Gerettet: Seekranker Bulgare wollte im 14-Fuß-Boot von England nach Amerika

Transatlantik per Stadtplan

Die englischen Seenotretter trauten zunächst ihren Augen nicht, als sie – von einem Skipper alarmiert – vor der Küste von Dorset einen Einhandsegler aufbrachten, der apathisch in seinem nur rund 4,50 Meter langen Segelboot saß und bei frischen Wind in rauer See Spielball der Natur war.

Bulgare, Seenot

Selbstmordversuch? Bulgare wird von Rettern gestoppt als er im Dinghy von England nach Amerika wollte.

Offenbar von Seekrankheit schwer angeschlagen wiederholte der Bulgare stoisch, „ich bin nach Westen unterwegs“ und lehnte jede Hilfe ab. Eine Schwimmweste trug der Reisende nicht, nur eine dünne Windjacke und Leggings.

„Wenn wir dich hier zurücklassen, wirst du sterben“, schwor Pete Dadds (41) vom RNLI-Rettungsboot auf den Schiffbrüchigen ein. Dennoch dauerte es 45 Minuten, bis der 30-jährige aus seiner aussichtslosen Lage befreit und von Bord gezogen werden konnte.

Vom beschaulichen Hafen in Christchurch an der englischen Südküste wollte der 30-Jährige in einem 4,50-Segelboot Amerika erreichen.  ©Rex/The Telegraph

Vom beschaulichen Hafen in Christchurch an der englischen Südküste wollte der 30-Jährige in einem 4,50-Segelboot Amerika erreichen. ©Rex/The Telegraph

Dabei stellte sich heraus, dass der Bulgare unweit westlich der Isle of Wight im Hafen von Christchurch abgelegt hatte, wo er das 14-Fuß-Boot wenige Stunden zuvor für 300 Pfund gekauft hatte. Es war nur notdürftig geriggt und besaß keinerlei Positionslaternen, geschweige denn Navigationsinstrumente. Der „Abenteurer“ hatte auch keine Seekarten dabei, sondern lediglich einen Stadtplan von Southampton.

Damit wollte er über mehr als 3000 Seemeilen in die USA segeln. Ein US-Visum und seinen Pass führte der Bulgare mit sich. Neben wenigen Habseligkeiten hatte er eine Tasche mit Keksen, Bohnen und Hot Dogs als Verpflegung dabei. Nach nur fünf Seemeilen war der lebensmüde Versuch beendet. „Es war purer Zufall und großes Glück, dass jemand ihn gesehen und die Küstenwache alarmiert hat“, meinte Dadds.

Und weiter: „Das wäre nicht mehr lange gut gegangen. Das Boot zog schon Wasser, und der Segler war bereits stark unterkühlt. Mir blieb nichts anderes übrig, als ihn auf der Rücktour die ganze Zeit warm zu knuddeln“ so der Retter. An Land warteten schon die Polizei und ein Krankenwagen, der den Ausflügler ins Hospital brachte. Ob und wie der 30-jährige weiterhin nach Amerika möchte, wurde nicht übermittelt.

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4 Kommentare zu „Gerettet: Seekranker Bulgare wollte im 14-Fuß-Boot von England nach Amerika“

  1. avatar Stefan Z sagt:

    Ist das Boot aus Vulkanfaser?

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 23 Daumen runter 2

  2. avatar Boris sagt:

    Sollte im Lied eingearbeitet werden….

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  3. avatar Paul B sagt:

    Die Überschrift ist wohl etwas daneben gegangen?
    Seekrank ist hier ja wohl nur das Ergebnis von Geistesschwäche – aber so will man natürlich nicht titeln:
    Geisteskranker ….

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  4. avatar Paul B sagt:

    ach und wenn man sich das Video ansieht … nee. Klassisch die Mopedfahrer in ihrem aufgeblasenem Radiergummi. Full Steam ahead – andere Geschwindigkeiten gibt´s ja wohl nicht. Dann der Titel in der ersten Einstellung “… strong wind …” der sich ja schon darin zeigt, dass die Segel schlackern. Die Retter fahren wie alle Motorbootprofis von der Luvseite an das Segelboot ran – wie ich das auf dem Wasser liebe, wenn schon kaum Wind, dann doch bitte ordentliche alte Dünung und Profiseefahrer, die einem das bisschen Lüftchen noch aus den Tüchern sperren! Und zurück wieder volle Kanne, vermutlich hing da die olle Jolle erst noch mit dran und tanzte munter bis nur noch der Tampen mit ner Klampe am Gummiboot war?

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 5 Daumen runter 15

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