Rettung in Holland: System neu organisiert – Skipper müssen mehr Verantwortung tragen

"Wie bei einer Autopanne"

Die niederländische Küstenwache gibt bekannt, dass Wassersportler anders als bisher ab dem 17. August 2020 für Hilfe auf See selbst verantwortlich sind, sofern es sich nicht um einen Notfall handelt.

Pannenhilfe oder Notlage. In Zukunft müssen Wassersportler in Holland unterscheiden. © KNRM

In den Niederlanden ist die Organisation der Rettungseinsätze auf dem Wasser neu geregelt worden. Nach Gesprächen zwischen Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft, Rettungsorganisation KNRM, Küstenwache und Vertretern der Bergungsunternehmen wurde eine neue Arbeitsmethode beschlossen.

Demnach sind Wassersportler ab dem 17. August im Fall einer Panne für sich selbst verantwortlich, soweit keine akute Gefahr für Leib und Leben 0der das Schiff besteht.  Bisher konnte man zum Beispiel im Falle eines Maschinenschadens Hilfe für den Schlepp erfragen. Nun muss man sich an private Bergungsunternehmen wenden (aktuelle Liste der Küstenwache).

Wie auf der Straße

Damit ist der Skipper in der Verantwortung, selber das Potenzial einer Gefahr einzuschätzen. Aus einem einfachen Motorschaden kann schnell eine lebensgefährliche Situation werden, wenn er vor einer steinigen Legerwallküste passiert. “Im Grunde ist es nun so, wie auf der Straße” sagt ein KNRM-Sprecher “Bei einer Autopanne ruft man auch die Straßenwacht an und nicht den Notruf 112”.

KNRM im Schleppeinsatz. © KNRM

Die KNRM erklärt das Vorgehen: “Wenn die Küstenwache gerufen wird, wird ein Verhörprotokoll erstellt. Auf dieser Grundlage dieses Protokolls stellen wir fest, ob das Hilfeersuchen dringend ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Person, die um Hilfe bittet, gebeten, sich selbst an einen Berater zu wenden. Wenn Zweifel über die Dringlichkeit besteht, wird immer die KNRM alarmiert.”

Weiter heißt es,  Situationen seien denkbar, in denen die hilfesuchende Person nicht mit einem Berater in Kontakt kommen könne. Dann werde die Küstenwache einen Notfalldienst informieren. Er stellt die Verbindung her, um die angeforderte Hilfe zu leisten. Die Person, die um Hilfe bittet, muss dann die Erlaubnis erteilen, damit die Küstenwache die Informationen an die Retter weitergeben darf. Die Küstenwache spielt dann keine weitere Rolle bei der Bearbeitung des Hilfeersuchens.

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *