Stanley Paris: Der 76-Jährige Einhandsegler bricht Um-die-Welt-Rekord ab

"Ich hab es versucht..."

Der Neuseeländer Stanley Paris, der als ältester Mensch die Welt nonstop umsegeln wollte, steuert Kapstadt an und beendet sein Abenteuer wegen technischer Probleme.

Stanley Paris

Stanley Paris checkt den Stand seines Gennakers. © Paris

“Das Leben besteht aus vielen Enttäuschungen”, schreibt der 76-Jährige Einhandsegler auf seinem Blog. “Einige sind größer, andere kleiner. Diese ist groß, weil sie nach vier Jahren intensiver Vorbereitung kommt. Ich mag andere enttäuscht haben, aber ich kann eines immerhin sagen: Ich habe es versucht.”

Paris befindet sich 1700 Meilen von Kapstadt entfernt, als er seine Entscheidung trifft. So weit muss er noch segeln. Aber danach will er seinen Weg nicht weiter um die Welt fortsetzen, sondern das Schiff per Frachter zurück nach Maine in den USA bringen lassen.

Dabei ist es nicht sein gesundheitlicher Zustand, der ihn zu dem Entschluss gebracht hat. Seine Fans hatten sich Sorgen gemacht, nachdem er über einen schmerzhaften Sturz an Bord berichtet hatte. Die Rippen können angebrochen sein und der linke Arm ist verletzt. Dem Körper gehe es aber besser, betont er. Die Probleme seien rein technischer Ursache.

Stanley Paris

Paris hat beim Bau der 63 Fuß “Kiwi Spirit” selber Hand angelegt. © Paris

Paris stand während der Tour mit dem Büro von Farr Yacht Design in Kontakt und hatte eine Stellungnahme zu einigen technischen Komplikationen mit dem Schiff erbeten, die er mit Fotos dokumentierte. Ihre Antwort bewegte ihn zum Abbruch.

Patrick Shaughness, der Präsident von Farr Design, schreibt in einer Mail: “Die Kombination der technischen Probleme mit deinem gesundheitlichen Zustand können zu einem Desaster führen. Es wäre eine weise Entscheidung, zu stoppen.”

Problematisch ist der Zustand des Großsegels und einiger Beschläge nach einem Sturm. “Ich weiß, dass das nicht das ist, was du hören möchtest”, schreibt Shaughness. “Aber ich denke nicht, dass du in diesem Zustand im Souther Ocean segeln solltest. Es wäre unverantwortlich.”

Der Schaden am Großbaum-Ende sei erheblich und die Reparatur der Großschotführung sehe so aus, als wenn die Schot schamfielen werde. Zusammen mit den Problemen bei der Reffeinrichtung deute das auf ein größeres System-Versagen hin.  “Wenn das passiert, kannst du schnell das Großsegel verlieren und das könnte in der Folge auch den Mast kosten.” Diese Probleme würden auch einen Grand Prix Racer mit Crew nicht weitersegeln lassen.

Stanley Paris

Testfahrt vor dem Rekordversuch. Besonders die Mängel am Großsegel-Reffsystem nach einem Sturm haben sich als unüberwindbar dargestellt. © Paris

Paris schreibt nun: “Es wird auch keinen zweiten Versuch geben. Es würde ein weiteres Jahr dauern, bis ich wieder starten könnte, aber ich habe meiner Frau und Familie schon zu viel zugemutet.” Das Boot werde repariert entsprechend der Lektionen, die er gelernt habe, und in einen schnellen Familien-Kreuzer verwandelt, der es eigentlich sein sollte. Eine Woche werde er wohl noch nach Kapstadt brauchen, dann sei das Abenteuer beendet.

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „Stanley Paris: Der 76-Jährige Einhandsegler bricht Um-die-Welt-Rekord ab“

  1. avatar Bluemotion sagt:

    Wirklich schade, dass es schon vorbei ist. Ich hätte es Paris von Herzen gegönnt. So ein großes kraftvolles Schiff benötigt aber leider komplizierte technische Systeme, die dann zur Aufgabe führen können. Aber lieber mit Bedacht abbrechen, als in Seenot zu geraten.

    Bluemotion

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 11 Daumen runter 0

  2. avatar Sven sagt:

    Respekt vor dem Mann! Respekt vor seiner Entscheidung! Serh weise, wenn auch für ihn und sicherlich viele Fans enttäuschend.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 0

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