Suez-Kanal-Unglück: Mit Kurs Geschlechtsteil gezeichnet – Pubertärer Spaß oder Zufall?

Schenkelklopfer

Spezialisten rätseln noch, wie es zum Auflaufen des 400 Meter langen Container-Riesen “Ever Given” im Suezkanal kommen konnte, der immer noch die Passage blockiert. Kann es wirklich nur eine Böe verbunden mit einem Steuerausfall gewesen sein? Vor der Einfahrt in den Kanal zeichnete der Kapitän eine Penis-ähnliche Figur auf den Tracker.

Die Kurslinie von “Ever Given” vor der Suezkanal-Einfahrt. Ist es ein Penis?

Es hat sich ja langsam herumgesprochen, dass man mit einem Schiff, dessen Tracker-Linie aufgezeichnet wird, hübsche Figuren zeichnen kann. Samantha Davies etwa hat zum Abschluss ihrer Vendée Globe ein Herz gemalt, um sich die Wartezeit vor der Hafeneinfahrt nach Les Sables d’Olonne zu verkürzen.

Andere zirkeln schon mal männliche Geschlechtsteile auf den Bildschirm und mögen damit in der Frachter-Kapitänskreisen für ordentliche Schenkelklopfer sorgen. Aber wenn man danach seinen 400 Meter langen 224.000 Tonnen schweren “Stift” auf Grund setzt und den Verkehr in einer der wichtigsten Transportverbindungen der Welt lahmlegt, kommen dann doch Fragen auf.

Quergeschlagen. Der 400 Meter lange Containerfrachter “Ever Given”

Haben die was geraucht, getrunken oder sonst irgendwelche Probleme? Das vom Tracking-Dienst Vesselfinder aufgezeichnete Video wirft jedenfalls Fragen auf. Kann die Schiffsbewegung bei der Wartezeit auf die Kanaleinfahrt tatsächlich nur zufällig diese Kurslinie erstellt haben?

Jedenfalls versperrt “Ever Given”, die 20.000 Container tragen kann und auf dem Weg nach Rotterdam war, noch immer den Kanal. Die Fachzeitschrift Lloyds List rechnet vor, dass der Schiffsverkehr mit einem täglichen Warenwert von etwa 9,6 Milliarden Dollar durch das riesige Containerschiff gestoppt wurde. Etwa 300 Schiffe sitzen entweder im Suezkanal fest, warten auf die Passage oder haben ihn als ihr nächstes Ziel angegeben. 12 Prozent des Welthandels wird durch die Wasserstraße abgewickelt. Die Auswirkungen auf den Markt sind schon jetzt beträchtlich.

Dabei ist immer noch nicht klar, wie das Unglück passieren konnte. Plötzlich auftretender starker Wind, schlechte Sicht und technische Probleme mit der Steuerung werden für das Querschlagen verantwortlich gemacht.

Mit dem Bagger den Weg freischaufeln?

Es zeichnet sich auch noch keine Lösung ab, wie das Schiff wieder auf Kurs gebracht werden kann. Am Mittwoch versuchten acht Schlepper erfolglos die “Ever Given” zu befreien. Die Operation kann über das Wochenende hinaus dauern.

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

8 Kommentare zu „Suez-Kanal-Unglück: Mit Kurs Geschlechtsteil gezeichnet – Pubertärer Spaß oder Zufall?“

  1. avatar Sven 14Footer sagt:

    Moment Carsten, ich dachte erst wir hätten schon den 1. April.
    Ziemlich peinlich, wenn man sich danach weltberühmt macht.

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  2. avatar g.hagedorn sagt:

    …..man kann immer feststellen ,wer zu diesem zeitpunkt auf brücke war und wache hatte 2personen immer.
    mit einem 400meter langen schiff und voll mit 20000containern macht die crew solch ein schitt ? unverantwortlich ,diese deppen , patente einziehen ,und sofort ,auf lebenszeit . basta !!!!!!!!!!!
    runter vom schiff bitte und bei einnahme von alkohol drogen oder sonstigen betäubungsmitteln noch ne strafe drauf ,zu segelschiffs zeiten wurden ähnliche saboteure und verrückte kielgeholt.für die seefahrt unbrauchbar .
    das andere hauptmaleur im kanal ist die resultatgeschichte dieser crrew ,die sich hat ablenken lassen trotz breitseitigem wüstensturms und zu langsamer fahrt ,wo das ruder keinen druck mehr hatte und nicht mehr steuerbar war,mit kurzzeitigem spannungsausfall der ruderanlage . peng.
    mfg
    g-h-

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

    • avatar Seemann sagt:

      Mensch Vadder Hagedorn…. da hast aber mal einen rausgehauen…. schon mal Bank Effekt in Betracht gezogen? Hast ca 50% Chance dich davon zu lösen. Hat nix mit Alkohol oder sonst was zu tun. Und bugstrahler ist während der Fahrt unbrauchbar, da er das Wasser ab ca 4 bis 5 kn nicht erfassen kann….

      Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

      • avatar ds sagt:

        Die waren zwar eher zu schnell unterwegs, aber egal. Bei sowas antworte ich garnicht erst sinnstiftend

        Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  3. avatar Marc sagt:

    Sogar erfahrene Container Kapitäne hier, respekt!
    Ja schade das ihr nicht auf der Brücke gewesen seid, dann wäre das Unglück natürlich nicht passiert. Zur Not hält mal die Bordwannd vom Rand des Kanals abdrücken, macht man mit seinem 8 Meter Segler ja auch immer wenn in der Schleuse mal etwas Seitenwind ist…

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  4. avatar Too Tom sagt:

    Naja. Erst von der Mitte für mehrere Sekunden auf die eine Seite, dann nicht zurück zur Mitte sondern gleich rüber zur anderen Seite; windbedingt?
    Und bugstrahlruder war alles in Ordnung? Wenn ja, dann ist das schon arg merkwürdig….

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  5. avatar Aaaragorn sagt:

    Hackerangriff?

    Die Schiffe sind doch alle Computergesteuert und der Penis und Arsch sind doch ne echt absurde Art von Humor.

    Sowas maltdoch keiner mit nem halben km langen Containerschiff!?

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  6. avatar C. Schramm sagt:

    Da Schiffe grundsätzlich vor dem Kanal auf Lotsen und Einfahrtgenehmigung warten müssen, stehen sie oft ohne Ankermanöver vor der Einfahrt “auf und ab”. Dabei können durch Wind, Strömungen und die schlechte Regulierbarkeit des Stillstandes schon mal merkwürdige Kursfiguren entstehen. Ein Schiff wie die “Ever Given” wird durch einen sehr großen Dieselmotor angetrieben, der direkt auf die einzelne Schraube wirkt. Der Motor muss also mindestens ca. 40 – 50 Umdrehungen machen, um überhaupt zu laufen, wenn man dem Schiff einen kurzen Schub geben will. Das ist dann notwendig, wenn das Schiff zuweit von der angedachten Position abtreibt. Ankern würde zu lange dauern, denn der Anker der “E.-G.” ist gewaltig und benötigt lange Zeit, um wieder gelichtet zu werden.
    Also ist es unwahrscheinlich, das der “Skipper” sich mal eben einen Scherz erlaubt hatte, denn er hat in diesem Moment gar nicht genügend Kontrolle über das Schiff, um so präzise eine derartige Figur zu zeichnen. Er kann lediglich die Position ungefähr halten.
    Eine These könnte natürlich mich widerlegend sein, das er der Kanalverwaltung auf diesem Weg eine Beleidigung übersendet hat, da es kein Vergnügen für Kapitäne ist, mit der Suez-Verwaltung zu tun zu haben .. Wer weiß das schon. Jedoch ist die Annahme, das hier kindisches Verhalten oder anderes im Spiel war, reine Spekulation. Der Job, ein solches Schiff zu führen ist eine ernste Angelegenheit, denn Zeitdruck, Kostendruck und viele Unwägbarkeiten der See und der Behörden machen dem Kommandanten die Arbeit nicht einfach.

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

9 + neun =