf Hochwasserschutz und Naherholung wieder herzustellen”.

Segler werden um Mithilfe bei der Petition gebeten: Zur Petition “Schleimünde retten”

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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