Rio Verschmutzung: Hässliche Aussichten vom Olympiarevier

"Rio schwimmt in der Scheiße"

ZEIT online hat dem Olympiarevier in Rio eine Bilderstrecke gewidmet. Die Aussicht ist erschreckend und deckt sich mit den Erfahrungen der Segler, die schon vor Ort waren.

Die ZEIT Redaktion hat die Bilder zu der drastischen Überschrift “Rio schwimmt in der Scheiße” veranlasst. Tatsächlich wird deutlich, dass Rio de Janeiro offenbar nicht die Traum-Destination ist, von der das Fernweh genährt wird.

Aktuelle Umwelt-Analysen haben ergeben, dass mehr als ein Drittel der 13.000 Tonnen Abfall, die täglich in Rio erzeugt werden, über einen der 50 Zuflüsse in die Guanabara Bucht gelangen.

49er, Rio, Müll

Segeln im Müll vor Rio. © Thomas Rein

Dazu wird laut Sailors for the Sea das Gebiet von der umfangreichen Öl-Industrie belastet. 14 Öl-Terminals, 1000 Tankstellen und zwei Raffinerien sind rund um die Bucht angesiedelt und belasten mit ihren Ausscheidungen besonders das Gewässer. Außerdem haben seit 1975 drei Öl-Katastrophen stattgefunden, die durch einen havarierten Tanker und leckende Pipelines zustande kamen.

Durch Olympia steht diese Belastung der Natur im Fokus. Auch Erik Heil und Thomas Plößel haben schon von ihrem Training vor Ort berichtet. Aber ob sich in zwei Jahren Entscheidendes für die Olympiasegler ändern kann bleibt zweifelhaft.

Tipp: SR-Leser Tom

 

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11 Kommentare zu „Rio Verschmutzung: Hässliche Aussichten vom Olympiarevier“

  1. avatar Ballbreaker sagt:

    Millionen von Menschen leben tag täglich in diesen Müllmengen. In einem brasilianischen Favela sind Wertstoffhof, Mülltrennung und Müllabfuhr mehr als Fremdworte.

    Zitat: “…..Aber ob sich in zwei Jahren Entscheidendes für die Olympiasegler ändern kann bleibt zweifelhaft.”

    Die Segler sind nach den 2 Wochen Olympia (+ vielleicht 4 Wochen Vorbereitung) dann auch schnell wieder weg. Und die Bewohner bleiben in diesen heruntergekommenen Lebensumständen zurück.

    Man sollte sich vielleicht einmal vor Augen halten, wie privilegiert man ist, wenn man mit einem Boot, von dessen Einkaufspreis eine Familie im Favela problemlos 1-2 Jahre leben könnte, Olympia in Rio Segeln darf……

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    • avatar SR-Fan sagt:

      Privilegiert sind die Segler zunächst mal, weil sie in Ihrer Heimat (großteils) andere Zustände vorfinden. Ob man privilegiert ist, weil man seinem sensiblem Wohlstands-Body noch ein paar Krankheiten zufügt oder die “Scheiße” als Langstreckenschwimmer frisst (von anderen Verletzungen mal abgesehen) steht dann aber wohl auf nem anderen Blatt.

      VG

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  2. avatar Sid Vicious sagt:

    Wieso werfen die das nicht wie das andere in den Urwald?

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 7

  3. avatar Wuastwasser sagt:

    Genau!
    Ist ja genügend Platz vorhanden.
    Denn der Wald liegt ja aufgesägt, in Form von Stäben, auf unseren Decks rum.

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  4. avatar Trolli sagt:

    vielleicht ist das auch der gigantische Scheißestrudel, ähnlich einem Müllstrudel, den wir Segler über die Jahre produziert haben, der aber unglücklicherweise genau da hin gedriftet ist, wo wir doch Olympia segeln wollten 😉

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    • avatar Manfred sagt:

      Ja Trolli, da ist was dran.
      Mit den ganzen Mobos, RIBS, Plastikflaschen, angefangen in der Opti Zeit bis hin zu den Kader Trainingseinheiten, dem Papier von Kraftriegeln, Plastiktüten und vor allen Dingen den dämlichen Riesen-Nummern-Aufklebern die sich draussen selbstständig machen und deren schon an Land achtlos beiseite geworfenem Rückseitenpapier, sowie die massenhaft rumliegenden Tapereste. Alles landet irgendwie in diesem Riesenstrudel und am Ende in Form von mikrokleinen Elementen in unserer Nahrungskette und macht uns krank.
      Heute schon Müll in der Nähe von einem Gewässer gesammelt?

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  5. avatar TBC sagt:

    Jetzt mal ehrlich, ob priveligiert oder nicht. Würdet ihr in dieser Brühe segeln, Langstreckenschwimmen o.ä. wollen? Wer dort baden geht, ob Einheimischer oder nicht, ist selbst schuld. Keiner wird gezwungen.

    Da würd ich zu Olympia sagen: Scheiss drauf!

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