Streit der Milliardäre: Happel gegen Baltic-Chef Näder – Mängel bei 67-Meter-“Hetairos”

Superyacht-Ärger

Otto Happel streitet sich seit fünf Jahren vor Gericht mit Hans Georg Näder  wegen mutmaßlicher Baumängel an seiner 60 Millionen-Yacht “Hetairos”. Nun ist eine erste Entscheidung gefallen.

Hetairos, Maxi Yacht Rolex Cup 2015

„Hetairos”, die von Reichel/Pugh Yacht Design und Dykstra & Partner konstruierte und von Baltic gebaute 66-Meter-Ketsch © borlenghi

2011 lief bei der finnischen Baltic-Werft Otto Happels Superyacht “Hetairos” vom Stapel. Der 71jährige Unternehmer, der sein Vermögen mit der Maschinenbau-Firma GEA machte, hatte sich für rund 60 Millionen Euro seine Traumyacht geleistet. Allerdings wurde er damit nie so richtig glücklich. Das lag weniger an dem Unterwasser-Crash bei einem der ersten Törns als an technischen Problemen, für die Happel die Werft verantwortlich machte.

Hetairos

Dimensionen. Der Vorschiffsmann der `Hetairos´ bereitet ein Rollsegel für den Einsatz am Bugspriet vor… © Rolex / Carlo Borlenghi

Happel klagte auf Kostenübernahme für die Mängelbehebung, und der Streitwert soll sich schnell auf 30 Millionen Euro erhöht haben. Der Spiegel hat berichtet, dass der 67 Meter lange Zweimaster in den ersten beiden Jahren  rund 500 Tage in der Werft verbracht hat. Danach gab Happel für rund 23 Millionen Euro eine Runderneuerung bei der niederländischen Werft Vitters in Auftrag.

Dieses Geld möchte der Eigner von Baltic zurück haben, wo er seine “Hetairos” 2006 bestellt hatte. Da die Werft 2013 vom deutschen Milliardär-Kollegen Hans Georg Näder (57) erworben wurde, auch weil der den Bau seiner eignen Superyacht “Pink Gin VI” sichern und Baltic vor der drohenden Pleite retten wollte, ist dieser seitdem Happels Ansprechpartner für den Mängel-Ärger.

Der Inhaber der weltweit größten Prothesenhersteller-Firma Otto Bock wehrte sich gegen Happels Forderungen, die insbesondere den Austausch des gesamten Motor-Systems vorsahen, von dem auch die Hydraulik und Elektronik an Bord abhängt.

Pink Gin VI

Die 54 Meter lange “Pink Gin VI” bei den ersten Segeltests in Finnland. © Baltic

Eine mögliche Einigung scheiterte selbst nach einem vom Hamburger Maritimen Schiedsgericht initiierten persönlichen Treffen der beiden Unternehmer auf “Hetairos” im Herbst 2016. Danach eskalierte der Streit eher noch weiter und die Anwälte übernahmen. Nun sind Verfahren vor diversen Gerichten anhängig.

In Finnland, dem Firmensitz von Baltic, hat Hans Georg Näder nun eine erste juristische Niederlage erlitten. Laut Spiegel entschied der dortige Oberste Gerichtshof, dass Baltic “Vermögen im Wert von zwei Millionen Euro als Sicherheit für  Schadenersatzforderungen Happels einfrieren muss”. Ein finnisches Amtsgericht hatte schon 2018 so entschieden, aber Näder brachte den Fall bis vor die oberste Instanz, die nun gegen ihn entschieden hat.

Das war aber nur der erste Akt im Streit der Millardäre. Einen Hinweis auf den endgültigen Ausgang soll das Urteil nicht sein.

 

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5 Kommentare zu „Streit der Milliardäre: Happel gegen Baltic-Chef Näder – Mängel bei 67-Meter-“Hetairos”“

  1. avatar kuehlwein@highlight-boats.de sagt:

    Hallo,
    Audi TDI motoren–die weltweit exotsch sind, aber nicht schlecht!, die eine Hydaulik antreiben um dann klappbar hydraulisch einen Proppeller anzutreiben…
    Das hätte ich bei Baltic aus der Gewährleistung rausgenommen.
    Manche Sachen bekommt man einfach nicht so einfach in den Griff, da steht auch Baltic ohnmächig da.
    Ich kenne jemanden der diese Lösung in klenerer Dimmension auch eingebaut hatte, das hat nie richtig funktioniert und wurde wieder ausgebaut….
    Wenn man so einen Extrembau in Auftrag gibt—was ich fazinierend finde!, stößt man an Grenzen, die nicht immer gleich in den Griff zu bekommen sind, auch was das Geld betrifft..
    Wer das alles mit Gewähleistung abgedeckt haben möchte, muss eigentlich wissen, das so etwas nicht geht.
    Das muss der Käufer wie auch die Werft wissen.
    Weshalb wird so etwas dann unterschrieben?

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  2. avatar Manfred sagt:

    Danke für Deinen “insight” Kommentar, Christian
    Grüße aus dem Norden, wo es momentan bitterkalt ist.

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  3. avatar segel sagt:

    Peinlich, zwei erfolgreiche deutsche Segler und nicht fähig, sich zu einigen?

    Wie soll man da Entspannung auf See finden? Ausserdem auch nicht förderlich fürs Karma 🙁

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  4. avatar Björn sagt:

    Ich finde es bedeutend besser wen 2 Milliardäre sich uneinig sind und eine Runde Anwälte spielen als wenn einer andere, weniger betuchte, verklagt weil er mehr in der Hinterhand hat um so auf einen Vergleich spekuliert.

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  5. avatar Stefan sagt:

    Denke hier wird unnötig Geld verbrannt, warum so große Yachten, weniger ist mehr. Die Angestellten in deren Firma sind doch wichtiger und an deren Zukunft sollten die Milliardäre mal denken!!!!

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