Segelroboter: Monatelang vermisste unbemannte „Saildrone“ in Australien angespült

„Sehr seltsames Boot“

An der südostaustralischen Küste hat ein angespültes Segelgefährt für Verwunderung gesorgt. Die über und über mit Seepocken bedeckte unbemannte Saildrone war 2019 von Neuseeland aus gestartet und wenig später zwischen Antarktis und Kap Hoorn verloren gegangen.

Die Polizei im australischen Bundesstaat Victoria vermeldete den ungewöhnlichen Fund vor wenigen Tagen. Die Mitglieder der Rettungsorganisationen „Waratah Beach SLSC“ und „Life Saving Victoria“ seien völlig perplex gewesen, als sie das am Waratah Bay Beach angespülte „sehr seltsame Boot“ entdeckt hätten. „Ich dachte nur: ‚Oh mein Gott, was ist das?‘ So etwas habe ich noch nie in meinem Leben gesehen“, berichtete Greg Mouldings von der Waratah Bay Marine Rescue in den neuseeländischen Medien.

Nachforschungen hätten schließlich ergeben, dass es sich um einen wind- und solarbetriebenen Segelroboter des US-Unternehmens Saildrone handelte, so die Polizei. Dieser war vor fast genau zwei Jahren von Neuseeland aus gestartet, um mithilfe einer Vielzahl von Sensoren wissenschaftliche Daten im Südpolarmeer zu sammeln. Ziel des Einsatzes sollte es sein, die schnellen Veränderungen im antarktischen Ökosystem besser nachvollziehen zu können und neue Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie das Südpolarmeer das globale Klima beeinflusst.

Während eine kurz zuvor ebenfalls auf Antarktis-Expedition geschickte Saildrone ihre Mission im Sommer 2019 nach 196 Tagen erfolgreich abschließen konnte und als erstes unbemanntes System dieser Art eine Umrundung der Antarktis schaffte, traf „SD 1023“ im Südpolarmeer auf besonders tückische Bedingungen. Der Kontakt zur sieben Meter langen Saildrone ging schließlich verloren. Doch nach insgesamt 718 Tagen auf See wurde sie nun unerwartet an der australischen Küste angespült.

Saildrone-Chef Richard Jenkins sagte gegenüber ABC News Australien, dankbar zu sein, dass die Drohne nach ihrer beschwerlichen Reise nun wieder aufgetaucht sei. „SD 1023 war an einem der härtesten Orte des Planeten und hat es überstanden“, sagte er. „Sie hat das Kap Hoorn im Winter passiert und die Daten, die sie gesammelt hat, sind alle noch da.“

Die Rettungskräfte aus Victoria erklärten in den lokalen Medien, zwar schnell vermutet zu haben, auf etwas Außergewöhnliches gestoßen zu sein, nicht aber, solch ein Rätsel gelöst zu haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

15 + 8 =