Seglerin von Mobo überfahren: Wie das Unglück passierte

"Schrecklicher Verlust"

Die Kollision eines Motorbootes mit einem Sportkatamaran, bei dem die Seglerin Sandra Tartaglino ums Leben kam, ist aufgeklärt. Der Motorboot-Skipper kommt wohl ohne größere Strafe davon.

Für Segler ist diese Vorstellung der Horror. Man sieht sich den Bug eines Motorbootes auf sich zukommen, kann sich nicht bemerkbar machen, hat bei leichtem Wind keine Möglichkeiten zum Ausweichen.

Tartaglino, F18, Motorboot-Unfall

Kat-Seglerin Sandra Tartaglino (60) ist nach einem Motorboot-Crash gestorben.

Sandra Tartaglino (60) führte immerhin einen schnellen F18 Sportkatamaran und wäre an diesem Sonntag Nachmittag des 11. Augusts damit noch eher die Herrin ihres Schicksals gewesen – wenn in den Gewässern der Narragansett Bay vor Newport R.I nicht der Wind gefehlt hätte.

Ihr Vorschoter Alex Byczko aus Ontario in Kanada saß auf der Backbordseite in Lee, und sie selber in Luv, als sie gegen 14:45 Uhr vom Motorboot-Fahrer Frank Teixeira ohne Vorwarnung erwischt wurde.

Der 75-jährige Skipper krachte mit seiner 28 Fuß Yacht in einem Winkel von 90 Grad auf den Katamaran und traf die Skipperin frontal. Das hat die aktuell veröffentlichte Untersuchung des Department of Environmental Management (DEM) ergeben.

Licht ins Dunkel bringen

Das Boot wurde 180 Grad herumgewirbelt und kurz danach sei Tartaglino in einer großen Blutlache mit dem Gesicht nach unten im Wasser getrieben. Das berichtet Vorschoter Byczko laut Untersuchungsbericht. Er habe die Besatzung des Motorbootes gebeten, ihren Körper an Bord zu nehmen, aber die hätten geantwortet, nicht zu wissen, wie sie das schaffen sollten. Später konnte nur noch der Tod der in der US-Segelszene bekannten Katamaran-Seglerin festgestellt werden.

Lange war es rätselhaft, wie es zu dem Zusammenstoß kommen konnte. Und auch die Untersuchungsbehörde konnte kein Licht in die Dunkelheit bringen. Sie schloss nun aus, dass Teixera bewusst den Unfall verursacht hat. Er sei nicht zu schnell gefahren ohne Rücksicht auf die Sicherheit anderer zu nehmen. Es sei auch kein Alkohol und keine Droge im Spiel gewesen. Potenziell kriminelles Verhalten ist nicht festzustellen, und deshalb verzichtet die Generalstaatsanwaltschaft auf die Anklage wegen eines Kapitalverbrechens.

Dafür müsste dem Skipper nachgewiesen werden, dass er die Konsequenz des Todes beabsichtigt oder vorausgesehen hat, dass er sich seiner falschen Handlung bewusst war, sie aber trotzdem fortgeführt habe. Das sei nicht der Fall gewesen.

Mobo-Skipper kommt mit Geldstrafe davon

Die DEM verweist jedoch auf insgesamt vier Verstößen gegen die Schifffahrtsvorschriften. Deshalb werde der Fall vor dem Rhode Island Traffic Tribunal weiterverfolgt. Die Verhandlung ist für den 13. November geplant.

Zu den Verstößen gehöre die nicht ausreichenden Maßnahmen zur Vermeidung einer Kollision. Taxeira habe nicht ausreichend Ausguck gehalten. Jeder der Verstöße ist allerdings nur mit einer Geldstrafe von maximal 100 US-Dollar verbunden.

Ein DEM-Sprecher sagt zu der Untersuchung: “Mein Herz schlägt für die Familie Tartaglino. Sie hat einen schrecklichen Verlust erlitten. Das Fahren von Booten auf einer überfüllten Wasserstraße im Sommer ist sehr kompliziert und erfordert erhöhte Wachsamkeit. Darüber hinaus gibt es zwar Regeln für das Handeln jedes Schiffsführers, aber einige kennen die Regeln entweder nicht oder befolgen sie nicht. Deshalb fordert DEM alle Skipper auf, einen Sicherheitskurs zu machen.”

 

 

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „Seglerin von Mobo überfahren: Wie das Unglück passierte“

  1. avatar christoph sagt:

    Warum schreibt ihr Namen und Wohnorte in Klartext. Ist das nicht eher Bildzeitung Niveau. Ich finde die Geschichte wäre nicht wenig spannend wenn man den beteiligten etwas Privatsphäre gönnen würde.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 15 Daumen runter 14

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