Seenot: Katamaran kentert vor Südafrika – französischer Segler nach aufwändiger Suche gefunden

Verschollen und gerettet!

Verschollen, Schiffbruch, gekentert, Katamaran,

Der durchgekenterte 15-Meter-Katamaran “Lama Lo” © MRCC

Zunächst fanden die Rettungskräfte nur den gekenterten Katamaran, dann eine unbemannte Rettungsinsel. Fünf Handelsschiffe, ein Rettungskreuzer und ein Helikopter suchten dennoch weiter…

Jean Sitruk segelte auf einem 15-Meter Katamaran „Lama Lo“ von Durban nach East-London in Südafrika. Der 65-jährige Skipper aus Lyon war mit dem 30-jährigen Südafrikaner Kyle Castelin unterwegs, beide waren offenbar zuvor noch nie zusammen gesegelt. Sitruk galt als relativ erfahrener Segler, Castelin war Novize.

In einem Sturm ca. 60 Seemeilen nordöstlich von East London kenterte der Katamaran in einer ungewöhnlich hohen See durch.

Die Rettungskräfte des MRCC (Maritime Rescue Coordination Centre) empfingen kurz darauf ein EPIRB-Signal und stachen mit einem Rettungskreuzer in See, begleitet von einem SAAF-Hubschrauber. Über Funk wurden fünf in der Nähe des zuletzt empfangenen Epirb-Signals befindliche Container,- Chemietank- und Frachtschiffe in die Suche einbezogen.

Eines dieser Handelsschiffe war zuerst an der Unglücksstelle und fand den gekenterten Katamaran, auf dem aber kein Lebenszeichen von den beiden Seglern zu erkennen war. Kurz darauf fand ein weiteres zur Hilfe herbeigeeiltes Schiff die leere Rettungsinsel der „Lama Lo“.

Vom Hubschrauber wurden später spezialisierte Rettungsschwimmer zum gekenterten Katamaran abgeseilt, die in den Rümpfen nach Überlebenden suchten, aber nicht fündig wurden.

Verschollen, Schiffbruch, gekentert, Katamaran,

Kurz nach dem Katamaran wurde eine leere Rettungsinsel gefunden © mrcc

Alles, bloß nicht aufgeben

Mittlerweile gingen die Rettungskräfte davon aus, dass die beiden Segler in der rauen See beim Einstieg in die Rettungsinsel über Bord gegangen sein mussten – die Rettung nach mehr als zehn Stunden Suche galt als aussichtslos.

Dennoch gaben die Mannschaften der sechs an der Aktion beteiligten Schiffe nicht auf. In Sturmböen von über 50 Knoten begannen sie erneut unter Leitung des südafrikanischen Rettungsdienstes eine Rastersuche, die abermals ergebnislos verlief. Als letzte Maßnahme schickte der verantwortliche Rettungsoffizier eines der Handelsschiffe nochmals in das Gebiet zwischen dem zuletzt empfangenen Epirb-Signal und dem Ort, wo der gekenterte Katamaran letztendlich aufgefunden wurde.

Obwohl dort bereits mehrere Stunden intensiv gesucht worden war, machte man sich – auch mit erneuter Hilfe eines Hubschraubers – nochmals auf die Suche.

Und wurde tatsächlich fündig: Die Offiziere des Frachters „Rossini“ entdeckten die beiden verschollenen Segler auf dem Tender der „Lama Lo“ auf Drift. Beide Schiffbrüchige waren zwar schwer seekrank, ansonsten aber wohlbehalten.

Verschollen, Schiffbruch, gekentert, Katamaran,

Tender der “Lama Lo” , auf dem der Franzose und sein südafrikanischer Mitsegler sich retteten © MRCC

Die „Rossini“ ging längsseits, nahm Sitruk and Castelin an Bord und behielt sie auf ihren Wunsch gleich dort: Als die beiden Geretteten erfuhren, dass der Frachter Capetown ansteuern wolle, baten sie darum, an Bord bleiben zu dürfen. In der Zwischenzeit haben sich Familienangehörige der beiden Segler ebenfalls auf den Weg nach Capetown gemacht.

Der verantwortliche Offizier des MRCC bezeichnete die Rettungsaktion als vorbildlich – hauptsächlich, weil die Crews der an der Suche beteiligten Schiffe selbstlos handelten und in „bester seemännischer Manier bis zuletzt nicht aufgaben!“

Der Katamaran „Lama Lo“ soll offenbar von einem spezialisierten Unternehmen geborgen werden.

Tipp von SR-Leser André Mayer

Spenden

Ein Kommentar „Seenot: Katamaran kentert vor Südafrika – französischer Segler nach aufwändiger Suche gefunden“

  1. avatar Kugelfisch sagt:

    Grandiose Aktion – Glückwunsch an alle Beteiligten!

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *