Superyacht in den Kanälen: Schiffstransport als Hingucker

Zentimeterarbeit

In den Niederlanden spielen Wasserstraßen schon immer eine besondere Rolle als Transportwege. Bei dieser Yacht-Überführung kommt das Kanal-Netz aber an seine Grenze.

Man mag sich die Schwierigkeiten des Brückenwärters vorstellen, wenn er auf klassische Weise versucht, an der Angel den Holzschuh zur Yacht herüber pendeln zu lassen, um sich das Brückengeld zahlen zu lassen. Dabei sieht er aber nur eine weiße Fläche vor sich – die Bordwand der 95 Meter Superyacht “Viva”.

Aber ganz so wird es nicht gewesen sein. Die Operation Stapellauf der Luxusyacht für einen bisher unbekannten Eigner musste generalstabsmäßig geplant werden. Denn auf dem 40 Kilometer langen Weg von den Hallen der Jacht & Scheepswerf Van Lent in Kaag bis nach Rotterdam müssen einige Nadelöhre überwunden werden, die dem Schiff nur wenige Zentimeter Platz lassen.

Deshalb war die Prozedur auch für die holländischen Anrainer ein Hingucker. Schlepper bugsierten die Superyacht der Marke Feadship zentimetergenau durch die schmalen Öffnungen, die 14 Meter Mindestbreite aufweisen mussten. Zwar gibt es pro Jahr etwa vier bis sechs ähnliche Transporte auf den Kanälen, aber größer als “Viva” können die Schiffe nicht sein.

Teilweise dauerte die Passage einer Brücke mehr als eine Stunde und der Verkehr staute sich. Aber damit können insbesondere Holländer bestens umgehen.

“Viva” soll nun auf der Nordsee ausgiebig getestet und am Ende des Jahres ausgeliefert werden. An Umweltschutz mag man bei diesem Trumm nicht auf den ersten Blick denken, aber die Werft weist darauf hin, dass ein hybrides dieselelektrisches Antriebssystem installiert wurde, mit dem die Yacht 12 Knoten erreichen soll. Der traditionelle Dieselantrieb beschleunigt “Viva” auf 20 Knoten. Außerdem soll eine Abwasseraufbereitungsanlage für einen grünen Anstrich sogen wie auch Wärmerückgewinnungssysteme.

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