Segeln in Dänemark: Wann deutsche Segler wieder die Nachbarn besuchen dürfen

Das Erreichte nicht aufs Spiel setzen

Während in Schleswig-Holstein wieder geslippt werden darf, sind deutsche Segler in Dänemark noch nicht willkommen. Und das scheint sich auch so schnell nicht zu ändern.

Segeln in Dänemark. © VisitDenmark

Schleswig-Holstein hebt das Einreiseverbot für Touristen zum 18. Mai auf. Ministerpräsident Daniel Günther betont in einer aktuellen Pressekonferenz: “Es ist an der Zeit, das gesamte gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben unseres Landes in den Blick zu nehmen und den Weg Schleswig-Holsteins zu gestalten.” Das ist besonders für die Ostsee-Segler ein weiterer Schritt zur Normalität, aber ihr Bewegungsradius bleibt weiterhin eingeschränkt.

Das liegt insbesondere daran, dass Dänemark keine Anstalten macht, Touristen ins Land zu lassen. Am Mittwochabend sagte Premierministerin Mette Fredriksen, dass sie auch beim heutigen Treffen der Parteien nicht über die Frage diskutieren wolle, ob deutsche Urlauber wieder ins Land dürfen. Damit blieben auch die dänischen Häfen für deutsche Gastlieger geschlossen. Die Angst, sich wieder mehr Coronavirus-Infektionen ins Land zu holen ist in Dänemark immer noch groß.

Das Nachbarland reagierte wegen der Corona-Krise als eines der ersten Länder schon am 14. März mit Grenzschließungen und scheint bisher mit rund 10.000 Covid19-Infizierten und 506 Toten vergleichsweise glimpflich davongekommen zu sein. Aber wenn man die Zahlen in Bezug zu den nur 5.8 Millionen Einwohnern sieht, dann verzeichnen die Dänen mit 177 Fällen pro 100.000 Bürgern kaum weniger Infektionen als Deutschland (203), Österreich (178) oder Schweden (235). Das Land rangiert damit unter den 20 am stärksten betroffenen Ländern weltweit.

Konkreten Nachfragen ausgewichen

Entspannung sieht anders aus. Auch wenn die Tourismusverbände im Land Druck machen. Ihr Argument: Wenn ein Urlauber aus einem Land mit einer ähnlichen Infektionslage einreisen, erhöhe sich das Risiko nicht.

Ganz klar ist die Position der dänischen Regierung allerdings nicht. Kritiker bemängeln, dass die Minister bei der Fragestunde im Parlament konkreten Fragen zu dem Thema ausgewichen seien. Auf die von Deutschland angekündigte schrittweise Öffnung  gebe es keine entsprechende dänische Reaktion. Es heißt nur, man wolle das Erreichte nicht aufs Spiel setzen.

Vielleicht kommt aber doch noch Bewegung in die Sache. In Dänemark laufen die aktuellen Maßnahmen gegen Corona am Sonntag aus. SH- Ministerpräsident Daniel Günther hat angekündigt, dass das Auswärtige Amt bei der dänischen Regierung nachhaken wird, wie der Weg zu weiteren Öffnungen zwischen Dänemark und Deutschland aussehen könnte.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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