Seeunfall: Einhandsegler Matteo Miceli von seiner Class 40 geborgen – Kiel abgebrochen

Freitag, der Dreizehnte

Reichlich Glück im Unglück: Micelli paddelt Richtung Frachter "Aramon" © aramon

Reichlich Glück im Unglück: Micelli paddelt Richtung Frachter “Aramon” © aramon

 

Erst fühlte sich das Ruder „komisch“ an, dann verlor Micelis E40 Fußer den Kiel und kenterte. Der Italiener wurde von einer Frachterbesatzung gerettet – sein Huhn „La Mora“ blieb auf See.

Er hatte das Gröbste schon geschafft: Nach 145 Tagen (fast) alleine auf See, war Matteo Miceli kurz davor, zum zweiten Mal den Äquator zu überqueren. Auf seiner Einhand-Nonstop-Weltumseglung ernährte sich der Italiener zu einem großen Teil von Gemüse, das in einem Mini-Garten an Bord gedieh. Für das nötige Eiweiß sorgten zwei Hühner, von denen eines allerdings bereits im Indischen Ozean sein Leben verlor.

Mateo zu glücklicheren Zeiten © miceli

Mateo zu glücklicheren Zeiten © miceli

Nun segnete auch „La Mora“ (die Brünette), die seefeste Legehenne mit den wohl meisten Seemeilen unter den Krallen, das Zeitliche.

Ausgerechnet am letzten Freitag, den Dreizehnten spürte Miceli zunächst ein veränderte Ruderverhalten, kurz darauf löst er den EPIRB-Notruf aus – seine Class 40, die er Eco 40 nennt, hatte offenbar ohne eine vorherige Berührung mit treibendem Gut oder einem Wal – den Kiel verloren, kenterte sofort und trieb koppheister in den Fluten.

Die letzten Meter bitte schwimmen © aramon

Die letzten Meter bitte schwimmen © aramon

Dem Skipper gelang es, die Rettungsinsel zu aktivieren, Verpflegung, Trinkwasser und das Satelliten-Telefon von Bord zu bergen.

Das Schicksal seiner Seehenne beschrieb er später so: „Ich öffnete sofort das Bullauge , um La Mora aus dem Käfig zu holen. Ich habe sie an einer trockenen Stelle an Bord zurück gelassen. Ich stieg aus der Heckluke, um die Rettungsinsel zu öffnen, das Überlebenskit und anderes einzusammeln. Durch das Hin- und her habe ich mir an der Luke verschiedene Schnittwunden zugefügt. Dann wollte ich „La Mora“ holen… aber sie hat es nicht geschafft!“

Matteo Miceli hatte dagegen enormes Glück im Unglück. Er kenterte am helllichten Tag und nur 40 Seemeilen von ihm entfernt fing die Besatzung eines Frachters, der Richtung Brasilien utnerwegs war, seinen Notruf auf. Keine zwei Stunden später lag die „Aramon“ längsseits der havarierten Eco 40 und Kapitän Salovatov sowie der 2. Offizier Asllan führten ein offenbar perfektes Rettungsmanöver durch.

Das „Shore-Team“ von Matteo Miceli und die Versicherungen haben bereits angekündigt, dass sie die weiterhin im Atlantik treibende „Eco 40“ bergen wollen.

Ende einer Weltumseglung © miceli

Ende einer Weltumseglung © miceli

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