Strandkat mit Flügelchen; Gäbler propagiert “The Great Cup” für die Profis

Die Flugshow geht weiter

Neuer 32 Fuß Kat mit L-Foil Rudern und S-Foil-Schwertern für neue Rennserie. © The Great Cup

Neuer 32 Fuß Kat mit L-Foil Rudern und S-Foil-Schwertern für neue Rennserie. © The Great Cup

Die Tendenz, sich über das Wasser erheben zu wollen, wird besonders bei den Katamaran-Seglern immer größer. Die neuste Generation der 72 Fuß America’s Cup Multis macht es vor, nun soll die Fliegerei auch für das Fußvolk näher rücken.

Die australische Firma AHPC, die sich mit schnellen Formula 18 Katamaranen (C2) einen Namen gemacht hat und sich mit dem Viper als Olympiaklasse bewarb, hat laut Catsailingnews ein L-Foil Kit entwickelt, mit dem die Viper das Fliegen lernen soll.

L-Flügelchen für kleine Hopser mit dem Strandkat.

L-Flügelchen für kleine Hopser mit dem Strandkat.

Das Video zeigt aber noch keine langen Flugphasen. Und der deutsche Multihull-Guru Martin Fischer, urteilt: “Nach meiner Meinung ermöglichen diese Schwertern keine stabile Flugphase. Dafür würde man ein aktives Kontroll-System, wie bei der Moth benötigen. Diese AHPC Lösung kann ein paar lustige Sprünge erzeugen aber kein ernsthaftes Foilen.”

Aber die Forschung geht weiter. Und Fischer selbst ist mitverantwortlich für eine andere spannende Entwicklung, dem GreatCup32, einem flugfähigen Katamaran, der als One Design eine eigene Rennserie bestreiten soll. Das erste Boot soll am 16. November in Dubai zu Wasser gelassen und gesegelt werden.

Die beeindruckenden L-Foil-Ruder für den ersten Great Cup32 sind fertig. © The Great Cup

Die beeindruckenden L-Foil-Ruder für den ersten Great Cup32 sind fertig. © The Great Cup

Roland Gäbler ist in das Projekt involviert. Er bietet dieses Boot mit einem professionellen Team und Coaching auf dem deutschsprachigen Markt an. Interessenten können sich zum Probesegeln in Dubai bei ihm und Nahid Gaebler anmelden. Es ist geplant, das Boot bei der Messe in Düsseldorf (19.-27. Januar) vorzustellen.

Laut Gäbler soll schon für 2013 eine Europa-Serie mit Arena- und Open Water Racing stattfinden. “Segeln und Fliegen auf einem ultraschnellen Katamaran mit Events die wirklich Spaß machen und zugleich die Zuschauer und Medien begeistern.”

Neben den Rennen mit professionellen Segelteams in der Segel-Arena soll es auch „Open Water“ Rennen mit einer Owner-Driver Regel geben. Das heißt, private Eigner sollen ihre Boote steuern können gegen gleichen Konkurrenten. “Sie bekommen quasi Boot und Coaching in einem.”

Der GC32 Multihull wird von Premier Composite in Dubai gebaut. Es soll eine strikte One Design Klasse werden. Der Preis liegt um die 200.000 Euro. Technisches Highlight sind die gebogenen Schwerter und L-Foil-Ruder, mit denen die Rümpfe angehoben werden. “Das Boot soll aber nicht `out of control´ fliegen, sondern sicher über das Wasser gleiten”, sagt Gäbler.

Great Cup 32 Vision: Mit Helm und Flügel-Schwertern über das Wasser fliegen. © Great Cup

Great Cup 32 Vision: Mit Helm und Flügel-Schwertern über das Wasser fliegen. © Great Cup

„The Great Cup“ ist 2013 mit fünf Regatten in Europa geplant. Start ist im Mai. Die ersten Boote sollen verkauft sein. In der ersten Saison wird mit 6-10 Booten gerechnet. Veranstaltungsorte in Deutschland, Österreich, Holland, Italien und Spanien sind geplant. Im Winter geht es weiter mit einer eigenen kontinentalen Serie in den Emiraten und anderen Kontinenten.

Die Renn-Kurse sollen denen beim America’s Cup ähneln. Es wird lange Rennen (ca. 45min) im offenen Wasser und kurze Rennen (ca. 20min) in der Segel-Arena geben. Die Boote werden mit Kameras und Tracking Systemen bestückt und man kann die Rennen im Internet verfolgen. Die Rennen werden global für alle Segelfans medial zugänglich sein!

Der High Tech One Design Kat wird in Dubai gebaut. © The Great Cup

Der High Tech One Design Kat wird in Dubai gebaut. © The Great Cup

Gäbler sagt: “Ein `The Great Cup´ Team-Projekt kostet nur ein Bruchteil dessen einer 40Fuß+ Katamaran Kampagne. Zugleich ist dieses Boot sehr modern und hat viele technische Highlights. Man segelt das Boot mit maximal 4 Personen. Der Mast kann ohne Kran gestellt werden und auf einem Trailer von einem normalen PKW gezogen werden.”

The Great Cup

Great Cup Video-Animationen

Länge über alles: 12.00M
Rumpflänge: 10.00M
Breite: 6.00M
Gewicht: 720 KG
Tiefgang am Wind: 2.10M
Tiefgang vor dem Wind: 1.60M
Mastlänge: 16.50M
Spinnaker-Baum-Länge: 6.60M
Großsegel: 60.00 qm
Fock: 23.50 qm
Gennaker: 90.00 qm
Motor: 5 PS
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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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8 Kommentare zu „Strandkat mit Flügelchen; Gäbler propagiert “The Great Cup” für die Profis“

  1. avatar Ketzer sagt:

    Kommt nur mir das langsam etwas inflationär vor? Jeder “gründet” heutzutage eine One-Design klasse, die gaaaaanz spektakuläre Rennen einer Einheitsklasse verspricht. Dabei gibt’s das doch alles schon. Angefangen mit den VX40. Die haben damit angefangen und jetzt versuchen Hintz und Kuntz da mit aufzuspringen. In meinen Augen alles nur Trittbrettfahrer.

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    • Hi Ketzer,
      I think you are missing the point of the class, we (and other owners) want to race and nobody else has a solution for this in an affordable package that is also exciting to sail.

      Have you done a budget for an X40? Its a very expensive boat to run and well outside the budget for all but the richest of sailors.

      We have worked very hard to create a groundbreaking boat that is able to sail in a wide range of conditions and sea states (not just lakes) and also package a race series for owners and teams to use their boats.

      There has been excellent interest in the class even before we made it public, so we are extremely happy with the outlook.

      Perhaps we will see you on the water

      Regards

      Andrew

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      • avatar Ketzer sagt:

        So what’s the budget for this thing? “Add some butter to the fish”, as we say in Germany.

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  2. avatar hurghamann sagt:

    Na es fehlt doch noch die Rennserie für den 28,5231 Fuss Flügelcat mit Foils für die Owner Driver mit nur einem Profi und Tante Käthe und einem Rotweinlimit von 3 Flaschen.
    Diese Zielgruppe kannst du nicht eingfach ausgrenzen….

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  3. avatar HA sagt:

    Wann gibts endlich Unterwassersegeln?????

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  4. avatar TBC sagt:

    Kommt Leute, ist doch egal, wie sie es nennen, hauptsache es passiert was im Segelsport. Seid froh, dass es immer noch Verrückte gibt, die was reissen wollen. Sonst hätten wir irgendwann nur noch eine Wally-Bavaria-Einheitsklasse und ihr würdet darüber jammern.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 8 Daumen runter 6

  5. avatar seven sagt:

    Segeln ist cool, faszinierend, vielseitig…..vor allem vielseitig ! Es gibt Jollen, Kielschiffe und Maxi’s ,es gibt Regattaschiffe und Hochsee-Camper, Schöne Schiffe und Decksalon Yachten , Es gibt Mono und Multi-Hull , Es gibt Klassische Yachten und Design objekte , Es gibt Profi’s und Steg-segler…..und nun gibt es noch In-wasser Segler und ……..Tiefflieger?…Segelflieger?….Flugsegler?…Foilflyer?…..oder so!
    Die Familie wächst und die anderen Kinder sind manchmal etwas neidisch….aber der Wind hat sie alle lieb !!!

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  6. avatar Manfred sagt:

    Prima, sieht alles gut aus auf dem Papier. Scheint auch “preiswert” zu sein, bis die ersten Kenterungen kommen oder man sich gegenseitig über den Haufen fährt. Hatte mir noch gestern mit Experten Gedanken darüber gemacht wie “angestrengt” OR17 wirkt im Gegensatz zu ETNZ und heute nacht schmeissen die den Kahn um und alles nur noch “bits and pieces”. Übertragen auf die Motten Evolution war OR17 ein Boot der ersten Generation und ETNZ ist schon bei der zweiten Generation angelangt. Übertragen auf die “Great Cup” Boote habe ich auch meine Zweifel, ob man mit der komplizierten Segeltechnik wirklich reelle und spannende Rennen ausrichten kann. War das das Ziel oder hatte ich nicht richtig gelesen?

    Und @ seven: Guter Kommentar. Woher sollen bloss all die Segler kommen um die Dinger nicht nur zu bemannen, sondern zu beherrschen. Dat is nix for ole Lüt.

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