Piraten-Attacke: Skipper in Panama auf seiner Yacht erschossen – Frau und Kind verletzt

Ende eines Traums

Der Neuseeländer Alan Culverwell ist an Bord seiner vor Anker liegenden Yacht bei einem Piraten-Angriff in Panama ums Leben gekommen. Er wollte seine Familie schützen.

Alan Culverwell wachte um 2 Uhr in der Nacht von einem Geräusch auf. Der 60-jährige Skipper lag mit seiner Yacht vor Panama in der Nähe der Insel Morodub, einem beliebten Touristengebiet, vor Anker. Seine Frau Derryn und ihre beiden 11-jährigen Kinder aus erster Ehe schliefen.

Alan Culverwell und seine Frau Derryn.

Auf der Suche nach der Ursache für das Geräusch kletterte der Neuseeländer den Niedergang hoch ins Cockpit. Dort soll er laut der lokalen Nachrichtenagentur El Siglo auf drei mit Kapuzen vermummte Männer getroffen sein. Einer schoss aus nächster Nähe mit einer Schrotflinte auf Culverwell. Er war sofort tot.

Die Familie erwachte von dem Lärm. Derryn traf ebenfalls auf die Angreifer und wurde von einer Machete verletzt. Ihre Tochter erhielt einen Schlag auf den Kopf, der Junge blieb unverletzt. Warum die Männer schließlich flohen, ist nicht bekannt. Sie sollen einen Außenborder gestohlen haben.

Drei Männer verhaftet

Die Frau verschanzte sich schließlich im Schiff und kontaktierte einen Freund in Neuseeland, der die Rettung organisierte. Zwei Stunden nach dem Überfall fanden Behörden-Vertreter die verankerte Yacht mit der verängstigten Familie und sicherten den Unglücksort.

Inzwischen sind drei Männer verhaftet worden. Darunter befindet sich ein Minderjähriger. Sie werden in Colon vor Gericht gestellt. Panamas Präsident Juan Carlos Varela hat sich im Lokalfernsehen bei der Familie Culverwell entschuldigt und geschworen, die Täter zur Verantwortung zu ziehen.

Derryn Culverwell nimmt an der Gerichtsverhandlung teil, nachdem sie das Krankenhaus in Panama City mit ihren Kindern verlassen hat. Schwer traumatisiert half sie den Behörden bei der Untersuchung des Verbrechens.

Zwei Jahre in der Karibik

Das Drama beendet den Lebenstraum der abenteuerlustigen Familie. Alan Culverwell und seine Frau hatten ihr Haus bei Wellington in Neuseeland verkauft, nachdem es ihm gelungen war, in Florida für einen Schnäppchen-Preis eine 65-Fuß-Yacht zu erwerben.

Sie reisten Ende 2016 in die USA, übernahmen das Schiff und fuhren in die Karibik. Gut zwei Jahre hielten sie sich dort auf und wollten nun nach Neuseeland zurück. Derryn Culverwell ist eine ausgebildete Lehrerin und unterrichtete die Kinder an Bord.

Der Familienvater hat den größten Teil seines Lebens am und im Wasser verbracht. Er galt als einer der besten Taucher in Neuseeland, arbeitete auf Ölplattformen, bei Bergungsunternehmen und für die Fisch-Industrie. Er tauchte auch nach den wertvollen Paua-Muscheln.

Lokale Medien zitieren einen Freund, der davon spricht, dass es Culverwells Ziel war, den perfekten Ruhestand vorzubereiten. Mit dem Erwerb der Yacht und dem zweijährigen Törn mit seiner neuen Familie hatte er seinen Traum erfüllt.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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3 Kommentare zu „Piraten-Attacke: Skipper in Panama auf seiner Yacht erschossen – Frau und Kind verletzt“

  1. avatar prospero sagt:

    Schrecklich! Panama ist scheinbar ein Land, in dem Menschenleben (gerade von Touristen) wenig geachtet werden.
    Immer wieder verschwinden dort Reisende oder fallen Gewaltverbrechen zum Opfer – wie z.B. Kris Kremers und Lisanne Froon. Die Umstände werden dann oft von den Behörden systematisch vertuscht, um den Tourismus nicht zu gefährden. Man wird sehen, was der Prozess dieses Mal bewirkt.
    Die Verbindung mit der Seglerszene ist allerdings randständig, der Ermordete war MoBo-Fahrer.

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  2. avatar Saily sagt:

    selbst der nzherald.co.nz zeigt ein Foto des “big 65-footer” Motorbootes und schreibt: „… embarking on an 18-24 month sailing adventure …“

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  3. avatar Sebastian sagt:

    “Sailing” meint in der englischen Sprache nicht immer nur das Fortbewegen durch Windkraft. Manchmal ist es auch einfach der Überbegriff für eine Schiffspassage oder ähnliches. Besonders die (fachfremden) Tageszeitungen formulieren das nicht immer eindeutig.

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