“Segelmädchen” Laura Dekker: “Guppy” auf dem Riff – Welche Fehler gemacht wurden

"Mein traurigster Moment"

Laura Dekker, die jüngste Einhand-Weltumseglerin, sieht im Deutsche Bank Werbespot ziemlich glücklich aus. In Wahrheit ist sie gerade von einem schweren Schlag getroffen worden.

Auf See zur Frau geworden. Laura Dekker vor ihrer Jeanneau Gin Fizz. © lauradekker.nl

“Guppy” ist für Laura Dekker mehr als ein beliebiger Segeluntersatz. Die 37 Fuß lange Jeanneau Gin Fizz war 519 Tage lang ihr Partner bei dem größten Abenteuer ihres Lebens. Die rote Ketsch gilt als Symbol für den unbändigen Freiheitsdrang der damals 16-Jährigen, die allen Widerständen zum Trotz 2012 die Einhand-Weltumsegelung schaffte.

Umso emotionaler wendet sich die in Neuseeland lebende Holländerin an ihre Fans: “Diese letzte Woche war wahrscheinlich eine der traurigsten in meinem bisherigen Leben. Meine liebe ‘Guppy’, mein erstes Zuhause, mein Begleiter ist auf einem Riff in einem der Atolle der nördlichen Cookinseln gestrandet!”

Kindern fürs Segeln begeistern

Sie erklärt, dass sie den 12,30 Meter langen Zweimaster an eine gemeinnützige Organisation verliehen hatte, die mit Kindern zu segeln wollte. Es sollte später bezahlt werden, sei aber nie passiert. “Dennoch entschied ich, dass diese Zukunft für Guppy die beste sein würde. Wenn sie mehr Kinder inspirieren könnte, ihre Träume zu leben, wäre es das alles wert.”

Laura Dekker

Die 12,30 Meter lange Ketsch “Guppy” hat Laura Dekker im Alter von 16 Jahren um die Welt getragen. © Dekker

So habe das Schiff im April 2018 Neuseeland mit einer vierköpfigen Crew verlassen und eigentlich sollte Dekker bei der ersten Etappe nach Fidschi mit an Bord sein. Aber sie musste aus Krankheitsgründen passen.

“Guppy” sollte nach Los Angeles überführt werden, und Dekker sagt, sie habe volles Vertrauen zu dem Skipper gehabt. Aber schließlich habe jemand anderes die Yacht geführt und der sei ihr schon aufgefallen, als Bilder zeigten, dass er bei etwa 18 Knoten Wind  die Sturmfock setzte.

“Eine großartige Idee! Dabei ist Guppy ein Cruiser/Racer – sie mag viel Segel und ja, sie ist ein sehr nasses Boot. Alles über 10 Knoten Wind bedeutet, dass die Decks nass sind und  Wasser ins Cockpit läuft. Ich schätze, dass der Skipper das nicht wollte. Aber das hat natürlich dazu geführt, dass das Boot langsam segelte und schwer im Seegang rollte.” Dekker glaubt, dass die starken Bewegungen zum Sturz des Überführungsskippers führte. Jedenfalls brach er sich eine Rippe und ging in Fidschi von Bord.

“Inkompetente Crew”

“Von da an setzte Guppy ihren Törn mit einer eher inkompetenten Crew fort”, schreibt Dekker weiter. Sie habe oft versucht, aus der Ferne mit den Seglern zu kommunizieren, und zu erklären, wie “Guppy” gut segelt und wie sie gewartet werden sollte. “Aber immer wenn ich ein Bild von Bord, bekam ich einen Schock.”

Laura Dekker

Laura Dekker im aktuellen Werbesport der Deutschen Bank. © Deutsche Bank

Es habe Probleme mit dem Motor gegeben, die sie nie hatte, Teile des Genuatuch-Schutzes rissen, was darauf hindeutet, dass das Segel zu viel flatterte oder irgendwo schamfielte. Und Ausrüstung sei gegen ihren Rat auf Deck gestaut worden, obwohl die Gefahr bestand, dass sie über Bord gespült werde oder die Reling heraus reißt. Denn das Freibord sei sehr niedrig und die Wellen könnten großen Schaden anrichten. 

Außerdem seien viele Inseln angelaufen worden, die zuvor bei der Törnplanung nicht berücksichtigt worden waren. Das sorgte für so viel Zeitverlust, dass Guppy wegen der steigenden Hurrikan-Gefahr nicht mehr sicher nach Hawaii segeln konnte.

“Ankern dort ist sehr, sehr gefährlich”

“Fast jeden Tag beobachtete ich besorgt den Tracker. Zu meiner großen Überraschung wurde Guppy dann vor einem Atoll auf offenem Meer verankert. Dort ist Ankern eigentlich unmöglich und sehr, sehr gefährlich. Ich habe sofort eine warnende Nachricht geschrieben, aber das war vergeblich.

Ich beobachtete per Tracker wie sich Guppy auf das Riff zu bewegte und schließlich dort liegen blieb. Ich habe sehr wenige Informationen darüber erhalten, was wirklich passiert ist. Aber es ist bestätigt, dass sie tatsächlich auf dem Riff liegt. Seit fast einer Woche! Kein Boot, nicht einmal ein Stahlboot, nicht einmal Guppy kann das überleben.”

Die berühmte Yacht scheint nun ein Totalschaden zu sein. Denn das Atoll Manihiki östlich von Samoa ist ein sehr abgelegenes Atoll mit wenigen Ressourcen. Immerhin sei der Skipper, der “Guppy” führte wohlauf. Er habe allerdings medizinische Hilfe in Anspruch nehmen müssen.

“Ich kann es immer noch nicht glauben, dass Guppy nun für immer verloren ist. Das habe ich noch nicht verarbeitet. So ist aber die Realität, und ich werde damit leben müssen….
Die Reise von Guppy endet hier, aber in meiner Erinnerung wird sie natürlich immer weitersegeln.”

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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Ein Kommentar „“Segelmädchen” Laura Dekker: “Guppy” auf dem Riff – Welche Fehler gemacht wurden“

  1. avatar Jan sagt:

    Ist der Artikel eine maschinelle Übersetzung?

    Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 2

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