Plastikmüll: Schwimmende Drohne WasteShark fischt Plastik aus Wasser- Müll-Sauger im Hafen

"Beute fressen" wie der Wal-Hai

Ein Müllschlucker, der selbständig Plastik aufstöbert und einsammelt. Ein südafrikanischer Tüftler hat mit dem „Müllhai“ Erfolg im Kampf gegen Plastikmül.

Immer mehr große und kleine Unternehmen und Organisationen engagieren sich im Kampf gegen die Plastikflut in unseren Meeren und Ozeanen. So setzten etwa der junge Niederländer Boyan Slat und sein OceanCleanUp-Team kürzlich den ersten Prototypen ihrer Müllbarriere mitten im Pazifischen Müllstrudel aus (SR-Berichte), der norwegische Milliardär Kjell Inge Røkke finanziert den Bau eines 500 Millionen Euro teuren Forschungs- und Müllsammel-Expeditionsschiffes (SR-Bericht), die EU will mit dem Verbot vieler Einweg-Produkte das Übel eher bei der Wurzel packen und Segelabenteurer Yvan Bourgnon will mit dem Müllmaran zudem ein monströses Segelprojekt in die Welt setzen (SR-Bericht).

Doch auch im gemäßigteren Rahmen wird gegen den auf den Wassern schwimmenden und unter der Oberfläche treibenden Plastikmüll gekämpft. So verbuchen z.B. die Macher der SeaBin  –kleine, aber effiziente Müllsauger für Wassersport-Häfen – wachsende Erfolge (SR-Bericht). 

Ebenfalls „im Kleinen“ wird der „WasteShark“ (Müllhai) des südafrikanischen Ingenieurs Richard Hardimann eingesetzt. Seine autonome, schwimmende Drohne sammelt in Häfen, auf Flüssen und Binnenseen auf der Wasseroberfläche treibenden Müll ein.

Dabei schippert der schwimmende Müllschlucker-„Hai“, der mit Sensoren und weiteren, für autonome Wasserfahrzeuge typischen Systemen ausgestattet ist, durch die Häfen und über die Seen – immer auf der Suche nach treibendem Makro-Plastikmüll, der dann in einem Plastiksack aufgefangen wird. 

Wie der Name schon erahnen lässt, wurde der WasteShark vom Walhai inspiriert, der „effizientesten Erntemaschine für marine Biomasse der Natur“ (Herstellerangaben). Er soll mit minimalem Aufwand und maximaler Effizienz sein „Beute fressen“ (siehe Video) 

Plastikmüll, Hafen

Schluckt bis zu 200 l Plastik- und sonstigen Müll © wasteshark

Der WasteShark ist in zwei Ausführungen erhältlich: 1. Mit Fernsteuerung  und 2. autonom agierend: Dann Zuordnung über Wegpunkte, Umgebungssensoren und Cloud-Reporting. 

In Hafen von Rotterdam wurden die ersten Prototypen erfolgreich getestet. Seitdem wurden weltweit bereits einige Modele in kommerziellen und Wassersport-Häfen gesichtet – zuletzt in Dubai. 

Die bevorzugte „Nahrung“ des WasteShark sind Kunststoffe, Mikroplastik, aber auch Seegrasteppiche in und vor Häfen. Zudem kann der WasteShark mit Sensoren bestückt werden, die permanent Wasserqualität oder sonstige spezifischen Daten messen. 

Website

Technische Daten

16 Stunden pro Tag Abfallsammlung, Datenerfassung und -übertragung

Kunststoffe, Mikrokunststoffe, Fremdvegetation, sonstige schwimmende Abfälle

Schub: 5,1 Kilopond/Newton (vorwärts) und 4,1 (rückwärts) bei 16V

Gewicht: 39 kg Leergewicht

Maße: 1556 mm lang x 1078 mm breit x 450 mm tief

Fassungsvermögen: 200 Liter

Umweltsensoren: Tiefe, Temperatur, Wasserqualität.

überwacht zahlreiche Wasserqualitätsparameter wie pH-Wert, Sauerstoffgehalt, Trübung, Ammonium, Chlorid, Nitrat, Salzgehalt etc.

Spenden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *