Studie: Mehr Mikroplastik auf dem Meeresgrund als bisher angenommen

Millionen Tonnen

Dass Plastik im Meer ein drängendes Umweltproblem ist, ist nicht neu. Bilder riesiger Plastikinseln, die durch die Ozeane treiben, machen das immer wieder besonders eindrucksvoll sichtbar. Nun haben australische Forscher herausgefunden, dass selbst tief im Meer enorme Mengen an Plastik lagern – sogar weit mehr als an der Meeresoberfläche.

Im Laufe der Zeit können sich Plastikteile in der Meeresumwelt vor allem durch Verwitterung und mechanische Kräfte wie Wellenschlag und Abrieb mit Sand zersetzen und in kleinere Stücke zerfallen © Dustan Woodhouse, Unsplash

Der Studie der staatlichen Behörde Australiens für wissenschaftliche und industrielle Forschung CSIRO (Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization) zufolge, die in dieser Woche in der Fachzeitschrift Frontiers in Marine Science veröffentlicht wurde, lagern auf dem Meeresgrund etwa 14 Millionen Tonnen Kunststoffpartikel, deren Durchmesser kleiner als fünf Millimeter und größer als ein Mikrometer ist – sogenanntes Mikroplastik, das unter anderem schädigende Auswirkungen auf Meeresorganismen hat. Bei der ermittelten Zahl handelt es sich um eine globale Schätzung auf Basis einer Datenerhebung vor der Küste Australiens.

Mithilfe eines Roboter-U-Boots sammelte ein Forscher-Team in der Großen Australischen Bucht Proben vom Meeresboden in einer Tiefe zwischen 1.655 Metern und 3.062 Metern, auch mehrere Hundert Kilometer von der Küste entfernt. Bei der Analyse der Tiefsee-Sedimente fanden sie schließlich bis zu 25-mal mehr Plastikpartikel als frühere Tiefseestudien.

Britta Denise Hardesty, Mitverfasserin der Studie, erklärte gegenüber CNN, überrascht von der hohen Mikroplastikbelastung an derart abgelegenen Orten zu sein. Die Untersuchungen würden zeigen, dass Mikroplastik tatsächlich auf den Meeresboden sinke – und seien wichtig, um ein Bewusstsein für die Größenordnung des vom Menschen verursachten Problems der Verschmutzung der Weltmeere durch Plastik zu schaffen.

Bereits jetzt würden jährlich Millionen Tonnen Plastik in die Meeresumwelt gelangen, die sich am Meeresboden, auf der Meeresoberfläche, aber auch zu besonders großen Teilen an den Küsten ansammeln würden, so die Studie. In den kommenden Jahren werde sogar noch eine Zunahme dieser Plastikmengen erwartet.

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