Seenot: HMS Bounty-Nachbau im Hurrikan gesunken

"Wir steigen jetzt in die Rettungsinseln...“

„Wir machen zuviel Wasser, unsere Pumpen schaffen das nicht mehr, wir steigen jetzt in die Rettungsinseln!“ Diesen Satz schrie eine junge Frau ins Telefon, als sie von der sinkenden Bounty aus mitten im Sturm tatsächlich ihren Vater per Telefon erreichte.

Die HMS Bounty auf der mündung des Hudson Rivers © hmsbounty

Die HMS Bounty auf der mündung des Hudson Rivers © hmsbounty

Kurz darauf trafen mehrere Hubschrauber der Küstenwache von North Carolina ein, die trotz der 6-8 m hohen Wellen und mehr als 40 kn Windstärke offenbar eine vorbildliche Rettungsaktion durchführten und 14 der 16 Besatzungsmitglieder von den Rettungsinseln und einem Rettungsboot bargen.

Die HMS Bounty trieb ohne Besatzung noch ca. 2 Stunden im Atlantik, bis sie schließlich nach Angaben der Küstenwache sank.

Die Bounty beim Abwettern © unbekannt - ein Besatzungsmitglied

Die Bounty beim Abwettern © unbekannt – ein Besatzungsmitglied

Zwei Personen werden noch vermisst – unter den Geretteten gibt es widersprüchliche Aussagen zu deren Schicksal: Einige behaupten, die Vermissten wären an Bord der Bounty geblieben, andere haben sie erst beim Umsteig in die Rettungsinseln aus den Augen verloren.

Ein Helikopter der Küstenwache hat die Suche fortgesetzt, es gibt allerdings nur wenig Hoffnung, die beiden Vermissten noch zu finden, zumal der Sturm „

“ im Stundentakt an Stärke zulegt

Die Vollschiff-Replika der „Bounty“, auf der die wohl berühmteste Meuterei der Seefahrtsgeschichte stattfand, wurde 1960 gebaut und galt als sicheres, seegängiges Schiff, auf dem u.a. auch Schulungen der US-Marine durchgeführt wurden. 1962 wurde sie als Kulisse für den Filmklassiker „Meuterei auf der Bounty“ mit Marlon Brando berühmt, kürzlich diente die HMS Bounty als Requisite bei den „Fluch der Karibik“-Verfilmungen. In 2011 war sie noch Stargast der Hanse-Sail in Rostock und wurde dort von Zehntausenden bewundert.

Die Bounty in Rostock © Hansesail

Die Bounty in Rostock © Hansesail

Offenbar hatte die HMS Bounty ihren Heimathafen bei New York angesichts des herannahenden Jahrhundert-Hurricanes „Sandy“ verlassen, um den Sturm auf See abzuwettern.

 

 

 

Die gekenterte "Bounty" kurz vor dem Untergang. © Coastguard

Die gekenterte “Bounty” kurz vor dem Untergang. © Coastguard

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7 Kommentare zu „Seenot: HMS Bounty-Nachbau im Hurrikan gesunken“

  1. avatar Uwe sagt:

    Ich denke nicht, dass man den Sturm “auf See abwettern” wollte. Stattdessen wollte man “Sandy” aus dem Wege gehen und nach Süden (Richtung Florida) fliehen.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 7 Daumen runter 4

  2. avatar Heini sagt:

    Ja, aber nur weil die ein paar Meilen rausgefahren sind, haben sie deswegen noch lange keine Flaute. Das Tief ist ein bißchen größer als man denkt.

    Ich frag mich eher: Warum machte das Ding Wasser?

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    • avatar Heini sagt:

      PS: Bei Wikipedia steht es schon (die sind ja echt flott!) : http://de.wikipedia.org/wiki/Bounty_(1961) (Punkt: Untergang).

      Da steht “Ausfall der Lenzpumpen”. Ist das Ding denn so undicht, dass die dann gleich absaufen?

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      • avatar Digger sagt:

        Bei so einem Wind und so einer Belastung wird so ein Schiff immer undichter. Dazu brechen Wellen rüber.

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        • avatar Heini sagt:

          Ähmm.
          Ja?
          Wieso?
          Verwindet sich der Rumpf?
          Dringt Wasser durch die Planken ein?
          Kann man Luken nicht schließen?
          Wenn ein Schiff bei Ausfall der Lenzpumpen unmittelbar auf Tiefe geht … hmmm … ja … dann ist das wohl besser so.
          Aber umso schlimmer, wenn Menschenleben dabei drauf gehen.
          Aber wieso steht dann da oben: “sicheres, seegängiges Schiff, auf dem u.a. auch Schulungen der US-Marine durchgeführt wurden”

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    • avatar Uwe sagt:

      “Claudia McCann, Ehefrau des Kapitäns Robin Walbridge, sagte, ihr Mann habe auf dem Weg nach Florida vergeblich versucht, dem Hurrikan auszuweichen: „Er wollte genau das vermeiden, was passiert ist.” ”
      Quelle: Yacht

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  3. avatar RVK sagt:

    Menschen, die die Yacht zitieren, klatschen auch bei Flugzeuglandungen!

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 7 Daumen runter 10

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