Revierprofil: Segeln an Korsikas Westküste – Welche Winde wehen

Charter auf Korsika

Die Küste Korsikas gehört zu den schroffesten und reizvollsten im Mittelmeer. Nach dem Törnbericht hier die wichtigen Infos und Tipps zum Revier:

© Carl Victor

Revier: Korsikas Westküste gehört zu den landschaftlich schönsten Segelrevieren des Mittelmeeres. Bei Mistral oder Libeccio kann es aber auch ein sehr raues sein.
Seekarten: Französische Seekarten F6942, 7050 oder NV-Atlas France, Corsica FR11.
Nautische Literatur: Klaus-Jürgen Röhring: „Korsika, Sardinien, Elba“. „Pilote Côtier, Corse, Nord Sardaigne“ von Alain Rodeau. Da hervorragend bebildert, auch für Segler ohne Französischkenntnisse.
Wind & Wetter: In den Sommermonaten sorgt meist Thermik für guten Segelwind, man muss aber auch mit Mistral rechnen.
Wetterberichte: Empfingen wir von www.windfinder.com und dem aus dem Internet über https://seaman.wetterwelt.de heruntergeladenen „Seaman“-Wetterbericht.
Leuchtfeuer & Seezeichen: Das Revier ist gut betonnt und befeuert, im Küstenbereich aber auch mit Unter- und Überwasserfelsen gesegnet. Manche Ankerbuchten und selbst Häfen sollte man daher nur bei Tag anlaufen.
Gezeiten & Strom: Der Tidenhub ist gering, der Strom unbedeutend.
Navigation: Terrestrisch. Der Plotter ist zu ungenau, um in Küstennähe eine Hilfe zu sein.

© Jan Bindseil

Beste Zeit: Juni bis September.
Anreise: Im Sommer Ferienflieger. Sonst fliegt man über Paris nach Ajaccio. Viele Reisen auch mit Auto + Fähre an.
Einreise & Zoll: EU- und Schengenland.
Sprache: Französisch. Englisch wird oft schlecht bis gar nicht gesprochen.
Klima: Mediterran mit rauer Note.
Kleidung: Pullover und Ölzeug sollten immer mit an Bord sein.
Schwimmen & Tauchen: Die Westküste bietet viele gute Plätze zum Schnorcheln und Tauchen.
Sicherheit: Wertsachen sollte man nicht an Bord lassen und das Schiff immer verschließen.
Reiseführer: Markus X. Schmid: „Korsika“, im Michael Müller Verlag.
La-Scandola-Naturschutzpark: Der westlichste Teil jener Halbinsel, die den Golf von Porto im Norden begrenzt, ist ein Naturschutzpark. Ankern darf man hier nur von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. In den beiden Buchten in der Gargalu-Passage ist jegliches Ankern untersagt. Verboten sind Fischen, Speerfischen und Tauchen mit Geräten.

© Carl Victor

Windverhältnisse

Maestrale (Mistral): Dieser aus dem Rhone-Tal kommende Wind erreicht im Sommer selten Sturmstärke, in der Vor- und Nachsaison aber sehr wohl. Es empfiehlt sich immer, Schutz in einem sicheren Hafen zu suchen.
Genuatief: Fronten, die von Westeuropa ins Mittelmeer ziehen, vertiefen sich oft im Tyrrhenischen Meer. In der Vor- und Nachsaison muss man dann mit schwerem Sturm an Korsikas Westküste rechnen, den man unbedingt in einem sicheren Hafen aussitzen sollte.
Tramontane: Ein kühler trockener Nordwind, der über die Alpen kommt. Bei einem Törn an der Westküste macht man mit ihm meist nur im Raum Calvi Bekanntschaft.
Libecciu: Dieser feuchtschwüle Südwester ist der häufigste Wind an Korsikas Westküste. Nur wenige Buchten bieten Schutz vor dem Wind und kaum eine vor seinem Schwell. Nicht selten ist er der Vorbote eines aus dem westlichen Mittelmeerraum heranziehenden Tiefs.
Mezudiornu (Ambata, Marinu): Diese Thermik setzt vormittags ein, kann am Nachmittag kräftig auflandig wehen und sollte sich abends wieder verabschieden. Der ideale Segelwind an Korsikas Westküste!
Terranu: Diese nächtliche ablandige Brise erreicht nicht die Stärke des Mezudiornu und reicht auch nicht weit aufs Meer hinaus. In Küstennähe kann sie aber für einen beschaulichen Nachttörn sorgen.
Poniente: Ein Westwind, der aus dem westlichen Mittelmeer auflandig an Korsikas Westküste weht. Selten in den Sommermonaten.

Gregale (NE), Levante (E) und Schirokko (SE bis S) machen sich in diesem Bereich der Küste wenig bis gar nicht bemerkbar:
Wenn die Wetterlage nicht ausgeprägt ist, lassen sich an Korsikas Küsten keine sicheren Windprognosen erstellen. Sicher ist dann nur, dass an jedem Kap der Wind aus einer anderen Richtung und in unterschiedlicher Stärke weht.

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