Seenot in der Südsee: Eitzingers verlassen “Rancho Relaxo”, wollen aber weitermachen

Die Sehnsucht bleibt

Sehnsüchtiger Blick auf das Südsee-Wasser. Vielleicht verziehen sich für die Eitzingers doch die dunklen Wolken. © Eitzinger

Sehnsüchtiger Blick auf das Südsee-Wasser. Vielleicht verziehen sich für die Eitzingers doch die dunklen Wolken. © Eitzinger

Fast ein Monat ist es her, dass David Eitzinger seine Stahlyacht “Rancho Relaxo” bei den Tuamotus Inseln auf ein Riff gesetzt hatte. Frau und Kinder (5 und 7 Jahre alt) waren wohlauf und das Schiff konnte nach einer dramatischen Rettungsaktion noch gerettet werden.

Aber der Bagger riss bei der Bergung das Rigg ab. Die Weltumsegelung schien beendet, aber die Sehnsucht blieb. Die Unterstützer aus der Heimat machten Mut. “Es ist ein Wahnsinn !!!! Leute – wir sind wirklich fassungslos, wie viele Freunde uns gerade helfend unter die Arme greifen”, schreibt Eitzinger auf der Rancho Relaxo Website.

Das Bild von der gestrandeten "Rancho Relaxo" taucht immer wieder in den Träumen auf.  © Eitzinger

Das Bild von der gestrandeten “Rancho Relaxo” taucht immer wieder in den Träumen auf. © Eitzinger

“Vor allem aber sind es bisher unbekannte, weil anonyme Blogleser die nun plötzlich aktiv werden und sich finanziell für die ‘virtuelle Mitreise’ bedanken. Alle Freunde, Spender und Blogleser die uns mit Worten unterstützen: Vielen, vielen Dank !!!”

Die Familie versuchte auf den Tuamotus einen Ersatzmast zu besorgen. “Wir haben viele verschiedene Meinungen und Preise erfragt und uns gebrauchte Masten angesehen.” Aber es folgte eine ernüchternde Erkenntnis: “Die `Rancho Relaxo´ kann von uns nicht repariert werden. Das würde mehr Geld verschlingen, als unser Schiff bei einem Verkauf erzielen könnte.”

Blick über das Riff an der Ostseite von Moorea. © Eitzinger

Blick über das Riff an der Ostseite von Moorea. © Eitzinger

Abschied vom Schiff fällt schwer

Diese plötzliche Gewissheit wog schwer und schien das Aus für die Weltumsegelung zu bedeuten. “Wir haben versucht, möglichst ohne allzu große Emotionen an diese Sache ranzugehen. Da es sich jedoch nicht um irgendein Objekt sondern um unser Zuhause handelt und wir viele Erlebnisse und Erinnerungen mit diesem wunderbaren Schiff verbinden, wird uns ein Abschied sehr, sehr schwer fallen.”

Aber das Blatt wendete sich. Es reifte ein Plan B. “Da zur Zeit der Bootsmarkt ziemlich am Boden ist und wir uns am Ende der Welt aufhalten, findet man hier auch etliche Schiffe, die für uns durchaus in Frage kommen und mit denen wir günstiger als mit einer Reparatur wegkommen. So konzentrieren wir gerade unsere Energien auf die Suche nach einem passendem Stahlkahn und die Finanzierung. Und in beiden Punkten gibt es äußerst positive Entwicklungen!

Einer von vielen Masten, den die Langfahrtsegler für den möglichen Einsatz auf ihrem Schiff begutachten. © Eitzinger

Einer von vielen Masten, den die Langfahrtsegler für den möglichen Einsatz auf ihrem Schiff begutachten. © Eitzinger

Es scheint alles etwas irreal, vor genau zwei Wochen lagen wir am Riff und dachten, wir würden alles verlieren. Nun sieht alles danach aus, als ob wir die Reise im nächsten Jahr mit einem anderen Schiff fortsetzen werden. Hauptsächlich verdanken wir diese Möglichkeit unseren Familien, die voll hinter uns stehen und uns diese zweite Chance ermöglichen.

Viele Freunde und Blogleser haben uns ebenso unterstützt und aufgemuntert, die Reise fortzusetzen. Und genau das wollen wir machen. Auch wenn die weitere Reise nicht mehr mit der `Rancho Relaxo´ erfolgt und wohl auch ein wenig mehr mit Arbeiten zu tun hat. Aber dadurch sollte es nicht weniger spannend sein und wir sind überglücklich über diese Wendung der letzten Tage !!”

Das Leben geht weiter. Besuch einer Pferde-Ranch. © Eitzinger

Das Leben geht weiter. Besuch einer Pferde-Ranch. © Eitzinger

In der Südsee gestrandet, aber glücklich. Geburtstagsfeier. © Eitzinger

In der Südsee gestrandet, aber glücklich. Geburtstagsfeier. © Eitzinger

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Carsten Kemmling

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