Schiffbruch: Piraten-Überfall, Mast gebrochen, gesunken

Vom Weihnachtsmann gerettet

Der Kanadier Eric Valois wurde erst von Piraten überfallen, dann brach der Mast, die Maschine versagte, das Schiff drohte zu sinken und seine Notrufe wurden ignoriert. Dann erschien ihm der Weihnachtsmann.

Eric Valois hat sein Leben behalten, aber alles verloren. © Valois

Eric Valois hat sein Leben behalten, aber alles verloren. © Valois

Viel mehr kann auf einem Segeltörn nicht schief gehen. Eric Valois, der seit sieben Jahren in den Gewässern um die Bahamas auf seiner Yacht Charter-Kapitän lebt und arbeitet, hat im Dezember einen denkwürdigen Einhand Törn absolviert. Nur knapp sprang er dem Tod von der Schippe.

Zuerst wurde er von Piraten attackiert. Drei Mann kamen in einem kleinen Boot von Haiti aus auf seine 14 Meter Yacht “Flamboyant” zu, um sie zu entern, wie Valois gegenüber dem kanadischen Sender CBC News berichtet. Aber sie hätten keine Waffen dabei gehabt und so habe er sie abwehren können, sagt Valois. Offenbar ist er selber gut bewaffnet gewesen.

Rettung

Eric Valois steht breitbeinig auf dem Vorschiff, bevor er von der schlingernden Yacht an Bord der Retter springen kann.

Nur wenige Tage nach dem Adrenalin-Schock brach der Mast seines Schiffes in einem Sturm. Das Problem dabei: Die Trümmer schlugen im Wellengang ein Loch in den Rumpf. Das Schiff drohte zu sinken. Dann musste Valois auch noch feststellen, dass die Maschine nicht funktionierte. Er war manövrierunfähig.

Notrufe wurden ignoriert

Knapp hielt er sich über Wasser, indem er verzweifelt versuchte, die Pumpen in Betrieb zu halten. Seine Notrufe wurden ignoriert, obwohl mehrere Schiffe in unmittelbarer Nähe passierten. Fünf Tage driftete er umher und machte sich schon bereit, die Rettungsinsel zu besteigen. Aber er zögert lange, weil er glaubt, dass seine Überlebenschancen nicht sehr gut gewesen wären.

Der Retter: USNS "Pathfinder" © US Navy

Der Retter: USNS “Pathfinder” © US Navy

An Heiligabend kam die Rettung mitten in der Nacht. Bei acht Windstärken und fünf Meter hohen Wellen näherte sich die “Pathfinder”, ein Vermessungsschiff der US Marine. Drei Stunden dauerte es, bis die Crew den Kanadier in rollender See an Bord nehmen konnte. Kurz danach versank die Yacht endgültig.

Valois staunte nicht schlecht, als er den Kapitän als Santa Claus verkleidet sah. Er war mitten in die Weihnachtsfeier der Crew geplatzt.

Der Kanadier war erleichtert über seine knappe Rettung. Aber so richtig nach Feiern war ihm nicht zu Mute. Denn mit seinem Schiff hat er alles verloren, was er besaß. Er lebte auf der “Flamboyant” und mit den Chartertörns bestritt er seinen Lebensunterhalt. Aber er will sich nicht unterkriegen lassen. “Man hat nur ein Leben, und ich will das beste daraus machen.”

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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